Räume des Begehrens und Aufbegehrens – Zu zwei Ausstellungen im Schwulen Museum*

„Schmutziger“ Sex in engen Pissoirs und „reine“ Gedanken in der akademischen Welt. Was beides verbindet, das zeigen zwei Ausstellungen im Schwulen Museum* in Berlin …

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Samstag oder Algorithmus? Über das Schwulsein im Datenstrom

Ist Samstag immer noch ein guter Tag zum Schwulsein? Im Zeitalter des Streams ist das natürlich nicht mehr so sicher.

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Österreichischer Verfassungsgerichtshof öffnet Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

„Tu felix Austria nube“ – In Österreich wusste man ja immer schon um die Vorzüge guter Heiratspolitik. Jetzt steht die Möglichkeit, das Beste draus zumachen, auch Schwulen und Lesben offen. Der Verfassungsgerichtshof hat die Regelung aufgehoben, die gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe verwehrte. Diese verstießen gegen den Gleichheitsgrundsatz und das damit einhergehende Diskriminierungsverbot. Die Unterscheidung in Ehe und eingetragene Partnerschaft lasse sich nicht aufrechterhalten, ohne gleichgeschlechtliche Paare zu diskriminieren, heißt es in einer Erklärung des Verfassungsgerichtshof. „Denn die Trennung in zwei Rechtsinstitute bringt zum Ausdruck, dass Menschen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung nicht gleich den Personen mit verschiedengeschlechtlicher Orientierung sind.“

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Ankara macht endgültig dicht: Verbot aller LGBT-Veranstaltungen

Nach dem inszenierten Verbot eines von der deutschen Botschaft in Ankara unterstützten Filmfestivals, bei dem vier (!) deutsche Filme über Homo- bzw. Transsexuelle gezeigt werden sollten, holt der Bürgermeister der türkischen Hauptstadt nun zum Rundumschlag aus. Wie der britische „Independent“ und „Spiegel online“ berichten, sind einer behördlichen Anordnung zufolge „bis auf Weiteres“ alle LGBT-Veranstaltungen wie „Kino, Theater, Diskussionen, Befragungen, Ausstellungen“ verboten.“ Die Begründung ist analog zu der, mit der man das für diese Woche geplante Festival kurzfristig abgesagt hatte. Einige Gruppen könnten sich durch die Aktivitäten von LGBT provoziert fühlen und zu Handlungen gegen Teilnehmende verleitet werden. Dies stelle eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit dar.

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Frontalunterricht? Antidiskriminierungsstelle legt Studie zur Situation von LSBTIQ*- Lehrkräften vor

„43,5 Prozent der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, intergeschlechtlichen und queeren (LSBTIQ*) Lehrkräfte in Deutschland gehen an ihrer Schule offen mit ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität um; etwa ebenso viele (43,6 Prozent) sprechen explizit nicht darüber.“

Das ist eines der in dieser Woche von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) vorgelegten Ergebnisse der Befragung von 835 LSBTIQ*-Lehrkräften aus dem gesamten Bundesgebiet, die überwiegend an öffentlichen Schulen unterrichten. Darunter 336 schwule, 310 lesbische, 110 bisexuelle sowie 28 Trans*- und 8 Inter*-Personen. Die Studie ist nicht repräsentativ, wird aber von der ADS als exemplarisch für Erfahrungen von homo- und bisexuellen Lehrerinnen und Lehrern betrachtet.

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Yes, Down Under!!!

Bei dem Referendum per Briefwahl haben sich 61,6% für eine Ehe für alle in Australien ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 80%. Eine Mehrheit gab es in allen Territorien des Landes. Das Ergebnis ist für den australischen Gesetzgeber nicht bindend, doch gilt es derzeit als sicher, dass sich in beiden Kammern, Senat und Repräsentantenhaus, eine Mehrheit finden wird. Premierminister Turnbull, selbst ein Befürworter der Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule, hat angekündigt, noch vor Weihnachten ein entsprechendes Gesetz durchsetzen zu wollen. (Mehr u.a. bei queer.de)

Märchenhafte Ernüchterung – Michael Cunninghams „Ein wilder Schwan“

„Die meisten von uns“, heißt es gleich zu Beginn von Michael Cunninghams Erzählungsband Ein wilder Schwan, „führen ihr Verderben recht zuverlässig selbst herbei.“ Man mag zwar von Seiten Dritter noch überlegen, ob durch Flüche und Beschwörungen nachgeholfen werden kann, aber eigentlich ist das längst obsolet. So heißt der einleitende Text nicht zufällig „Ent. Zaubern“, und er umreißt in gewisser Weise das Schreibspiel, das der Autor sich und den Lesern anhand einiger Beispiele aus dem (westlichen) Kanon von Märchen gönnt.

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