Posts Tagged 'Internationaler Tag gegen Homophobie'

Nachtrag

Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie hat wieder unzählige Gruppen und Aktionen inspiriert, Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. So haben in Berlin mehrere LSBTI-Gruppen bei Prachtwetter einen Regenbogen vor dem Reichstag schweben lassen (Foto unten). Verbunden ist die Aktion mit einer Online-Petition „Die Vielfalt ist ein sicherer Ort für alle“. Um den Kölner Dom tanzten bunte Luftballons, in zahlreichen Städten informierten LSBTI-Gruppen. Sehr viele Zeitungen und Magazine haben den Tag mit Artikeln begleitet. Zu diesem Tag gehören leider auch Nachrichten von Übergriffen auf Aktivist_Innen; queer.de berichtet von Gewalt und Festnahmen etwa in der Ukraine, Georgien und Peru. Da ist es fast schon ein Lichtblick, dass eine Kundgebung in St. Petersburg wohl ohne Intervention durch staatliche Behörden verlaufen konnte.
Als jemand, der vor dem Schreibtisch saß, während andere an diesem Tag rausgingen, vielen Dank für das tolle Engagement. Es bleibt nur nachzutragen, dass eben jeder Tag ein Tag gegen Homophobie ist und sei es einfach dadurch, dass man sich weigert, das feindliche Gebrülle, das Aufstacheln, das Denunzieren anderer mitzumachen. Ein Vorfall in Berlin, bei dem eine Gruppe Männern von anderen Männern attackiert und homophob beleidigt wurde, zeigt einmal mehr, wie der Mechanismus von Ausgrenzung und Hass funktioniert. Die Angegriffenen gaben gegenüber der Polizei an, gar nicht schwul zu sein. Die Täter machen ihre Opfer zu dem, was ihnen, den Täter, vermeintlich das ‚Recht‘ gibt, zuzuschlagen. Und ist es nicht die sexuelle Orientierung, dann das feminine Auftreten, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nationalität, die politische Meinung gegen irgendeinen ‚Führer‘ in der Welt, dann ist es neuerdings auch schlicht die Armut und Bedürftigkeit von Menschen: Immer häufiger werden Obdachlose zum Ziel menschenverachtender Gewalt. Daran nicht zu verzweifeln, sondern weiterhin Flagge für eine andere Haltung gegenüber den Mitmenschen zu zeigen, das ist eine tägliche Aufgabe. Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie war ein Tag der sichtbaren Solidarität, die jeden Tag neu gelebt werden muss.

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Meta-Mitleid – oder: Homophobie ist immer anderswo

In Berlin ist in der Dienstagnacht ein schwules Paar von einer Gruppe von „mindestens fünf Männern“ homophob beleidigt, dann verfolgt und geschlagen worden. Diese Nachricht kann man im „Tagesspiegel“ lesen oder in den Pressemeldungen der Berliner Polizei, wobei der Titel der dortigen Übersicht das homophobe Motiv ausspart. Der heißt – sexuell neutral – „Beleidigt, bedroht, mit Glasflaschen beworfen“. Erst der „Tagesspiegel“ redet Klartext „Angriff auf schwules Paar“.
Schwule Medien haben die Nachricht bislang ausgespart. Dort sind noch die Fragen, ob Madonna Schwulenikone bleiben darf, die neusten Trends beim ESC und Schlümpfe im Tom-of-Finland-Stil vorherrschend. Vielleicht nehmen sie die Nachricht noch auf; aber selbst wenn: Gewalt gegen Schwule und Lesben ist nur eines von vielen Themen im Potpourri, das von Homo-Medien an den Homo-Leser geliefert wird / werden muss. Könnte es sein, dass durch die Vermassung von Nachrichten sowie die Feuilletonisierung von Homophobie ausschließlich als Problem im Fußball-Stadion die tägliche Gewalt, das tägliche Verbrechen aus dem Blick gerät? Weiterlesen ‚Meta-Mitleid – oder: Homophobie ist immer anderswo‘

Ostseebad Binz: Prolls statt Homos

Die Kurverwaltung des Ostseebads Binz hat dem schwul-lesbischen Regenbogenverein Stralsund verboten, an Christi Himmelfahrt einen Infostand zum Internationalen Tag gegen Homophobie auf dem Seebrückenvorplatz aufzubauen. Stattdessen hofiert man lieber diejenigen, die den 17.Mai als „Vatertag“ zum Saufen und Randalieren nutzen möchten. Weiterlesen ‚Ostseebad Binz: Prolls statt Homos‘

Feel Free to Kiss

Küssen ist ja immer gut – und wenn das heute am Internationalen Tag gegen Homophobie alle tun, um gegen Hassverbrechen und für gleiche Rechte zu demonstrieren, ist das auch gut. Am Besten ist es aber, wenn diese zweckgebundene Küsserei auf einen Tag im Jahr beschränkt bleibt. An den übrigen Tagen im Jahr sollte man küssen, weil es Spaß macht. In diesem Sinne: Feel Free to Kiss!

Internationaler Tag gegen Homophobie

Schoner Videoclip zum Internationalen Tag gegen Homophobie!

IDAHO_2009_Video


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