Archive for the 'Transgender' Category

„Armutssafari“ und die drei verbotenen A-Wörter der schwulen Welt

Wenn es ein Thema gibt, das bei Homosexuellen noch hinter Aids und Alter liegt, dann ist es das Thema Armut. Homosexualität in Deutschland, das ist die Homosexualität einer wohlhabenden, oberen Mittelschicht. Die heute gefeierte Gleichstellung verdankt sich einerseits liberalen Umbrüchen im Zuge der 68er, aber auch dem wirtschaftlichen Aufstieg des Landes in den siebziger wie, weitaus mehr, achtziger Jahren. Flexibel, mobil, anständig – das machte Homosexuelle, speziell Schwule, ideal für die Erfordernisse einer globalen Wirtschaft; Dinkies – Double Income, no Kids -, waren und sind ideal für eine auf permanenter Konsumsteigerung basierenden Wirtschafts-form. Was als Kritik an der Gesellschaft begann, ist inzwischen zu ihrer größten Affirmation geworden.

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Nichts, worüber man sich aufregen müsste

Wir wollen die gute Nachricht nicht verschweigen, sie ist bei queer.de zu finden: 86% der Berliner halten Homosexualität für „etwas völlig Normales“. So „normal“ wie die Gewalt gegen Homosexuelle und gegen Trans*Menschen, die dann wohl irgendwie aus dem Pool der übrigen 14% kommen muss. Und das in steigender Zahl, wie es scheint:

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Älterwerden – Im Nirwana des 50+

50+ ist ein Label, mit dem neuerdings eine Zäsur im Leben auch von queeren Menschen, von Schwulen, Transgender, Lesben, markiert wird. 50+ reagiert auf den eigentlich nicht wirklich überraschenden Umstand, dass Menschen älter werden. Dass Älterwerden zum Thema wird, liegt einerseits daran, dass sich unser System der staatlichen Fürsorge auf den demografischen Wandel, den wachsenden Anteil von älteren/alten Menschen an der Bevölkerung, einstellen muss. Zum anderen ist es im Interesse einer Konsum-Industrie auf diese Veränderungen zu reagieren und ihre Angebote gezielt für diese „neue“ Verbrauchergruppe vermarkten zu können. Wenn Älterwerden zum Thema wird, dann auch, weil ein an sich natürlicher biologischer Vorgang in immer schärfere Konkurrenz zum gesellschaftlichen Ideal des allzeit jugendlichen, mobilen, flexiblen Körpers tritt, der sich bereitwillig selbst optimiert, um den Anforderungen von Markt und Gesellschaft zu genügen.

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Älterwerden – ein Projekt für die queere Community

Die BBC berichtet über ein Projekt der britischen LGBT Foundation in Greater Manchester. „Pride in Ageing“ zielt darauf ab, soziale Isolation zu überwinden und den Zugang zu integrativen Wohn- und Pflegemöglichkeiten für Menschen über 50 Jahren zu gewährleisten. Das Projekt soll, „die positiven Aspekte der LGBT-Persönlichkeit im mittleren bis fortgeschrittenen Leben feiern“. Menschen sollen zusammengebracht und befähigt werden, eine aktive Gemeinschaft aufzubauen.

Hintergrund sind Studien, nach denen etwa 60% der LGBT-Betroffenen über 50 Jahre in der Region nicht glauben, dass die Sozialfürsorge- und Unterstützungsdienste in der Lage sein würden, ihre speziellen Bedürfnisse zu verstehen und ihnen gerecht werden zu können. Generell wird davon ausgegangen, dass LGBT über 50 Jahre einem viel höheren Risiko der Isolation ausgesetzt sind.

Schauspieler Sir Ian McKellen unterstützt das Projekt: „You want to feel you are surrounded by, at least, friendship and, on occasions, love and respect and all those things can be missing if people slip back into the old attitudes.“ (Du möchtest fühlen, dass du von, zumindest, Freundschaft und, gelegentlich, Liebe und Respekt umgeben bist. All das fehlt, wenn Menschen in die alten Verhaltensmuster verfallen.) Wobei McKellen speziell die Generation im Blick hat, die wegen der Kriminalisierung und Strafverfolgung gezwungen war, über ihre Homosexualität zu schweigen, und nun, aufgrund sozialer Isolation im Alter, wieder schweigt.

Anders als in Deutschland nimmt man in Großbritannien Themen wie Alter, Einsamkeit schon länger in den Blick, auch hinsichtlich der Situation von LGBT. Erstaunlich ist, dass man sich ihnen – very british – sehr pragmatisch und unaufgeregt nähert. Mein erster (Facebook-)Gedanke zum Projekt „Pride in Ageing“ – ohne viele Details zu kennen – war: Es wäre ein in der Tat gutes und großes und sinnvolles Projekt für die Community hierzulande in all ihren Buchstaben: Ältere als Teil der Szene bejahen und ihnen nicht ständig das Gefühl zu geben, nicht mehr erwünscht zu sein. Und für die Älteren: den Mut haben, weiterhin am Leben in der Szene und der Community teilzuhaben und sich nicht zurückzuziehen.

Bloß nichts wegnehmen lassen!? Die Angst der Schwulen vor dem Queeren

eine erste Annäherung mit vielen Fragen …

Eine Angst geht um unter den Schwulen der Republik. Die Angst, die Leistungen der Schwulenbewegung würden nicht mehr gewürdigt, ja sogar verleugnet; die Angst, von Queerfeministinnen diskriminiert und gezielt aus bestimmten Institutionen, wie etwa dem (noch) Schwulen Museum, ausgeschlossen zu werden. Queer ist das neue schwul, aber weitaus schlimmer: Schwule Männer müssten sich von Queers als „schwul“ im Sinne von altmodisch, reaktionär, rassistisch beleidigen lassen. Mit Kampfbegriffen wie „toxische Männlichkeit“ und „alte weiße Männer“ werde Hetze gegen die einst selbstbewusste schwule Identität, gegen ein gutes männliches Körpergefühl betrieben.

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Der Woof zum Samstag: Some Penguins Are Gay

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Das Jahr der Singles

Der / die / das Homosexuelle existiert mittlerweile nur noch als Ehepaar. Ist er/sie Single, dann bleibt auch die sexuelle Orientierung unsichtbar.

Das lässt sich aktuell am Nachruf auf Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben in der Tagesschau bzw. auf tagesschau.de nachvollziehen. Er war nicht verheiratet, also bleibt seine Homosexualität (mit der er selbst nach dem Outing durch Inge Meysel offen umging) unerwähnt. „Ich hatte noch nie eine feste Beziehung, nur lockere. Ich habe keinen getroffen, mit dem ich mein Leben verbringen wollte.“ Dieser Satz in einem Interview von 2006 – warum sollte er nicht in einem öffentlich-rechtlichen Nachruf auftauchen? Er lebte also allein – hatte aber, wie es scheint, durchaus Freundinnen und Freunde. Damit dürfte Wieben dem Gros der Schwulen entsprechen.

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