Archive for the 'Schwule Welt' Category

Auf dem Weg ins neue Jahr liegt der Unerledigt-Stapel

Tick, Tick, Tick … Der Druck wächst, in den letzten Stunden des Jahres noch alles abzuschließen, den Stapel Unerledigtes wenigstens zu minimieren. Rasch noch die losen Beziehungsfäden, die wenigen, die entstanden, aufheben, verknüpfen. Dabei will ich gar nicht zurückdenken an dieses Jahr, das ein vergebliches war. Ich ignoriere den Aufschrei, das Jahr sei so schlimm gewesen, weil so viele Promis starben (schwule Ikonen von David Bowie über Prince bis George Michael). Das also ist es, was den Leuten ein Jahr verdirbt? Dann kann der Rest ja nicht so schlimm gewesen sein.

Zum Jahresende in Berlin werden wieder vermehrt Übergriffe auf Homosexuelle gemeldet. Kein Terroranschlag in diesem Jahr – allesamt auch Anschläge auf unsere, meine Art zu leben, zu fühlen, zu sehnen, zu lieben -, kein Terroranschlag lässt die Schlägertrupps des Alltags innehalten. Gewalt gegen schutzsuchende Flüchtlinge, gegen Frauen, die die Treppe zur U-Bahn hinabgehen, gegen Juden, die in Berlin nicht mehr wagen, Kippa zu tragen. Nicht erst in diesem Jahr eine Unerträglichkeit. Eine breite Mehrheit verurteilt solche Gewalt. Ein sich verfestigender Prozentsatz bejubelt allerdings die Aktionen gegen all das, „was nervt“, und schiebt den Opfern eine Mitschuld zu: Warum muss ein Mann auch Frauenklamotten tragen? Die liberale Gegenfrage – Warum auch nicht? – dringt mitunter gar nicht mehr durch gegen die dumpfe Sehnsucht nach „Ordnung“.

Also jetzt noch schnell anschreiben gegen diese Gewalt, gegen jede Gewalt, gegen eine drohende Veränderung? Anschreiben gegen die eigene Trägheit, Bequemlichkeit der letzten Monate – und diese dabei gleich den anderen unterstellen? Eine Auswahl aus dem Unerledigt-Stapel, die als „Merkzettel“ ins neue Jahr mitgenommen wird, und eine Erinnerung …

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„Die nie vergessene Angst …“ – Didier Eribons Buch „Rückkehr nach Reims“ über Herkunft und Homosexualität

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Über Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“ sind schon so viele lobende Rezensionen geschrieben worden, dass sich eine weitere fast erübrigt. Das Buch nicht im Samstag-Blog zu besprechen, wäre allerdings ein echtes Versäumnis. Es hat mich sehr beeindruckt – sowohl auf einer persönlichen Ebene als auch hinsichtlich seiner politisch-sozialen Dimension. „Rückkehr nach Reims“ ist einerseits Autobiografie und zugleich Essay und Studie über den Zusammenhang von Herkunft, Homosexualität und aktueller neokonservativer Wende in Frankreich …

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Berliner Manifest für eine emanzipatorische, solidarische Gesellschaft

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Mit einem Berliner Manifest wenden sich jetzt mehr als zweihundert Erstunterzeichner_innen gegen jede Vereinnahmung sexueller Minderheiten durch Rechtspopulist_innen. Gefordert wird zudem das Ende der Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans* und Inter* im Recht und im Alltag und der Einsatz aller Bürger*innen für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Zu den Unterstützer_innen gehören unter anderem Schauspielerin Maren Kroymann, Comiczeichner Ralf König, der Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, LSVD-Bundesvorstand Axel Blumenthal, der ehemalige Bundesanwalt Manfred Bruns, Ilona Bubeck und Jim Baker vom Querverlag, das Team von queer.de, zahlreiche Journalist_innen wie Jan Feddersen (taz), Axel Schock, Tania Witte. Auch ich habe den Aufruf unterzeichnet. Nachfolgend das Berliner Manifest im Wortlaut.

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Streifzug durchs Stadtfest

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Streifzug durchs lesbisch-schwule Stadtfest, vorbei an den kirchlichen Ständen – mit der Predigt aus dem Eröffnungsgottesdienst im Sinn und der Verheißung „der Ewigen“ für die Zukunft auf dem Papierzettel.
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Zur Kritik am Berliner LSVD

Der LSVD Berlin-Brandenburg, geführt von Jörg Steinert, steht nach der Gedenkfeier am Brandenburger Tor für die Opfer des Massakers im Pulse-Club in Orlando in der Kritik. Was wie eine kleinliche Detailfrage erscheint, ist leider ein generelles Problem der queeren Hauptstadt, deren Vielfältigkeit zu lange durch einen einzigen Verband monopolisiert und ausgebeutet wird. Und nur um diesen Punkt geht es im Folgenden:

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Der Woof zum Samstag – „ΔΙΠΛΑ ΣΟΥ“

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Schon lange keinen Woof mehr verteilt. Aber dieser Videoclip verdient einen, denn er wird von den Machern erste landesweite Kampage Griechenlandes gegen die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung bezeichnet. „ΔΙΠΛΑ ΣΟΥ / An deiner Seite“ kommt ohne Worte aus, allerdings nicht ganz ohne Klischee – aber so ist das nun mal, wenn wir halt alle heiraten wollen. Vorher wird es dann aber noch unerwartet traurig im Video …

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Community als Heimat und Aufgabe – Rezension zu Ariane Rüdigers Interviewsammlung „Es gibt noch viel zu tun …“

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Nicht, dass es den Rückzug Volker Becks gebraucht hätte, um das Buch „Es gibt noch so viel zu tun …“ von Ariane Rüdiger empfehlenswert zu machen. Doch wo plötzlich die Frage im Raum steht, wie es um die politische Nachfolge eines so maßgeblichen Vorkämpfers für die Rechte von Schwulen, Lesben und Trans*-Personen bestellt ist, erweist sich die im Querverlag erschienene Sammlung von 36 Interviews mit Macherinnen und Machern der LGBTIQ-Bewegung als idealer Fundus für eine Bestandsaufnahme: Was war, was ist, was wird aus der Community?

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Das Buch zum Blog

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