Roger Kusch: Das Sterbehelferlein

Juli 1, 2008 by samstagisteingutertag

Es wäre schön, aber Schwulsein schützt leider nicht vor eitler Dummheit. Im Falle von Roger Kusch, jenem Ex-Senator aus Hamburg, darf man das schon seit sehr langer Zeit mitverfolgen. Weil es mit der Sterbe-Maschine, die er vor einiger Zeit noch vorstellte, wohl nicht ganz so ausgereift war, hat er der Frau aus Würzburg den Schierlingsbecher gleich selbst vorbeigebracht. Persönlich finde ich, dass natürlich jeder Mensch das Recht hat, selbst zu bestimmen, wie und wann er /sie aus dem Leben scheiden will. Wir haben uns zwar nicht das Leben geschenkt, wir können es aber uns selbst nehmen. Eines der Mysterien des Lebens und eines, von dem ich mir wünschen würde, dass der Gesetzgeber und profilierungsgeile PolitikerInnen die Finger lassen. Was am Fall von Kuschs Sterbehilfe so widerlich ist, ist seine eitle Selbstinszenierung als Sterbehelferlein und man ahnt schon, wie er sagt, dass er doch alles nur getan habe, um das Thema in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Geschenkt, das ist die immergleiche Masche der Täter, die sich hinterher zu Märtyrer und Opfer stilisieren. Am meisten aber rührt mich, dass das Schicksal und das Leben der Frau zur Nebensache in diesem Schmierentheater wird. In der taz wird sie mit den Worten zitiert, sie leide nicht im herkömmlichen Sinne, aber ihr Leben sei zu eingeschränkt und sie habe Angst, in ein Pflegeheim zu kommen. Das ist doch das wirkliche Elend: Eine (wie es mir scheint) allein lebende und wohl auch allein gelassene Frau sieht in unserer Gesellschaft keine andere Chance, als ihre Angst mit der Selbsttötung zu bekämpfen? Gibt es keine Verwandten, die ihr diese Angst hätten nehmen können, gab es kein Hospiz, in dem ihr ein würdevolles Altern UND Sterben ermöglicht worden wäre? Was ich gesehen/gelesen habe, klang jedenfalls nicht so, als habe die Frau diese Alternativen in Betracht gezogen und sich trotzdem zu ihrem Schritt entschlossen. Wenn ein Mensch keine Alternativen mehr im/zum Leben sieht, ist das immer traurig. “Trümmerfeld der Eigengeschichtlichkeit” hat das Jean Amery genannt in seinem Traktat “Hand an sich legen”.
Nicht der Selbstmord/die Selbsttötung als solches ist der Skandal, sondern das Versagen des sozialen Miteinanders. Altenheime haben in Deutschland (und nicht nur hier) den Ruf von seelenlosen Bunkern und Verwahranstalten. Unsere Sozialpolitik, statt zu helfen, erzeugt ein Klima von Angst, mit dem man Menschen in den Tod treibt. Das ist das Problem, das es zu lösen gilt, und nicht die Frage, ob man Giftspritzen in der Apotheke anbieten soll.

Metzelders Bart

Juni 29, 2008 by samstagisteingutertag

Lese ich das richtig? Christoph Metzelder lässt sich bei Meisterschaften immer einen Bart wachsen und wenn alles vorbei ist, rasiert er ihn ab? Den Rest des Beitrags lesen »

Homo-Gen: File not found!

Juni 29, 2008 by samstagisteingutertag

Nicht schon wieder! Aber angesichts der vielen CSD-Paraden, auf denen Lesben und Schwule womöglich feiern, ohne sich tiefergehenden Gedanken zu ergeben, warum sie nun homo geworden sind, ist es verständlich, dass seriöse Wissenschaftler weitergrübeln (ohne zu feiern!). Kurzum: An einem Stockholmer Institut hat man irgendwas (Sexualverhalten) an irgendwem (ein- und zweieiigen Zwillingen) irgendwie (Fragebogen) untersucht und befindet nun Den Rest des Beitrags lesen »

Mahnmal Homosexuellenverfolgung: Immerhin wird gestritten

Juni 25, 2008 by samstagisteingutertag

In der FAZ ist heute ein interessanter Beitrag von Matthias Hannemann zu lesen, der das Berliner Mahnmal zur Homosexuellen-Vefolgung als Fall von Geschichtsklitterung thematisiert. Den Rest des Beitrags lesen »

Vivienne Westwoods bäriges Model

Juni 24, 2008 by samstagisteingutertag

Woof! Da hat Vivienne Westwood aber ein nettes Bärenkerlchen bei der Präsentation ihrer neuen Kollektion 2009 ausgewählt. (Entdeckt hat das Model erst das NYMAG und dann Towleroad.)

Christopher Street Day

Juni 19, 2008 by samstagisteingutertag

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“Christopher Street Day” (Edding/Tusche, 14,7 x 11,5 cm)
von RH 2008

Der Christopher Street Day ist - medial - in den letzten Jahren weltweit durch eine erschreckend einheitliche Foto-Ästhetik “repräsentiert”. Vor blauem Himmel die Tunte, der SM-Ledermann mit dem Lederdoggy an der Leine, nackte Go-Go-Dancers auf den Wagen. Mir war danach, einmal nicht dem schrillen Gleichheitsbrei nachzugeben, und der Feier doch einen anderen Akzent zu geben.

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Büchner-Preis für Josef Winkler

Juni 17, 2008 by samstagisteingutertag

Es war ganz klar, dass dem schwulen Literatur-Redakteur der Welt Tilman Krause die Entscheidung nicht gefallen wird: Mit Josef Winkler erhält in diesem Jahr ein Schriftsteller den Georg-Büchner-Preis, der sich nicht mit der gesellschaftlichen Ächtung, Diskriminierung und letztlich Auslöschung homosexueller Liebe abfinden will. Krause findet das altmodisch, weil er statt eines von ihm dämonisierten „linken“ Schwulentums lieber den neo-konservativen Ansatz verfolgt: Uns geht’s bestens Den Rest des Beitrags lesen »