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Am Morgen nach Halle

Der „Einzeltäter“ … wer, wenn nicht wir Homosexuellen, wüsste, dass Hass und Gewalt nicht einfach so entsteht, sondern auf eine jahrhundertelange „Tradition“ von homophoben Haltungen zurückgreifen kann und sich durch sie legitimiert glaubt. Der „Einzeltäter“ von Halle, dessen Versuch, eine Synagoge zu stürmen misslang, aber dennoch zum Tod zweier Menschen führte, steht in einer „Tradition“ des Antisemitismus und der Holocaust-Leugnung. Wer oder was bringt einen 27-Jährigen dazu, dass er meint, die Juden wären sein Problem, das er mit Gewalt lösen muss? Doch das Rätseln über den Täter ist nur eine Seite, vielleicht noch nicht einmal die wichtigste.

Es ist mmer leicht, anderen kluge Ratschläge zu geben, wenn die es sind, die im Zweifel eins drauf kriegen. Trotzdem: „Never going back“ heißt ein Slogan der queeren Geschichte – nie wieder zurück in den „Schrank“ des Verheimlichens, des Versteckens, sondern raus in die Öffentlichkeit, sichtbar sein. An diesem Morgen nach der Tat von Halle hoffe ich, dass jüdisches Leben mehr und deutlicher sichtbar wird in Deutschland. Denn bei aller Angst, neben der sachlichen Vermittlung von Geschichtswissen und der Aufklärung über Mechanismen des Stereotyps hilft nur das Miteinander im Alltag, die geschätzte und gepflegte Selbstverständlichkeit des Zusammenlebens, der wohlwollende Blick aufeinander. Never going back!


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