Archive for the 'Literatur' Category

Buchpreis für „Blutbuch“

Cover-BlutbuchDer Roman „Blutbuch“ vom Kim de L’Horizon erhält in diesem Jahr den mit 25.000 € dotierten Deutschen Buchpreis, der traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben wird.
Aus der Begründung der Jury:

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Queerbleiben! Neue, queere Lyrik im Haus für Poesie

Parabolis-Virtualis-im-HfP

Queere Lyrik hatte schon immer ihren Platz im Haus für Poesie in Berlin, man denke nur an die Veranstaltung „Wie kommt der Sex ins Gedicht?“, u.a. mit Richard Scott, oder das poesiefestival 2019 mit seinem Schwerpunkt „Stonewall“, auf dem Autor*Innen wie Edmund White, Jericho Brown, Angélica Freitas oder auch Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki zu erleben waren.

Am 27. September 2022 wird nun abermals explizit neue, queere Lyrik präsentiert. Die Anthologie „Parabolis Virtualis“ aus dem Querverlag ist zu Gast im Haus für Poesie. Da ich mit beiden Institutionen auf je eigene Weise verbunden bin, freut mich das natürlich besonders.

Sechs der im zweiten Band der Anthologie vertretenen Autor*innen werden an diesem Abend lesen bzw. über ihre Lyrik sprechen. Moderiert wird die Veranstaltung von Mitherausgeber Bibi Nass. Queere Poesie erhebt die Stimme und wird hör- und sichtbar; gemeinsam zeigen sie, dass es, wie Anna Hetzer in ihrem Nachwort schreibt, „kein Queersein, nur Queerbleiben als utopische Figur“ gibt.

Cover_sLesung „Neue, queere Lyrik“ am 27. September 2022 um 19.30 Uhr im Haus für Poesie, Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), Berlin. Mit Xan Egger, Odile Kennel, Raphael Koranda, Melis Ntente, Neo Seefried, Sarah Claire Wray. Eintritt: 6 (erm. 4) €. Tickets online über die Website des Haus für Poesie

Die Anthologie „Parabolis Virtualis 2“ ist soeben im Querverlag erschienen, herausgegeben von Anna Hetzer, Kevin Junk und Bibi Nass, 96 Seiten , 10 €, ISBN: 978-3-89656-323-1.

Suchbewegung – Ralph Roger Glöcklers Novelle „Luzifers Patenkind“ über den Maler Marsden Hartley

Cover_Luzifers-PatenkindUm Leben und Werk des 1877 in Maine geborenen US-amerikanischen Malers Marsden Hartley kreist die Novelle Luzifers Patenkind von Ralph Roger Glöckler. 1912 reiste Hartley erstmals nach Europa, nach Paris, wo er nicht nur bald im Salon von Gertrude Stein verkehrte, sondern auch den jungen deutschen Offizier Karl von Freyburg kennenlernte. Hier nimmt die Erzählung ihren Ausgang und auch eines der berühmtesten Gemälde Hartleys: das „Bildnis eines deutschen Offiziers“, das aus militärischen Orden und Rangabzeichen besteht; ein ‚Porträt‘, das in seiner expressionistischen Symbolhaftigkeit zunächst wenig von Hartleys Homosexualität und seiner Liebe zu Karl von Freyburg verrät, der im 1. Weltkrieg starb.

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Verbundenheit! „Aids als kollektives Trauma“ von Patrick Henze-Lindhorst betrachtet schwule Geschichte(n) und berührt zentrale Fragen von heute

Cover_AidsalskollektivesTraumaWas ist es, das die schwule Welt zusammenhält? Das war die Ausgangsfrage für das Büchlein (und Blog-Namensgeber) „Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein“; dies auch vor dem Hintergrund des Gefühls einer schwindenden Diskriminierung und wachsenden Akzeptanz von LGBT durch die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft. Was vereint uns über eine geteilte sexuelle Orientierung hinaus, wenn „der äußere Feind“ abhandenkommt?**
Positive Antworten sind bis heute rar. Umso interessanter ist es, dass Patrick Henze-Lindhorst als Anlass für seinen im Querverlag erschienenen Essay „Aids als kollektives Trauma“ die Annahme formuliert, „dass es doch etwas Kollektives geben könnte, das ‚uns‘ Schwule verbindet“.

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Selbstermächtigung eines schwulen Rom. Gianni Jovanovics „Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit“

Cover_GianniJovanovic„Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit“ ist die Biografie und politische Verortung eines Mannes, der sich selbst ermächtigt, zu einer Stimme in der Öffentlichkeit, im Diskurs zu werden. „Als bekennender Deutsch-Roma mache ich heute auf die prekäre Lage meiner Geschwister aufmerksam.“ Und da Gianni Jovanovic zugleich auch Unternehmer, schwul, zweifacher Großvater und damit quasi Familien-Experte ist, wird noch jede Menge anderes mittransportiert. Alles in einem sehr zugewandten, bei aller Bestimmtheit im Detail zugänglichen, erläuternden Duktus, dem es heutigem „Aktivismus“ oft mangelt.

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Plädoyer für ein anderes Miteinander – „Konsenskultur“ von Joris Kern

Cover_KonsenskulturIn einer Zeit, in der „die Community“ Deutschlands weitgehend mit hysterisch-belanglosem Celebrity-Talking beschäftigt ist, in der Queerness anscheinend nur noch anhand von Disney-Figuren thematisiert werden kann, in der jeder Ansatz zur Formulierung eigener Sehnsüchte wie Ängste durch akademische Inquisitionsschriften und rechte Unterwanderung allzuschnell kaltgestellt wird – in einer solchen Zeit ist es eine angenehme Überraschung, wenn jemand sich noch über ein queeres Miteinander und wie es klappen könnte Gedanken macht.

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Zwischentöne in schwarz-weiß – Der achte Band von Mayk D. Opiollas „Momentaufnahmen“

cover_Momentaufnahmen8Im achten Band seiner Momentaufnahmen erweitert Mayk D. Opiolla das literarische Festhalten von Situationen, Gedanken im Jahreslauf auf der Insel Langeoog um die fototechnische Möglichkeit des Aufzeichnens eines Augenblicks. Es ist gewissermaßen nur folgerichtig, wenn ein auf seinem Blog lang praktiziertes Verfahren, Literatur und Fotografie zu verknüpfen, nun auch Eingang in die gedruckte Ausgabe findet. Mit der kleinen Einschränkung, dass aus Kostengründen die Abbildungen im Buch schwarz-weiß sind, während man im Internet zumeist farbige zu sehen bekommt.
Zugleich deutet das erste Kapitel – und es heißt denn auch „Schwarzweiß“ – an, dass Fotografien auch zu Indizien einer brüchig gewordenen Realität werden können. Herangezogen als Moment der Versicherung in Zeiten der Unsicherheit, ob Liebgewonnenes Bestand haben kann. Scheinbar trauen sich die Sprache und der Ich-Erzähler nicht mehr so ganz und wollen sich durch ein technisches, seinerseits ja nur scheinbar dauerhaft verlässliches Medium absichern. Oder wie es im Kapitel Winterzauber heißt: „Ich wähnte mich inmitten einer wunderschönen, über viele Generationen vererbten Schwarzweißaufnahme.“

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