Heteros dürfen sich nicht verpartnern – warum eigentlich nicht?

Tom Freeman and Katherine Doyle, beide 25, wollten sich verpartner lassen. In England heißt das Pendant zur deutschen „Eingetragenen Lebenspartnerschaft“ „civil partnership“ und ist auch dort Homosexuellen vorbehalten. Trotzdem wollten sich die beiden in der Londoner Islington Town Hall in London eintragen lassen und erhielten erwartungsgemäß einen Ablehnungsbescheid. Freeman und Doyle wollen eigentlich nichts weiter als gleiches Recht für alle. Denn, so sagen sie, es müsse eine Wahl für alle geben, unabhängig von der sexuellen Orientierung bzw. vom Geschlecht, ob sie eine zivilrechtliche Partnerschaft oder die Ehe anstreben. Sie wollen damit auch darauf hinweisen, dass Homosexuellen die Ehe verwehrt ist, wie eben Heterosexuellen die Lebenspartnerschaft.
Nach der Ablehnung betonte das Paar seine Absicht, bis vor den Europäischen Menschenrechtshof zu gehen. Unterstützung erhalten sie vom britischen Aktivisten Peter Tatchell. Es dürfe nur ein Recht geben, das für alle gelten müsse.
Das ist in etwa die Zusammenfassung eines Artikels auf pinknews.co.uk.

Mich lässt das Ansinnen der beiden etwas ratlos. Sollen sie doch heiraten, war mein erster Gedanke. Allerdings, es gibt Gründe, die Ehe aufgrund ihrer historischen (und auch religiösen) Legitimation nicht zu wollen. Frankreich hat mit der Form des Pacs ein Instrumentarium geschaffen, generell Menschen, die eine gesetzlich fundierte Beziehung eingehen wollen, diese zu ermöglichen. In Deutschland fällt mir auf, dass die gesamte Energie darauf verwendet wird, die Lebenspartnerschaft der Ehe so ähnlich wie möglich zu machen. Wenn es denn – in vielen, vielen Jahren – einmal wirklich keine Unterschiede geben sollte, wäre freilich auch die Trennung in Lebenspartnerschaft und Ehe sinnlos. Bis dahin: Wenn Heterosexuelle die Eingetragene Partnerschaft für sich wollen (inklusive der Nachteile u.a. in finanziellen Dingen und z.B. im Adoptionsrecht), warum nicht? Gleiches Recht für alle!

Neue Zahlen zu HIV/Aids

Anlässlich des Welt-Aids-Tages hat das Robert Koch Institut (RKI) aktuelle Zahlen zu HIV/Aids in Deutschland herausgegeben. Eine kurze Übersicht:
Ende 2009 lebten ca. 67.000 Menschen mit HIV/Aids in Deutschland – darunter knapp 42.000 Schwule bzw. bisexuelle Männer*.
Für 2009 wird die Zahl der Todesfälle auf 550 geschätzt. Seit Beginn der Epidemie sind insgesamt 28.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit und ihren Folgen gestorben.
Seit 2007 scheint sich die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland auf einem Niveau von derzeit ca. 3.000 HIV- Neudiagnosen pro Jahr zu stabilisieren. Die Zahl der Aids-Erkrankungen wird mit 1100 angegeben.
Mit 72 % bleibt schwuler Sex Hauptinfektionsweg. Hetero-Sex 20 %**, Drogengebrauch 8 %, Kleiner als 1 % ist die Weitergabe durch infizierte Mütter an ihre Kinder.
In der Therapie verzeichnet das RKI einen „Trend zu einem wieder früher einsetzenden Therapiebeginn“. Dies sei auch in Hinsicht auf die Prävention zu begrüßen.
Ausführlicher Bericht: Epidemiologisches Bulletin 48 des Robert Koch-Institut (PDF)

Nachtrag: Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen insgeamt 33,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen wird für 2008 mit 2,7 Millionen, die Zahl der Toten mit 2 Millionen angegeben.

* in der RKI-Terminologie zur Vermeidung des Wortes „schwul“ heißt es: MSM, Männer, die Sex mit Männern haben)
** während das RKI bei Schwulen sofort von Sex redet, nennt man das bei Heterosexuellen „Kontakte“.

Interview mit Jos Leene, Bearwear.nl über den Kampf gegen Jack Wolfskin

Zumindest für den Online-Shop von Bearwear.nl scheint der K(r)ampf mit Jack Wolfskin vorerst ausgestanden. Nachdem die Website nach einer Drohung des abmahnwütigen Outdoor-Anbieters, der das Urheberrecht für die Wolfskralle im Logo aggressiv für sich beansprucht, monatelang gesperrt war, haben sich der kreative Besitzer Jos Leene und die Vertriebsfirma Spreadshirt sich mit JW geeinigt. Samstag ist ein guter Tag und Der Stich des Skorpion haben Jos zu den Vorgängen befragt:

“Die Macht des Internets ist wirklich toll!”
Interview mit Jos Leene, Bearwear.nl über den Kampf gegen Jack Wolfskin

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Neue EU-Außenministerin Ashton: Engagiert auch für Rechte von Lesben und Schwulen?

Catherine Ashton wird EU-Außenministerin werden. Das haben die EU-Staats- und Regierungschefs vergangenen Donnerstag entschieden. Das Nachrichtenmagazin pinknews weist darauf hin, dass die Rechte von Homosexuellen in der britischen Labour-Politikerin eine starke Unterstützerin haben. 2006 wurde sie in Großbritannien mit dem „Stonewall Award“ für ihr Engagement gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben ausgezeichnet.
Die 1956 in Upholland, Lancashire, geborene Ashton ist Mitglied des britischen Oberhauses und war seit Oktober 2008 Handelskommissarin der Europäischen Kommission. Ihre Berufung in die Position der EU-Außenministerin, ganz konkret heißt der Titel: Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik, ist nicht unumstritten. Vorallem ihre geringe außenpolitische Erfahrung und ihr geringer Bekanntheitsgrad innerhalb Europas werden ihr angekreidet. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert sie mit der Erwiderung: „Beurteilen Sie mich nach dem, was ich tue, und ich glaube, sie werden zufrieden sein mit dem Ergebnis.“

24.11. , Anmerkung: Hab’s eben erst gesehen, Steven Milverton hatte schon am 20.11. die Meldung über Ashton auf seinem Blog!

WOW wählt „The Stonewall Family“ zur Gilde des Monats

Nachrichten aus dem Paralleluniversum von World of Warcraft: Deren Betreiber haben „The Stonewall Familiy“ zur Gilde des Monates Oktober gewählt. Mit rund 700 Mitgliedern ist The Stonewall Familiy der größte Zusammenschluss von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern in der WOW-Spielwelt.
„Gilden“ sind Zusammenschlüsse von Spielern des Online-Games. Sie sind in der Logik des Lebens in einer virtuellen Fantasy-Welt gedacht, Kontakte zwischen den Spielern zu intensivieren und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Manche der Aufgaben, die sich im Verlauf des Spiels den Spielern stellen, sind gar nicht zu lösen, ohne in einer Gilde zu sein bzw. ohne Unterstützung der anderen Gildenmitglieder.
Die Kulisse der archaischen Fantasywelt von Elfen, Riesen und Trollen bietet mittlerweile sogar Platz für einen eigenen CSD, die Proudmoore Pride Parade.
Die Meldung schien mir wichtig, ist sie doch ein Indiz dafür, wie sich Splitter der nur noch rudimentär vorhandenen Gemeinschaft von Schwulen und Lesben in der „realen“ Welt in die virtuellen Welten retten.

Nachricht gefunden bei Joe.My.God.

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