Archive for the 'Politik' Category

„Noch Fragen?“ Die Linke hofiert LGBT-feindliche Propaganda aus Russland

Die Partei Die Linke und auch die in ihr agierende (oder agitierende) Linke.Queer geben sich hierzulande gern als Kämpfer*innen für die Rechte und die Gleichstellung von Homo- und Transsexuellen. Mag sein. Mit Politikern wie Klaus Lederer hat man in Berlin auch eine engagierte schwule Persönlichkeit im Senat.

Doch genauso wahr ist, dass Die Linke eines der – hinsichtlich Demokratie und Menschenrechten – brutalsten Regime unterstützt: Russland unter Präsident Putin. Wie jetzt im „Spiegel“ nachzulesen ist, lud die Bundestagsfraktion der Linken Natalia Kovalevskaja von der Fakultät für Internationale Beziehungen an der Universität St. Petersburg zu einem Gespräch über die deutsch-russischen Beziehungen. Dabei wurde nicht nur die völkerrechtswidrige Annexion der Krim relativiert, sondern auch die LGBT-feindliche Politik Russlands verharmlost. Auf Nachfrage erklärte Natalia Kovalevskaja generös, dass Homosexualität in Russland nicht unter Strafe stehe. Was faktisch stimmt, auch wenn die Lebenswirklichkeit anders aussieht. Verboten sei nur Propaganda von Homosexualität und Pädophilie gegenüber Jugendlichen. Zitat:

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„Die Terminologie des Schreibens hat weh getan“ Stuttgarts OB Kuhn entschuldigt sich

Da auch ich Stuttgarts OB Fritz Kuhn im Zusammenhang mit dem drohenden Aus für das „Eagle“ kritisiert habe und den Grünen Doppelmoral vorwerfe, sei der Korrektheit halber dies noch nachgetragen:

In einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt Stuttgart vom 7.1.2020 hat sich der Grünen-OB für den Umgang mit dem „Eagle“, speziell für eine Formulierung, von der schwulen Bar ginge eine „Gefahr für die Stittlichkeit“ aus, entschuldigt:

„Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte am Rande einer Pressekonferenz betont, dass ‚Stuttgart eine weltoffene Stadt sei, in der auch Homosexuelle Treffpunkte finden. Die Terminologie des Schreibens hat weh getan, dafür möchte ich mich entschuldigen.‘ Die Fachämter würden zeitnah mit dem Betreiber sprechen.“

Es wurde ein Gespräch mit den Betreibern der Kneipe angekündigt. Die Suche nach einer Lösung war bereits am 5.1. vom Pressesprecher der Stadt in einer Twitter-Nachricht angedeutet worden. Man wird abwarten müssen, was genau geschehen wird.

Stuttgarter „Eagle“ vor dem Aus – Wie die Stadtpolitik der Grünen die Szene bedroht

Nachdem man im Mai im Stuttgarter „Eagle“ noch das 30-Jährige gefeiert hatte, bleiben mit dem Jahreswechsel die Türen dicht. Geplant war, nachdem die bisherigen Geschäftsführer Heinz und Jürgen in Ruhestand gegangen waren, die Bar „unter neuer Geschäftsleitung mit einem hochmotivierten Team und frischen Ideen“ weiterzuführen. Doch eine neue Gaststättenerlaubnis sei erst am Montag, den 30 Dezember mit einer langen Liste von Auflagen ausgestellt worden. Diese mache einen Weiterbetrieb „unmöglich“.

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Manfred Bruns im Alter von 85 Jahren gestorben

Nachruf von Johannes Kram (Nollendorfblog):

„Der berührende Brief …“ (26.10.2019)

Nachruf von Jan Feddersen (taz):

„Vom ‚Sicherheitsrisiko‘ zum Helden“ (23.10.2019)

Meldung auf queer.de:

„Trauer um Manfred Bruns“ (22.10.2019)

Tagesschau-Interview:

„Der ‚Schwulen-Paragraf‘ musste weg“ (10.3.2019)

Spiegel-Artikel:

„Das wollen wir auch“ (15.12.2015)

Twitter-Meldung der Hirschfeld-Stiftung:

Bloß nichts wegnehmen lassen!? Die Angst der Schwulen vor dem Queeren

eine erste Annäherung mit vielen Fragen …

Eine Angst geht um unter den Schwulen der Republik. Die Angst, die Leistungen der Schwulenbewegung würden nicht mehr gewürdigt, ja sogar verleugnet; die Angst, von Queerfeministinnen diskriminiert und gezielt aus bestimmten Institutionen, wie etwa dem (noch) Schwulen Museum, ausgeschlossen zu werden. Queer ist das neue schwul, aber weitaus schlimmer: Schwule Männer müssten sich von Queers als „schwul“ im Sinne von altmodisch, reaktionär, rassistisch beleidigen lassen. Mit Kampfbegriffen wie „toxische Männlichkeit“ und „alte weiße Männer“ werde Hetze gegen die einst selbstbewusste schwule Identität, gegen ein gutes männliches Körpergefühl betrieben.

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Ablenkungsmanöver – Warum der Ärger über Gabalier und Polunin richtig ist, aber möglicherweise auch die Ursachen verfehlt

Gabalier, Polunin, WDR 5 … die faschistoid-homophobe Selbstverständlichkeit feiert neue Urstände in Kultur und Medien und wird bagatellisiert. Wie immer empört man sich – was soll man auch sonst tun? Das Folgende sind unfertige Gedankenfragmente, entstanden aus dem Bedürfnis, mich zwar an aktuellen Geschehnissen abzuarbeiten, aber nicht der Versuchung zu erliegen, sie zur Ursache von tiefer liegenden Veränderungen zu machen.

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Die gefährliche Hybris von LSVD Berlin und Hirschfeld Stiftung

Zwei aktuelle Beiträge bringen auf den Punkt, auf welche Weise man beim LSVD Berlin-Brandenburg wie bei der Hirschfeld Stiftung des Bundes zum Erstarken rechtsnationaler Kräfte beiträgt. Eitle PR-Fotos konterkarieren deren Einsatz für Rechte von Homo- und Transsexuellen. In gefährlicher Selbstüberschätzung machen sie rechtsnationale und antidemokratische Positionen bzw. deren Vertreter hoffähig.

Zunächst sei auf den jüngsten Beitrag „Die Grenellchenfrage“ von Dirk Ludigs auf „Siegessäule.de“ verwiesen:

Dirk Ludigs bezieht sich auf ein Foto von Jörg Steinert vom LSVD Berlin-Brandenburg vom lesbisch-schwulen Straßenfest in Berlin, das Jens Spahn und US-Botschafter Richard Grenell am LSVD-Stand zeigt, sowie auf ein Foto, das Jörg Litwinschuh, Geschäftsführer der Magnus Hirschfeld Stiftung, im Schulterschluss mit Richard Grenell zeigt. Letzteres ist der Aufhänger für einen Beitrag von Johannes Kram im „Nollendorfblog“:

Johannes Kram nennt das Foto „verheerend“, es sei „ein Dokument des reaktionären Zeitgeistes, ein Erfolg der Anführer der Gegen-Emanzipation“. Dem ist ebenso zuzustimmen wie der Aussage von Dirk Ludigs: „Mit diesem Verhalten zeigen Steinert, Litwinschuh und andere eine unfassbare und gefährliche Naivität im Umgang mit dem Trumpismus und der neuen amerikanischen Rechten.“

Meine Meinung zu Grenell und dass er als Botschafter in Deutschland (als Botschafter überhaupt) untragbar ist, habe ich bereits im Mai kundgetan.

An den aktuellen Beispielen zeigt sich, dass das Handeln in zentralen Community-Organisationen wie LSVD und Hirschfeld Stiftung von einer gefährlichen Hybris bestimmt wird. Insofern hoffe ich, dass die Beiträge von Ludigs und Kram – beide haben mit ihren Medien eine große Reichweite – eine Diskussion anregen und die Verantwortlichen in den beiden Institutionen dazu bringen, sich gegenüber der Basis, die zu vertreten sie vorgeben, zu erklären. / ©RH

Nachtrag: Erklärung von Jörg Litwinschuh auf seiner privaten Facebook-Seite.

Nachtrag 2 (Mo.): Der Post scheint vom FB-Profil gelöscht. Ersatzweise Notiz auf „Siegessäule.de“

 


31. März 2020: Transgender Day of Visibility

Neue IWWIT/DAH-Broschüre: „Schwul. Trans*. Teil der Szene“

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