Archive for the 'Schwule Welt' Category

Am Morgen des Heiligen Abends

weihnachtsbaumkugel_rhEin grauer Morgen am Heiligen Abend. Es regnet leicht. Ich trinke Kaffee. Eigentlich muss ich heute nicht mehr raus, ich habe alles eingekauft, was ich für das lange Weihnachtswochenende brauche. Auch die kleinen „Pflichten“ sind erledigt: Schon letzte Woche habe ich 2 Päckchen zur Post gebracht, Anfang dieser Woche Weihnachtsbriefe und Weihnachtspostkarten verschickt. Einer Freundin habe ich am Mittwoch noch Plätzchen, Äpfel und Clementinen vorbeigebracht, mit einem schwulen Freund noch einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Schloss getrunken. Donnerstag war ich mit meinem Schwager im Restaurant essen; er nahm die kleine Geschenktüte mit Plätzchen, Weihnachtstee und ein paar Gläschen vegetarischer Brotaufstrich für meine Schwester mit, als er abends mit der Bahn nach Süddeutschland zurückfuhr. Der gestrige Yoga-Kurs fiel wegen Erkrankung der Leiterin aus. Schade, ich hätte sie und „die Jungs“ der Yoga-Truppe gern nochmal gesehen vor dem Fest. Vielleicht wären wir anschließend auch zusammen noch was trinken gegangen. Darf nicht vergessen, Anfang Januar den Beitrag für ein weiteres Jahr im queeren Sportverein zu überweisen!

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Dunkelheit – Wird sich durch Sparmaßnahmen auch das queere Nacht-Leben ändern?

StraßenaterneUm Energie zu sparen, wird in vielen Städten derzeit damit begonnen, nächtliche Beleuchtungen abzuschalten. Was heißt das für die queere Szene, die sich ja zu einem wesentlichen Teil über das Nachtleben definiert? Künftig mehr Kaffee und Kuchen am Nachmittag anstatt Kneipenbier nachts um drei? Wie steht es um die Sicherheit? Bedeuten dunklere Wege mehr Überfälle auf Lesben, Schwule, Trans*Personen? Könnten die notwendigen Sparmaßnahmen zu verändertem Verhalten führen, durchaus auch in einem positiven Sinne?

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Ungewöhnliche Häufung von Infektionen mit Affenpocken in Europa

Das Auftreten von Affenpocken löst derzeit Beunruhigung, möglicherweise auch Erinnerungen an den Ausbruch der HIV-Pandemie Anfang der 1980er-Jahre aus. In Sprache und Bild werden von manchen Medien Verbindungen zu einer „Schwulenkrankheit“ geknüpft. Hier eine Zusammenstellung, was (mir) derzeit bekannt ist:

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Verbundenheit! „Aids als kollektives Trauma“ von Patrick Henze-Lindhorst betrachtet schwule Geschichte(n) und berührt zentrale Fragen von heute

Cover_AidsalskollektivesTraumaWas ist es, das die schwule Welt zusammenhält? Das war die Ausgangsfrage für das Büchlein (und Blog-Namensgeber) „Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein“; dies auch vor dem Hintergrund des Gefühls einer schwindenden Diskriminierung und wachsenden Akzeptanz von LGBT durch die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft. Was vereint uns über eine geteilte sexuelle Orientierung hinaus, wenn „der äußere Feind“ abhandenkommt?**
Positive Antworten sind bis heute rar. Umso interessanter ist es, dass Patrick Henze-Lindhorst als Anlass für seinen im Querverlag erschienenen Essay „Aids als kollektives Trauma“ die Annahme formuliert, „dass es doch etwas Kollektives geben könnte, das ‚uns‘ Schwule verbindet“.

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Braucht es eine Kryptowährung für LGBTQ?

Maricoin_LGBT-KryptowährungMit einer LGBTQ-Kryptowährung ist es möglicherweise wie mit queeren Weihnachtsmärkten: braucht niemand wirklich, wäre aber auch seltsam, wenn es sie nicht gäbe.

Nach einem Test mit zehn Unternehmen im queerem Viertel Madrids soll nun die digitale Währung „Maricoin“ eingeführt werden – ein Wortspiel aus dem spanischen Wort „Maricon“ für „Schwuchtel“ und dem englischen Wort „Coin“ für „Münze“. Die virtuellen Transaktionen sollen „trans“ heißen! Mitgegründet hat das Ganze der spanische Friseur und Unternehmer Juan Belmonte. Finanziell gestützt wird das Projekt von einer in Miami ansässigen Risikokapitalfirma, Borderless Capital. „Maricoin“ soll als Zahlungsmittel weltweit eingesetzt werden können, vorzugsweise von Unternehmen wie Hotels, Restaurants, Cafés. Sie alle sollen zuvor ein „equality manifesto“ unterzeichnen und dadurch ihre Unterstützung für die Rechte von LGBTQ zusichern. Die Gründer wollen die wirtschaftliche Macht der Community nützen, um die Welt zu verbessern.

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Zum Thema Verantwortungsgemeinschaft

GemeinschaftNicht-eheliche Verantwortungsgemeinschaften sollen künftig gesetzlich geregelt und abgesichert werden, das hat der neue Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) passend zu Weihnachten angekündigt. Vieles daran erinnert an die Debatte um die „Homo-Ehe“ Ende der neunziger, Anfang der zweitausender Jahre. Warum nicht die Chance nutzen und auch in der LGBT-Community wieder und mit gewachsenem Selbstbewusstsein über Formen des Zusammenlebens jenseits der Ehe nachzudenken?
Dazu mehr in meinen Beitrag für das „kreuz&queer“-Blog auf evangelisch.de

November

HerbstblattGleich den letzten Blättern vom Baum fallen derzeit Unmengen von Artikeln und Podcasts zum Thema Depression, Einsamkeit, psychische Gesundheit, Suizid, Alter und Tod auf uns herab. Und kaum eine Verlautbarung kommt ohne den Rilke-Klassiker „Wer jetzt allein ist, der wird es lange bleiben!“ aus – das ist zwar kompletter Blödsinn, aber so als Tritt in die Weichteile der kuschelbedürftigen Seele verfehlt es seine Wirkung nie. Es ist November – und über die letzten Jahre hat es sich etabliert, dass eine breite mediale Phalanx die traurigen Themen abhakt, bevor dann im Dezember die gleichen, deren Einsamkeit einen gerade so sehr berührt hat, mit Bildern trauter und exklusiver Familien-Harmonie unterm Weihnachtsbaum torpediert werden.

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