Archive for the 'schwul' Category

Älterwerden – Im Nirwana des 50+

50+ ist ein Label, mit dem neuerdings eine Zäsur im Leben auch von queeren Menschen, von Schwulen, Transgender, Lesben, markiert wird. 50+ reagiert auf den eigentlich nicht wirklich überraschenden Umstand, dass Menschen älter werden. Dass Älterwerden zum Thema wird, liegt einerseits daran, dass sich unser System der staatlichen Fürsorge auf den demografischen Wandel, den wachsenden Anteil von älteren/alten Menschen an der Bevölkerung, einstellen muss. Zum anderen ist es im Interesse einer Konsum-Industrie auf diese Veränderungen zu reagieren und ihre Angebote gezielt für diese „neue“ Verbrauchergruppe vermarkten zu können. Wenn Älterwerden zum Thema wird, dann auch, weil ein an sich natürlicher biologischer Vorgang in immer schärfere Konkurrenz zum gesellschaftlichen Ideal des allzeit jugendlichen, mobilen, flexiblen Körpers tritt, der sich bereitwillig selbst optimiert, um den Anforderungen von Markt und Gesellschaft zu genügen.

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Älterwerden – ein Projekt für die queere Community

Die BBC berichtet über ein Projekt der britischen LGBT Foundation in Greater Manchester. „Pride in Ageing“ zielt darauf ab, soziale Isolation zu überwinden und den Zugang zu integrativen Wohn- und Pflegemöglichkeiten für Menschen über 50 Jahren zu gewährleisten. Das Projekt soll, „die positiven Aspekte der LGBT-Persönlichkeit im mittleren bis fortgeschrittenen Leben feiern“. Menschen sollen zusammengebracht und befähigt werden, eine aktive Gemeinschaft aufzubauen.

Hintergrund sind Studien, nach denen etwa 60% der LGBT-Betroffenen über 50 Jahre in der Region nicht glauben, dass die Sozialfürsorge- und Unterstützungsdienste in der Lage sein würden, ihre speziellen Bedürfnisse zu verstehen und ihnen gerecht werden zu können. Generell wird davon ausgegangen, dass LGBT über 50 Jahre einem viel höheren Risiko der Isolation ausgesetzt sind.

Schauspieler Sir Ian McKellen unterstützt das Projekt: „You want to feel you are surrounded by, at least, friendship and, on occasions, love and respect and all those things can be missing if people slip back into the old attitudes.“ (Du möchtest fühlen, dass du von, zumindest, Freundschaft und, gelegentlich, Liebe und Respekt umgeben bist. All das fehlt, wenn Menschen in die alten Verhaltensmuster verfallen.) Wobei McKellen speziell die Generation im Blick hat, die wegen der Kriminalisierung und Strafverfolgung gezwungen war, über ihre Homosexualität zu schweigen, und nun, aufgrund sozialer Isolation im Alter, wieder schweigt.

Anders als in Deutschland nimmt man in Großbritannien Themen wie Alter, Einsamkeit schon länger in den Blick, auch hinsichtlich der Situation von LGBT. Erstaunlich ist, dass man sich ihnen – very british – sehr pragmatisch und unaufgeregt nähert. Mein erster (Facebook-)Gedanke zum Projekt „Pride in Ageing“ – ohne viele Details zu kennen – war: Es wäre ein in der Tat gutes und großes und sinnvolles Projekt für die Community hierzulande in all ihren Buchstaben: Ältere als Teil der Szene bejahen und ihnen nicht ständig das Gefühl zu geben, nicht mehr erwünscht zu sein. Und für die Älteren: den Mut haben, weiterhin am Leben in der Szene und der Community teilzuhaben und sich nicht zurückzuziehen.

Bloß nichts wegnehmen lassen!? Die Angst der Schwulen vor dem Queeren

eine erste Annäherung mit vielen Fragen …

Eine Angst geht um unter den Schwulen der Republik. Die Angst, die Leistungen der Schwulenbewegung würden nicht mehr gewürdigt, ja sogar verleugnet; die Angst, von Queerfeministinnen diskriminiert und gezielt aus bestimmten Institutionen, wie etwa dem (noch) Schwulen Museum, ausgeschlossen zu werden. Queer ist das neue schwul, aber weitaus schlimmer: Schwule Männer müssten sich von Queers als „schwul“ im Sinne von altmodisch, reaktionär, rassistisch beleidigen lassen. Mit Kampfbegriffen wie „toxische Männlichkeit“ und „alte weiße Männer“ werde Hetze gegen die einst selbstbewusste schwule Identität, gegen ein gutes männliches Körpergefühl betrieben.

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Der Woof zum Samstag: Some Penguins Are Gay

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Das Jahr der Singles

Der / die / das Homosexuelle existiert mittlerweile nur noch als Ehepaar. Ist er/sie Single, dann bleibt auch die sexuelle Orientierung unsichtbar.

Das lässt sich aktuell am Nachruf auf Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben in der Tagesschau bzw. auf tagesschau.de nachvollziehen. Er war nicht verheiratet, also bleibt seine Homosexualität (mit der er selbst nach dem Outing durch Inge Meysel offen umging) unerwähnt. „Ich hatte noch nie eine feste Beziehung, nur lockere. Ich habe keinen getroffen, mit dem ich mein Leben verbringen wollte.“ Dieser Satz in einem Interview von 2006 – warum sollte er nicht in einem öffentlich-rechtlichen Nachruf auftauchen? Er lebte also allein – hatte aber, wie es scheint, durchaus Freundinnen und Freunde. Damit dürfte Wieben dem Gros der Schwulen entsprechen.

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Edmund White, Christopher Isherwood, Walt Whitman – Queer Poetry in Berlin

Vom 14.-20 Juni 2019 findet, veranstaltet vom Haus für Poesie, das 20. poesiefestival berlin mit einem Programmpunkt Queer Poetry / Stonewall statt – zugleich eröffnet das Schwule Museum eine Isherwood & Bachardy-Ausstellung. Also jede Menge Literatur und Poesie in der Hauptstadt, die gerade am Vorabend des 50. Jahrestages des Stonewall-Aufstandes sowohl einen Blick zurück als auch nach vorne erlaubt.

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Der Woof zum Feiertag – „State of Pride“

Die Filmemacher Rob Epstein und Jeffrey Friedman sind Dokumentaristen homosexueller Geschichte(n). Bekannt sind etwa ihre Dokumentation“The Times of Harvey Milk“ über das Leben des  ermordeten ersten offen schwulen Politikers der USA (Epstein erhielt dafür den Oscar) oder „Celluloid Closet“ über Homosexualität in Hollywood-Filmen. Nun haben sie 50 Jahre nach den Stonewall-Unruhen junge Lesben, Schwule, Transgender in den USA porträtiert, geleitet von der Frage, was ihnen „Pride“ heute bedeutet.

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