Archive for the 'Schwule Welt' Category

„Die Terminologie des Schreibens hat weh getan“ Stuttgarts OB Kuhn entschuldigt sich

Da auch ich Stuttgarts OB Fritz Kuhn im Zusammenhang mit dem drohenden Aus für das „Eagle“ kritisiert habe und den Grünen Doppelmoral vorwerfe, sei der Korrektheit halber dies noch nachgetragen:

In einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt Stuttgart vom 7.1.2020 hat sich der Grünen-OB für den Umgang mit dem „Eagle“, speziell für eine Formulierung, von der schwulen Bar ginge eine „Gefahr für die Stittlichkeit“ aus, entschuldigt:

„Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte am Rande einer Pressekonferenz betont, dass ‚Stuttgart eine weltoffene Stadt sei, in der auch Homosexuelle Treffpunkte finden. Die Terminologie des Schreibens hat weh getan, dafür möchte ich mich entschuldigen.‘ Die Fachämter würden zeitnah mit dem Betreiber sprechen.“

Es wurde ein Gespräch mit den Betreibern der Kneipe angekündigt. Die Suche nach einer Lösung war bereits am 5.1. vom Pressesprecher der Stadt in einer Twitter-Nachricht angedeutet worden. Man wird abwarten müssen, was genau geschehen wird.

Chance für das „Eagle“? Stadt Stuttgart reagiert auf Kritik

Das mögliche Aus der Stuttgarter Kneipe „Eagle“ durch Auflagen der Stadtverwaltung, in denen auch die „Sittlichkeit“ des Lokals als fragwürdig bezeichnet wird, hat ein großes Echo in den sozialen Medien und auch in der Presse gefunden. In die Empörung mischte sich – wie auch in meinem Artikel – Wut und Verärgerung über den Grünen-OB Fritz Kuhn bzw. die Grünen oder „die Politik“ als solches. Nun aber hat die Stadt Stuttgart mit einer Twitter-Nachricht auf die Situation reagiert:

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Stuttgarter „Eagle“ vor dem Aus – Wie die Stadtpolitik der Grünen die Szene bedroht

Nachdem man im Mai im Stuttgarter „Eagle“ noch das 30-Jährige gefeiert hatte, bleiben mit dem Jahreswechsel die Türen dicht. Geplant war, nachdem die bisherigen Geschäftsführer Heinz und Jürgen in Ruhestand gegangen waren, die Bar „unter neuer Geschäftsleitung mit einem hochmotivierten Team und frischen Ideen“ weiterzuführen. Doch eine neue Gaststättenerlaubnis sei erst am Montag, den 30 Dezember mit einer langen Liste von Auflagen ausgestellt worden. Diese mache einen Weiterbetrieb „unmöglich“.

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Wo bleibt die digitale Community?

Wahrscheinlich denken die meisten bei digitaler Community an Dating-Apps und an Internetportale, auf denen steht, wie man zur nächsten Party kommt. Aber vielleicht ginge ja noch etwas mehr, etwas anderes?

Kürzlich gab es in München, in der Reihe Männerakademie des SUB, einen Vortrag, der mich thematisch sehr interessiert hätte: „Selbstinszenierung als Herausforderung schwuler Männlichkeit“. Schade, dachte ich, dass es keinen Live-Stream oder eine öffentlich zugängliche Aufzeichnung gibt.

Warum eigentlich nicht? Das ist jetzt keine Frage/Kritik ans SUB, sondern konzeptionell an „die Zukunft“ „unserer“ „Community“. Dreimal Anführungszeichen, weil natürlich alle drei Begrifflichkeiten problematisch sind. Aber fürs Folgende sei gesagt, dass ich alle drei Begriffe wichtig und die Vorstellung einer lebendigen Gemeinschaft nicht obsolet finde, selbst wenn aktuell so ziemlich alles dagegen spricht.

Und vorneweg: Mir ist klar, dass digitale Community Geld, Equipment und viel Engagement von denen braucht, die sowieso schon was auf die Beine stellen. Also einerseits Mehrarbeit/Mehraufwand, andererseits aber auch die Chance, Diskussionen, Vorträge – schlichtweg: Wissen – über die lokale Community hinaus zugänglich zu machen.

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Manfred Bruns im Alter von 85 Jahren gestorben

Nachruf von Johannes Kram (Nollendorfblog):

„Der berührende Brief …“ (26.10.2019)

Nachruf von Jan Feddersen (taz):

„Vom ‚Sicherheitsrisiko‘ zum Helden“ (23.10.2019)

Meldung auf queer.de:

„Trauer um Manfred Bruns“ (22.10.2019)

Tagesschau-Interview:

„Der ‚Schwulen-Paragraf‘ musste weg“ (10.3.2019)

Spiegel-Artikel:

„Das wollen wir auch“ (15.12.2015)

Twitter-Meldung der Hirschfeld-Stiftung:

Am Morgen nach Halle

Der „Einzeltäter“ … wer, wenn nicht wir Homosexuellen, wüsste, dass Hass und Gewalt nicht einfach so entsteht, sondern auf eine jahrhundertelange „Tradition“ von homophoben Haltungen zurückgreifen kann und sich durch sie legitimiert glaubt. Der „Einzeltäter“ von Halle, dessen Versuch, eine Synagoge zu stürmen misslang, aber dennoch zum Tod zweier Menschen führte, steht in einer „Tradition“ des Antisemitismus und der Holocaust-Leugnung. Wer oder was bringt einen 27-Jährigen dazu, dass er meint, die Juden wären sein Problem, das er mit Gewalt lösen muss? Doch das Rätseln über den Täter ist nur eine Seite, vielleicht noch nicht einmal die wichtigste.

Es ist mmer leicht, anderen kluge Ratschläge zu geben, wenn die es sind, die im Zweifel eins drauf kriegen. Trotzdem: „Never going back“ heißt ein Slogan der queeren Geschichte – nie wieder zurück in den „Schrank“ des Verheimlichens, des Versteckens, sondern raus in die Öffentlichkeit, sichtbar sein. An diesem Morgen nach der Tat von Halle hoffe ich, dass jüdisches Leben mehr und deutlicher sichtbar wird in Deutschland. Denn bei aller Angst, neben der sachlichen Vermittlung von Geschichtswissen und der Aufklärung über Mechanismen des Stereotyps hilft nur das Miteinander im Alltag, die geschätzte und gepflegte Selbstverständlichkeit des Zusammenlebens, der wohlwollende Blick aufeinander. Never going back!

„Armutssafari“ und die drei verbotenen A-Wörter der schwulen Welt

Wenn es ein Thema gibt, das bei Homosexuellen noch hinter Aids und Alter liegt, dann ist es das Thema Armut. Homosexualität in Deutschland, das ist die Homosexualität einer wohlhabenden, oberen Mittelschicht. Die heute gefeierte Gleichstellung verdankt sich einerseits liberalen Umbrüchen im Zuge der 68er, aber auch dem wirtschaftlichen Aufstieg des Landes in den siebziger wie, weitaus mehr, achtziger Jahren. Flexibel, mobil, anständig – das machte Homosexuelle, speziell Schwule, ideal für die Erfordernisse einer globalen Wirtschaft; Dinkies – Double Income, no Kids -, waren und sind ideal für eine auf permanenter Konsumsteigerung basierenden Wirtschafts-form. Was als Kritik an der Gesellschaft begann, ist inzwischen zu ihrer größten Affirmation geworden.

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