Archive for the 'Schwule Welt' Category

Älterwerden – Im Nirwana des 50+

50+ ist ein Label, mit dem neuerdings eine Zäsur im Leben auch von queeren Menschen, von Schwulen, Transgender, Lesben, markiert wird. 50+ reagiert auf den eigentlich nicht wirklich überraschenden Umstand, dass Menschen älter werden. Dass Älterwerden zum Thema wird, liegt einerseits daran, dass sich unser System der staatlichen Fürsorge auf den demografischen Wandel, den wachsenden Anteil von älteren/alten Menschen an der Bevölkerung, einstellen muss. Zum anderen ist es im Interesse einer Konsum-Industrie auf diese Veränderungen zu reagieren und ihre Angebote gezielt für diese „neue“ Verbrauchergruppe vermarkten zu können. Wenn Älterwerden zum Thema wird, dann auch, weil ein an sich natürlicher biologischer Vorgang in immer schärfere Konkurrenz zum gesellschaftlichen Ideal des allzeit jugendlichen, mobilen, flexiblen Körpers tritt, der sich bereitwillig selbst optimiert, um den Anforderungen von Markt und Gesellschaft zu genügen.

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Essen als Bedrohung – In „Ich habe es satt“ thematisiert Nils Binnberg Körperscham und krankhaften Kontrollzwang

„Da traf mich sein Blick. Vielmehr traf sein Blick meinen Bauch. Prüfend.“ Der Blick des Freundes und die Waage sind die Auslöser, die Autor Nils Binnberg bewegen, eine Diät zu beginnen. So weit, so trivial, so nahezu jedem vertraut. Nur dass sich bei Nils Binnberg die Suche nach dem perfekten Weg zum Abnehmen zur Sucht nach gesundem Essen wird. Selbst ein Name hat sich für die daraus resultierende Essstörung schon gefunden: „Orthorexie“. Nils Binnberg wird zum „Kontrollfreak, zerrissen zwischen Zwang und Scham“, getrieben von einem „obsessiven Wunsch nach Schlankheit und Körperkontrolle“. Zuletzt isst er nur noch fünf Lebensmittel: Räucherlachs, Avocado, Fleisch, Salat und ein paar Nüsse.

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Laguz – Aus der noch zu schreibenden Erzählung „Die Liebenden“

Freitagmorgen. Ich ziehe im Schwimmbad meine Bahnen. Am Beckenrand wird der Nachwuchs gerade von den Eltern abgerichtet: abtauchen und apportieren. Der Vater wirft einen schwarzen Ring ins Wasser, der Junge muss ihn dann vom Boden heraufholen und der Mama überreichen. Die übergibt ihn dann wieder ihrem Ehemann, damit er ihn erneut versenken kann.

Es sind nicht allzu viele Schwimmer im Becken, darunter auch das unvermeidliche Frauenpaar, das andächtig, Köpfchen in die Höh, nebeneinander vorwärts plantscht – und zwar in genau in einem solchen Abstand, dass man weder in der Lücke zwischen beiden durch-, noch problemlos um sie herumschwimmen kann. Alle anderen drehen scheinbar solo, jedenfalls ohne Gesprächspartner an der Seite, ihre Runden.

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Queer Lion 2018 für Film aus Guatemala

Der „Queer Lion“, der queere Filmpreis im Rahmen des Filmfestivals von Venedig, geht 2018 an einen Film aus Guatemala. „José“ erzählt vom 19-jährigen Titelhelden (Darsteller: Enrique Salanic), der mit seiner 50-jährigen Mutter (Ana Cecilia Mota) in Guatemala lebt. Es ist ein hartes Leben in einem armen und stark von Religion geprägten Land. Während er die von seiner Mutter zubereiteten Sandwiches austrägt und verkauft, sucht José via Smartphone nach gelegentlichen Sex-Dates. Als er Luis (Manolo Herrera), trifft, scheint mehr daraus zu werden.

„Die enge Beziehung von Mutter und Sohn“, so der in China geborene, in den USA lebende Regisseur Li Cheng, „ist ein Schlüsselthema der Latino-Kultur – eine traditionelle Moralität, die neben extremem Machismo, Gewalt und Religiosität exisitiert.“

Die Jury begründete die Entscheidung für den Preis an „José“ so: “Einfühlsam geschrieben und wunderschön in Szene gesetzt, zeigt dieses leidenschaftliche Porträt eines jungen Mannes auf der Suche nach emotionaler Erfüllung, die Komplexität einer gleichgeschlechtlichen Beziehung vor dem Hintergrung des rauen Lebens im gegenwärtigen Guatemala.“

Link zu Trailer bei „YouTube“ / „José“ in der „IMDb“

Seit 2007 werden Filme, die das Leben von Schwulen, Lesben, Bi-, Transsexuellen, Transgender exemplarisch thematisieren, durch den Queer Lion ausgezeichnet. Frühere Preisträger waren „Danish Girl“ (2015) oder „Philomena“ (2013). / ©RH

US-Botschafter Richard Grenell sollte sein Amt sofort aufgeben!

Es ist die Normalität, die wir uns immer gewünscht haben: Richard Grenell, der neue US-Botschafter für Deutschland, wird nicht nur im Weißen Haus im Beisein seines Partners vereidigt, er bringt ihn auch gleich mit zum Bundespräsidenten Steinmeier, wenn er in Berlin seine Akkreditierung erhält.

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Räume des Begehrens und Aufbegehrens – Zu zwei Ausstellungen im Schwulen Museum*

„Schmutziger“ Sex in engen Pissoirs und „reine“ Gedanken in der akademischen Welt. Was beides verbindet, das zeigen zwei Ausstellungen im Schwulen Museum* in Berlin …

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Samstag oder Algorithmus? Über das Schwulsein im Datenstrom

Ist Samstag immer noch ein guter Tag zum Schwulsein? Im Zeitalter des Streams ist das natürlich nicht mehr so sicher.

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