Posts Tagged 'Nationalsozialismus'

Ausstellung zur Verfolgung Homosexueller in der NS-Zeit in Berlin-Spandau

Am Dienstag, 5.4.2011, wird um 14 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Spandau die Ausstellung „Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft – Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit“ eröffnet. Diese knüpft an frühere Projekte des Kulturrings in Berlin an, erweitert aber das Thema um zusätzliche Aspekte. So soll etwa anhand des Anwaltes und späteren Spandauer Bürgermeister Dr. Richard Münch  das Wirken von Rechtsanwälten bei der Verteidigung Homosexueller beleuchtet werden. Auf großformatigen Papierbahnen wird Weiterlesen ‚Ausstellung zur Verfolgung Homosexueller in der NS-Zeit in Berlin-Spandau‘

Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Seit 1996 wird offiziell an diesem Tag den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. In der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages wird am Donnerstag mit Zoni Weisz erstmals ein Vertreter der Sinti und Roma sprechen.
An die verfolgten und ermordeten Homosexuellen erinnern Veranstaltungen u.a. in Berlin und Hamburg-Bramfeld. Weiterlesen ‚Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus‘

65. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwalds

Am heutigen 11. April wurde der Befreiung des KZ Buchenwald durch amerikanische Soldaten vor 65 Jahren gedacht. An der Gedenkfeier nahmen auch etwa hundert Überlebende und US-Veteranen teil.
Das KZ auf dem Ettersberg bei Weimar gehörte zu den größten Lagern auf deutschem Boden. Zwischen 1937 und 1945 waren rund eine Viertelmillion Menschen dort inhaftiert. Die Zahl der Ermordeten wird auf 56.000 geschätzt.
Auf der Internetseite der Gedenkstätte Buchenwald findet sich ein ausführlicher Aufsatz von Wolfgang Röll über die homosexuellen Häftlinge. „Insgesamt kann man von etwa 650 deutschen Homosexuellen ausgehen (ca. 550 mit dem rosa Winkel Gekennzeichnete und weitere ca. 100, die einen anderen Winkel, meisten den grünen, tragen mussten).“ Der grüne Winkel kennzeichnete nach dem perfiden System der Nazis „Berufsverbrecher“. Homosexuelle seien in den Lagern, so Röll, „besonders harten Existenzbedingungen, brutalem Terror und gezielten Mordaktionen der SS ausgesetzt“ gewesen. Dies hing mit der Nazi-Ideologie zusammen, die Männern ihre Homosexualität „austreiben“ wollte. Homosexuelle Häftlinge wurden schweren und schwersten Arbeitskommandos zugewiesen. Schon aufgrund dieser Behandlung kommt Röll zu dem Schluss: „Die Zahl der Toten der Häftlingsgruppe  Homosexuelle war deshalb gemessen an ihrer Gesamtzahl sehr hoch, höher als die der meisten anderen Häftlingsgruppen.“ Für den Sommer 1942 vermutet Röll eine gezielte Mordaktion der SS in Buchenwald. „Von Ende Juni bis zum 20 August ’starben‘  innerhalb von sieben Wochen mindestens 42 homosexuelle Häftlinge. Dies waren fast 40 Prozent der damals im Lager in ‚Schutzhaft‘ befindlichen Homosexuellen.“ (Eine vergleichbare Mordaktion ist vom Sommer 1942 im KZ Sachsenhausen bekannt, dort wurden ca. 200 Häftlinge ermordet.)
Insgesamt geht Röll davon aus, dass von den ca. 650 homosexuellen Häftlingen „mehr als jeder dritte ermordet wurde oder an den unmenschlichen  Bedingungen des Lagers zugrunde ging“. Bei der Befreiung im April 1945 wurden noch 81 Homosexuelle als Überlebende erfasst.

Link: Wolfgang Röll „Homosexuelle Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945 – neue Aspekte der Forschung“ als PDF via Internetseite der Gedenkstätte Buchenwald

Der Kuss des Mahnmals

mahnmal homosexuellenverfolgung (RH/08)

mahnmal homosexuellenverfolgung (RH/08)

mahnmal homosexuellenverfolgung (RH/08)

Heute hatte ich nach arbeitsreichen Tagen Zeit, mir das soeben eingeweihte Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Schwulen und Lesben anzusehen. (Ein ausführlicher Bericht über die Einweihung findet sich bei OndaMaris hier und hier.)


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