Archive for the 'schwul' Category

Akademie Waldschlösschen braucht Unterstützung

Auch die Akademie Waldschlösschen nahe Göttingen gerät durch die Corona-Pandemie in Not. Heute wurde ein Spendenaufruf gestartet. „Durch nicht stattfindende Seminare brechen uns die Einnahmen aus Teilnahmebeiträgen sowie aus dem Hotel-Bereich weg“, heißt es auf der Internetseite. Konkret geht es um die Summe von 74.000 € für die nächsten zwei Monate, um die Existenz zu sichern. In einem Video auf YouTube erklärt Rainer Marbach vom Vorstand der gemeinnützigen Stiftung die Situation.

Spenden kann man über die Spendenplattform betterplace.org #AWSmussbleiben. Dort findet sich auch eine genauere Aufschlüsselung, für welche Bereiche welche Summen benötigt werden. Man kann Spenden natürlich auch direkt an das Waldschlösschen überweisen: Das Konto findet man hier auf der Internetseite des Waldschlösschens. Spenden sind steuerlich absetzbar!

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Eine persönliche Anmerkung:

Das Waldschlösschen ist die zentrale Bildungs-/Weiterbildungseinrichtung und Begegnungsstätte unserer Community. Jährlich finden 200 Veranstaltung zu den verschiedensten Themen statt: zur politischen Vernetzung ebenso wie zur beruflichen Qualifikation, zur persönlichen (Selbst-)Erfahrung und zum Austausch mit anderen Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender. Ich war das erste Mal in den achtziger Jahren dort – es war ein Treffen von Aidshilfen in schwierigen Zeiten. Da in meiner Biografie mein Coming-out mehr oder weniger parallel lief mit dem Engagement in Schwulengruppe und Aidshilfe, war das Wochenende im Waldschlösschen für mich gelebte Solidarität, gelebte Community. Bis heute, diverse Seminare – vom Tanzwochenende bis zum Journalistentreffen – später, ist das Waldschlösschen ein Kraftort meines Lebens geblieben. Jedesmal waren die Begegnungen bereichernd und inspirierend, jedesmal habe ich wunderbare Menschen kennengelernt. Ich habe mich darum mit einer Spende an dem Aufruf zur Existenzsicherung des Waldschlösschens beteiligt. / RH

Die Angst vor der Urangst: Wie die Corona-Pandemie unser „Anderssein“ herausfordern kann

Die Corona-Pandemie ist für viele Menschen auf vielen Ebenen – körperlich wie mental, individuell wie für unser Gemeinwesen – eine Herausforderung. Es wird zu „sozialer Distanz“ aufgerufen, gemeint ist aber „räumliche Distanz in der Öffentlichkeit“. Um eine Verbreitung der Infektion zu verlangsamen, müssen wir aktuell genug Raum zwischen uns lassen. Das heißt aber nicht, dass wir die Sorge füreinander, das Soziale einstellen müssen.

Gleichwohl: Die Flut der Meldungen über Isolation, Selbstisolation, Quarantäne, Ausgangssperre ist dazu angetan, bei queeren Menschen, bei Homo- und Transsexuellen negative Emotionen zu verstärken oder wachzurufen, weil diese Begrifflichkeiten an existenzielle Bedingungen unseres Selbst, an grundlegende Urängste rühren.

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Ein Virus geht um … und unsere Geschichte lehrt uns, worauf es jetzt ankommt

Die Corona-Pandemie trifft nun auch die queere Community in Deutschland mit voller Wucht. In Berlin denkt man über eine Absage oder Verschiebung des CSD nach, das Schwule Museum hat bis mindestens 19. April seine Türen geschlossen, die Schwulenberatung muss ihr Angebot einschränken. In Stuttgart bleiben im schwulen Buchladen Erlkönig die Kunden aus, das Lesbenfrühlingstreffen in Heidelberg wurde abgesagt. Ganz zu schweigen von den unzähligen kulturellen Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen, die bundesweit abgesagt werden. Und nicht nur in der Hauptstadt wird inzwischen erwogen, Bars, Cafés und Clubs generell zu schließen. Auch das beliebte Städte-Hopping von Event zu Event bleibt nicht unberührt: Das „Große Bärengehege“ bei der Gaydelight auf dem Stuttgarter Frühlingsfest im Mai ist ebenso abgesagt wie die Veranstaltungen vom MLC auf dem Münchner Starkbierfest oder das Fetischtreffen zu Ostern in Berlin.

Sprung über den Teich:

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Zuquatschen statt zutexten: Zur Popularität von Podcasts

Der zeitgenössische queere Mann hört jetzt Podcasts – vorzugsweise im Fitnessstudio, in der U-Bahn oder in der schwulen Kneipe, sofern er überhaupt in eine Kneipe geht. Er tut das, weil er informiert sein will, weil ihn die Meinungen anderer interessieren und weil es alle machen.

Podcast erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Das liegt zum einen an der Geschäftstüchtigkeit von Streamingdiensten, die das Ohr der Abonnenten nicht mehr länger nur mit Musik, sondern auch mit Wort zukleistern wollen, um längere Verweildauer zu erzwingen.

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KIRCHE positHIV: Abschied nach 26 Jahren

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„Better the devil you know“ – Aus der noch zu schreibenden Erzählung „Die Liebenden“

Das nahende Fetischtreffen warf seine Schatten voraus. Allerdings nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, in Gestalt von Lederkerlen, die durch ihre bullige Statur das Sonnenlicht blockiert hätten. Das Lokal, in dem wir nach der Veranstaltung noch etwas trinken und eine Kleinigkeit essen gehen wollten, hatte die Speisekarte umgestellt und für einen Zeitraum von zwei Wochen die Preise erhöht. Berlin in seiner zeitgenössischen Ausprägung und die Kehrseite von „Events“: Alle, auch die seit Jahren in der Stadt Lebenden wie die Stammkunden von Schwulenlokalen, werden zu Touristen, die sich abzocken lassen müssen. Ein Grund, warum diese Events niemals Heimat bieten werden. Ihr Safe Space hat seinen Preis und das einzige Versprechen, das er zu halten vermag, ist, dass man am Ende wieder vor die Tür und auf den Boden der Realität gesetzt wird.

Die dreiste Geschäftstüchtigkeit wurde aber von der Runde schnell wegrationalisiert. „Naja, das ist für die ja auch Mehrarbeit. Bestimmt müssen sie noch eine Kraft zusätzlich anstellen in der Zeit.“ Innerlich akzeptierten wir den Stiefel der Ökonomisierung, nicht so dagegen den Lederstiefel, der mit dem Verweis aufs Fetischtreffen ebenfalls evoziert worden war.

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Chance für das „Eagle“? Stadt Stuttgart reagiert auf Kritik

Das mögliche Aus der Stuttgarter Kneipe „Eagle“ durch Auflagen der Stadtverwaltung, in denen auch die „Sittlichkeit“ des Lokals als fragwürdig bezeichnet wird, hat ein großes Echo in den sozialen Medien und auch in der Presse gefunden. In die Empörung mischte sich – wie auch in meinem Artikel – Wut und Verärgerung über den Grünen-OB Fritz Kuhn bzw. die Grünen oder „die Politik“ als solches. Nun aber hat die Stadt Stuttgart mit einer Twitter-Nachricht auf die Situation reagiert:

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31. März 2020: Transgender Day of Visibility

Neue IWWIT/DAH-Broschüre: „Schwul. Trans*. Teil der Szene“

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