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Unruhige Zeiten (auch) auf der Insel – Band 6 von Mayk D. Opiollas „Momentaufnahmen“

So verlässlich wie Weihnachten und Silvester verschönert auch ein neuer Band von Autor und Bloggerkollege Mayk D. Opiolla das Jahresende. Es ist das sechste Jahr, das der Ich-Erzähler der „Momentaufnahmen“auf Langeoog verbracht hat, und in 33 neuen Geschichten und Impressionen kann der Leser mit ihm die Zeit ebenso kurzweilig wie tiefsinnig Revue passieren lassen. (Über die beiden Jahre zuvor bzw. die Bände 4 und 5 kann man hier und hier im Samstag-Blog lesen.)
Man kann fast nicht glauben, dass sich im ersten Band noch der Satz „Ich bin kein gläubiger Mensch“ findet, denn mittlerweile hat sich das religiöse Bekenntnis des Erzählers gefestigt, was keineswegs heißt, dass sich damit auch das Hadern mit der Kirche als Institution erledigt hätte. Nur noch eher sporadisch, wenn auch auf irritierende Weise doch immer wieder der Erwähnung wert, geistert die irdische Liebe mit ihren Enttäuschungen und der Entsagung durch die Erzählungen.

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Wo bleibt die digitale Community?

Wahrscheinlich denken die meisten bei digitaler Community an Dating-Apps und an Internetportale, auf denen steht, wie man zur nächsten Party kommt. Aber vielleicht ginge ja noch etwas mehr, etwas anderes?

Kürzlich gab es in München, in der Reihe Männerakademie des SUB, einen Vortrag, der mich thematisch sehr interessiert hätte: „Selbstinszenierung als Herausforderung schwuler Männlichkeit“. Schade, dachte ich, dass es keinen Live-Stream oder eine öffentlich zugängliche Aufzeichnung gibt.

Warum eigentlich nicht? Das ist jetzt keine Frage/Kritik ans SUB, sondern konzeptionell an „die Zukunft“ „unserer“ „Community“. Dreimal Anführungszeichen, weil natürlich alle drei Begrifflichkeiten problematisch sind. Aber fürs Folgende sei gesagt, dass ich alle drei Begriffe wichtig und die Vorstellung einer lebendigen Gemeinschaft nicht obsolet finde, selbst wenn aktuell so ziemlich alles dagegen spricht.

Und vorneweg: Mir ist klar, dass digitale Community Geld, Equipment und viel Engagement von denen braucht, die sowieso schon was auf die Beine stellen. Also einerseits Mehrarbeit/Mehraufwand, andererseits aber auch die Chance, Diskussionen, Vorträge – schlichtweg: Wissen – über die lokale Community hinaus zugänglich zu machen.

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Geheimnisvoller Edward II.

Autor Markus Dullin ist eigentlich für seine im Querverlag veröffentlichten Kriminalromane bekannt. Mit dem historischen Roman „Wilhelm der Waliser“ wechselt er zwar das Genre, freilich ohne seine Lust an Rätselhaft-Mehrdeutigem aufzugeben. Ausgangspunkt ist ihm der ungeklärte Tod des englischen Königs Edward II. 1327, nachdem dieser gewaltsam zur Abdankung gezwungen worden war. Obwohl offiziell eines natürlichen Todes gestorben, halten sich bis heute zwei andere Gerüchte: Die eine besagt, Edward sei ermordet worden – durch eine glühende Eisenstange, die man ihm in den After schob, um ihn damit auch für seine Homosexualität abzustrafen; die andere, dass er aus der Gefangenschaft befreit und als William le Galeys (Wilhelm der Waliser) durch Europa gereist und schließlich als Einsiedler in der Lombardei gestorben sei. Handelte es sich um den echten Edward oder um einen Hochstapler, der sich als Edward ausgab?

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Der Woof zum Samstag – Todd Alsup

Ein Schmeichler für Ohr und Auge: Der in New York lebende, US-amerikanische Sänger und Songwriter Todd Alsup hat Anfang der Woche einen neuen Titel nebst Video veröffentlicht. „Easy to Love You“ ist, in seiner eigenen Beschreibung, „romantic contemporary R&B/pop jam“. 2012 gewann er mit „The Only Thing“ den OutMusic Award als bester Popsong des Jahres. Sein letztes Album, „Currency“, erschien 2016. Derzeit bereitet er sein neues vor, mit „Easy to Love You“ als vielversprechendem Vorgeschmack …

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Manfred Bruns im Alter von 85 Jahren gestorben

Nachruf von Johannes Kram (Nollendorfblog):

„Der berührende Brief …“ (26.10.2019)

Nachruf von Jan Feddersen (taz):

„Vom ‚Sicherheitsrisiko‘ zum Helden“ (23.10.2019)

Meldung auf queer.de:

„Trauer um Manfred Bruns“ (22.10.2019)

Tagesschau-Interview:

„Der ‚Schwulen-Paragraf‘ musste weg“ (10.3.2019)

Spiegel-Artikel:

„Das wollen wir auch“ (15.12.2015)

Twitter-Meldung der Hirschfeld-Stiftung:

Am Morgen nach Halle

Der „Einzeltäter“ … wer, wenn nicht wir Homosexuellen, wüsste, dass Hass und Gewalt nicht einfach so entsteht, sondern auf eine jahrhundertelange „Tradition“ von homophoben Haltungen zurückgreifen kann und sich durch sie legitimiert glaubt. Der „Einzeltäter“ von Halle, dessen Versuch, eine Synagoge zu stürmen misslang, aber dennoch zum Tod zweier Menschen führte, steht in einer „Tradition“ des Antisemitismus und der Holocaust-Leugnung. Wer oder was bringt einen 27-Jährigen dazu, dass er meint, die Juden wären sein Problem, das er mit Gewalt lösen muss? Doch das Rätseln über den Täter ist nur eine Seite, vielleicht noch nicht einmal die wichtigste.

Es ist mmer leicht, anderen kluge Ratschläge zu geben, wenn die es sind, die im Zweifel eins drauf kriegen. Trotzdem: „Never going back“ heißt ein Slogan der queeren Geschichte – nie wieder zurück in den „Schrank“ des Verheimlichens, des Versteckens, sondern raus in die Öffentlichkeit, sichtbar sein. An diesem Morgen nach der Tat von Halle hoffe ich, dass jüdisches Leben mehr und deutlicher sichtbar wird in Deutschland. Denn bei aller Angst, neben der sachlichen Vermittlung von Geschichtswissen und der Aufklärung über Mechanismen des Stereotyps hilft nur das Miteinander im Alltag, die geschätzte und gepflegte Selbstverständlichkeit des Zusammenlebens, der wohlwollende Blick aufeinander. Never going back!

Bayern erhält Beratungsstelle für Betroffene von homophober Gewalt

Bayern erhält eine Online- und Telefonberatung für schwule, bisexuelle und queere Männer*, die Opfer von Gewalt wurden. Das meldet das Sub, Münchens schwules Kommunikations- und Kulturzentrum. Im Lichte der aktuellen Berichte über gewalttätige Schläger auf dem Oktoberfest, die in ihrem Hass auf Homosexuelle auf alles einprügeln, was ihrer Ansicht nach schwul aussieht, erscheint die Notwendigkeit und Dringlichkeit eines solchen Angebots besonders deutlich. Wie das Sub in einer Pressemitteilung vom 4. Oktober 2019 schreibt: Weiterlesen ‚Bayern erhält Beratungsstelle für Betroffene von homophober Gewalt‘


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