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Irrungen und Wirrungen – Christoph Heins Roman „Verwirrnis“ über eine homosexuelle Liebe in der DDR

Deutschland, Anfang der fünfziger Jahre: Als Wolfgang und Friedeward, die beiden Protagonisten des Romans, von Friedewards Vater in flagranti miteinander im Bett überrascht werden, versucht Wolfgang die Situation mit Verweis auf Thomas Mann zu retten. Sie hätten doch nur ausprobieren wollen, was sie in Büchern gelesen hätten, etwa in Tonio Kröger oder in Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Die Literatur wird den beiden jungen Männern aber als Ausrede nichts nutzen: Wolfgang muss die Stadt verlassen und auf eine andere Schule gehen, Friedeward wird von seinem Vater Pius (!) blutig gepeitscht. Doch mit den literarischen Verweisen sind gleich zu Beginn Themenfelder benannt, die den neuen Roman von Christoph Hein prägen: der Versuch, Homosexualität (Künstlertum) mit der bürgerlichen Welt zu vereinbaren und die Verstrickung in die gesellschaftlichen Mechanismen von Gewalt, Kontrolle, Unterwerfung.

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