Archive for the 'Literatur' Category

Märchenhafte Ernüchterung – Michael Cunninghams „Ein wilder Schwan“

„Die meisten von uns“, heißt es gleich zu Beginn von Michael Cunninghams Erzählungsband Ein wilder Schwan, „führen ihr Verderben recht zuverlässig selbst herbei.“ Man mag zwar von Seiten Dritter noch überlegen, ob durch Flüche und Beschwörungen nachgeholfen werden kann, aber eigentlich ist das längst obsolet. So heißt der einleitende Text nicht zufällig „Ent. Zaubern“, und er umreißt in gewisser Weise das Schreibspiel, das der Autor sich und den Lesern anhand einiger Beispiele aus dem (westlichen) Kanon von Märchen gönnt.

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Nachrichten von der Insel – Mayk Opiollas „Momentaufnahmen“

Es ist bereits der vierte Band der „Momentaufnahmen“, den Autor und Bloggerkollege Mayk D. Opiolla nun veröffentlicht hat. Die Kulisse der – wie der Klappentext es formuliert – „kurzen, tagebuchartigen Erzählungen“ bildet die Insel Langeoog. Ein herrlicher Flecken Natur, dem, wie dem Ich-Erzähler selbst, Widrigkeiten nicht erspart bleiben und der auf seine Art zum „Mikrokosmos“ wird, „in dem alles Einzug hält, was einem auch anderswo das Leben verleidet: Wie im Großen, so auch im Kleinen“. Davon abgesehen: Über weite Strecken sind die „Momentaufnahmen“ eine liebevolle Hommage an die Insel. Zugleich aber sind sie – der aktuelle Band wie die vorangegangenen drei Bände – Erlebnisse und Wahrnehmungen des dort lebenden Erzählers im Laufe eines Jahres, Suchbewegungen nach Heimat, nach Liebe, nach einem Partner, nach Sinn, also all dem, was auch den Großstädter umtreiben kann. Der aber bräuchte, um es zuzugeben, erst einmal jene Distanz, die der Erzähler der „Momentaufnahmen“ quasi alltäglich hat.

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„Die nie vergessene Angst …“ – Didier Eribons Buch „Rückkehr nach Reims“ über Herkunft und Homosexualität

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Über Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“ sind schon so viele lobende Rezensionen geschrieben worden, dass sich eine weitere fast erübrigt. Das Buch nicht im Samstag-Blog zu besprechen, wäre allerdings ein echtes Versäumnis. Es hat mich sehr beeindruckt – sowohl auf einer persönlichen Ebene als auch hinsichtlich seiner politisch-sozialen Dimension. „Rückkehr nach Reims“ ist einerseits Autobiografie und zugleich Essay und Studie über den Zusammenhang von Herkunft, Homosexualität und aktueller neokonservativer Wende in Frankreich …

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In Einklang bringen – Rezension zu Livia Prülls autobiografischem Ratgeber „Trans* im Glück“

Buchcover_Trans-im-Glueck_160pxVon und über transsexuelle, transidente Menschen sind meist – und ja auch nicht grundlos – eher leidvolle Biografien zu lesen. Einen anderen Akzent setzt ein Anfang des Jahres erschienenes Buch der Trans*frau Livia Prüll. Schon der Titel „Trans* im Glück“ ist ein Hingucker. Die Unterzeile „Geschlechtsangleichung als Chance“ deutet darauf hin, dass hier jemand eine vollzogene und gelungene Angleichung wertgeschätzt wissen will. Zu oft dominiere der Preis, den Mann/Frau zahlen muss, die Geschichten, sagt Livia Prüll. Dabei könnten sich viele Trans*menschen im neuen Geschlecht freier entfalten.

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Community als Heimat und Aufgabe – Rezension zu Ariane Rüdigers Interviewsammlung „Es gibt noch viel zu tun …“

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Nicht, dass es den Rückzug Volker Becks gebraucht hätte, um das Buch „Es gibt noch so viel zu tun …“ von Ariane Rüdiger empfehlenswert zu machen. Doch wo plötzlich die Frage im Raum steht, wie es um die politische Nachfolge eines so maßgeblichen Vorkämpfers für die Rechte von Schwulen, Lesben und Trans*-Personen bestellt ist, erweist sich die im Querverlag erschienene Sammlung von 36 Interviews mit Macherinnen und Machern der LGBTIQ-Bewegung als idealer Fundus für eine Bestandsaufnahme: Was war, was ist, was wird aus der Community?

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Warum noch kein Text über die Ausstellung „SuperQueeroes“ auf dem Samstag-Blog zu lesen ist

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Infos via Internetseite des Schwulen Museums*

Lesung: Felix Haß – Angst ist stärker als der Tod

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Normalerweise liegen Leichen ja im Keller – und in gewisser Weise tun sie das auch in diesem Krimi -, aber zunächst liegt die Leiche im Lab.oratory, Berlins schwulem Mega-Darkroom. Zufall aber auch, dass in der Tatnacht Kommissar Steffen Lenz dort seine Runden drehte. Da allerdings noch in höchst privaten Dingen, während er tags darauf höchst amtlich ermitteln muss. „Angst ist stärker als der Tod“ (Querverlag, 12,90 €) ist ein Krimi, bei dem so manche Fantasie hart auf der Realität aufschlägt.
Drehbuchautor Felix Haß stellt sein Krimi-Debüt am Donnerstag, 8. Oktober 2015 um 20 Uhr im Bruno’s in Berlin-Schöneberg vor!


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