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Von Zärtlichkeit und verletzter Männlichkeit – Rezension zum Film „The Rider“

Wer sich für das Thema Männlichkeit jenseits gängiger diskursiver Schlagworte wie „toxische Männlichkeit“ und „Alphatier“-Revival-Fantasien interessiert, der sollte sich „The Rider“ der Regisseurin Chloé Zhao nicht entgehen lassen: ein stiller Film mit einer eigenen Poesie und Zärtlichkeit.

„The Rider“ ist die Geschichte von Brady Blackburn, ein Rodeo-Reiter, der nach einem Sturz eine schwere Schädelverletzung erleidet. Medizinisch ist die Sache eindeutig: Er muss, wenn er gesunden bzw. weiter leben will, das Reiten aufgeben. Für Brady beginnt eine intensive Auseinandersetzung mit seiner Lebensrealität und seinen Lebensträumen. Am Schluss läuft der Film auf eine Entscheidung zu. Brady, der um seine Identität als Mann/Cowboy ringt, will wieder an einem Rodeo teilnehmen.

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Event und Ergebnislosigkeit – Warum sind die „sozialen“ Netzwerke so inhaltslos?

Der folgende, kurze Text mag etwas kryptisch sein. Er ist dem Unbehagen geschuldet, das mich hinsichtlich „sozialer“ Netzwerke und ihrer Auswirkung auf die LGBT-Community überkommt. Für gewöhnlich beklagt man sich über die Skandalisierung und die Shitstorm-Mentalität, die Plattformen wie Twitter und Facebook ermöglichen. Mit scheint es aber zunehmend so zu sein, dass Inhalt an sich verunmöglicht wird. Wenn irgendwo eine Diskussionsveranstaltung stattfand, dann finde ich bei FB zwar 30 superschöne Fotos, aber keine einzige Zeile darüber, was an Inhalt verhandelt wurde …

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„Girl“ gewinnt Queer Palm von Cannes

Der Debütfilm des Regisseurs Lukas Dhont erzählt die Geschichte der jungen Lara, die von einer Karriere als Ballerina träumt und dafür am Konservatorium in Brüssel die klassische Ausbildung zur Tänzerin durchläuft. Doch nicht nur steht die Prüfung bevor. Lara wartet auch auf den Beginn der geschlechtsangleichenden Operation. Geboren wurde Lara nämlich in einem männlichen Körper. Dies versucht sie vor den anderen Mädchen im Ballett zu verbergen.

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Die Freiheit, miteinander frei zu sein

In den letzten Jahren gab es zwei maßgebliche Erkenntnisse: Verbesserungen, die breite Akzeptanz und wohlgesonnene Toleranz von und gegenüber LGBT, sind möglich und setzen sich durch. Zugleich aber sind die Fortschritte weder geradlinig noch unumkehrbar. Die Aushöhlung demokratischer Rechte durch patriarchale, despotische Herrscher bzw. Regime – teils in mehr oder weniger demokratischen Wahlen legitimiert – bleibt niemals ohne Auswirkungen auf „Minderheiten“ einer Gesellschaft. Nicht alles, was die Gleichstellung von Homosexuellen betrifft, kann rechtlich geregelt werden. Aber ohne die Verankerung im Recht ist alle Gleichstellung, alle Akzeptanz nur willkürlich und letztlich nichts. In Gesellschaften, die wieder auf Abschottung setzen, auf Ausgrenzung von Gruppen, können, selbst wenn sie nicht unmittelbar betroffen sind, am Ende des Tages auch Homosexuelle nicht frei leben. Wo Juden, Frauen, Behinderte, Menschen anderer Nationen attackiert werden, weil ihr So-Sein bereits als Legitimation für Übergriffe gilt, dort gibt es auch für Homosexuelle keine Sicherheit. Unsere Freiheit ist immer auch die Freiheit der anderen. Das solidarische Miteinander von Homo-, Bi-, Inter- und Trans*sexuellen lässt sich nur erstreiten, leben und genießen im solidarischen Miteinander aller. Das lässt sich nicht hintergehen, so schwer die Ausverhandlung dieser Freiheit und dieses Miteinanders im Alltag und Einzelfall auch sein mag. / ©RH

Showdown – Thomas Mohrs Krimi „Mord beim ESC“

Das Finale vom Eurovision Song Contest steht bevor. Passend dazu die jüngste Veröffentlichung in der „Quer Criminal“-Reihe des Querverlags: Thomas Mohrs Kriminalroman „Anders ermittelt – Mord beim ESC“. Der Hamburger Kommissar Anders Lövgren, eigentlich ahnungslos in Sachen ESC, wird eher widerwillig hineingezogen in die Welt der Stars und Sternchen, der musikalischen Völkerverständigung, der vielfältigen Fan-Kultur.

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US-Botschafter Richard Grenell sollte sein Amt sofort aufgeben!

Es ist die Normalität, die wir uns immer gewünscht haben: Richard Grenell, der neue US-Botschafter für Deutschland, wird nicht nur im Weißen Haus im Beisein seines Partners vereidigt, er bringt ihn auch gleich mit zum Bundespräsidenten Steinmeier, wenn er in Berlin seine Akkreditierung erhält.

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Ist „Weniger“ wirklich mehr? Andrew Sean Greers Roman „Mister Weniger“

Um es vorneweg zu sagen: Das grandiose Werk, der „Roman des Jahres“, zu dem manche „Mister Weniger“ hochjazzen, ist der mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Roman des amerikanischen Autors Andrew Sean Greer nicht. Wer mit etwas weniger (sic!) auskommt, der darf sich auf einen schönen, lesbaren und überaus witzigen Roman freuen.

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