Archive for the 'LGBT' Category



CDU-Basis nominiert Friedrich Merz als Parteivorsitzenden – und die Schwulen in der Union wollen Merz-Gewinnler werden

Für die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) könnte es sich auszahlen, dass sie Anfang November ordentlich Pink Washing betrieben und sich an Friedrich Merz rangewanzt haben. Denn der soeben in einer Mitgliederbefragung mit 62,1% der abgegebenen Stimmen zum nächsten Parteivorsitzenden auserkorene Politiker hat sich dafür ausgesprochen, den LSU auf dem nächsten CDU-Parteitag als Sonderorganisation anzuerkennen. Dafür bot der LSU Merz am 8. November 2021 die Plattform als Gastredner auf einer Bundesmitgliederversammlung in Berlin und verbreitete dessen Statement:

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Regenbogen-Aktion ist „Kampagne des Jahres“

Handelsblatt_RegenbogenKampagnedesJahresDie wirtschaftsorientierte Tageszeitung Handelsblatt hat die Beleuchtung zahlreicher Stadien und öffentlicher Gebäude in Regenbogenfarben im Sommer 2021 zur „Kampagne des Jahres“ gekürt. Als Protest gegen die homosexuellen- und trans*-feindliche Politik Ungarns war gefordert worden, die Münchner Allianz Arena am 23. Juni, dem Tag des Fußball-Europameisterschaftsspiels Deutschland – Ungarn, in den Farben des Regenbogens leuchten zu lassen. Die Uefa lehnte dies ab, woraufhin sich vor dem Stadion und medial farbenprächtiger Protest entfaltete und Fußballvereine in anderen Städten ihre Solidarität zeigten. So wurden u.a. die Stadien in Köln, Düsseldorf, Wolfsburg sowie das Berliner Olympiastadion und das Stadion An der Alten Försterei in Berlin illuminiert.

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Arbeiterwohlfahrt startet Info-Seite zur queer-sensiblen Altenhilfe

queer-im-Alter_Arbeiterwohlfahrt

Gegenüber Alten- und Pflegeheimen bestehen viele Vorbehalte unter Homo-, Bi-, Transsexuellen. Obwohl einerseits im Alter durch Umstände wie Kinderlosigkeit bzw. geringer Unterstützung der Herkunftsfamilie stark auf professionelle Angebote der Altenhilfe angewiesen, lassen andererseits Erfahrungen mit Ausgrenzung viele befürchten, in Heimen nicht geschützt zu sein und die eigene Biografie erneut verheimlichen zu müssen. Die Arbeiterwohlfahrt hat seit 2019 ein Modellprojekt „Queer im Alter“ entwickelt, wie auch LSBTIQ* ein angst- und diskriminierungsfreies Umfeld ermöglicht werden kann, in dem sie akzeptiert und respektiert werden. Und dies nicht nur in den großen Metropolen, sondern flächendeckend und lebensortnah. Die „Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren“ (BISS e. V.) führte an ausgewählten „Modellstandorten“ eine Praxisbegleitung durch.

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Es ist ein Hetero! Olaf Scholz zum Kanzler gewählt

OlafScholzPressefotoSPDNach 16 Jahren wird Deutschland wieder von einem sozialdemokratischen Bundeskanzler geführt. Bei der heutigen Wahl im Bundestag erhielt der 63-jährige, heterosexuelle Olaf Scholz 395  Stimmen. Die künftige Regierung aus SPD, Grünen und FDP verfügt formal über 416 der insgesamt 736 Sitze im Parlament; bei der Wahl fehlten allerdings einige Abgeordnete. „Leichter und besser“ solle das Leben der Menschen werden, verspricht die SPD. „Wir wollen mehr Fortschritt wagen und in einem Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit die notwendige Modernisierung unseres Landes vorantreiben. Soziale Politik für dich und mit dir.“
Können wir nur hoffen, dass Olaf (man duzt sich anscheinend) neben den weitreichenden Versprechungen für Sozial- und Klimapolitik auch die queerpolitischen Ankündigungen umsetzen wird. Dem Kabinett gehören allerdings keine offen queere Minister*innen an.
Pressefoto: ©SPD

Kranz an der Gemeinschaftsgrabstätte Denk mal positHIV

DenkmalpositHIV_Kranz-Detail2021

Ein wenig betröppelt vom nächtlichen Schneeregen steht er da, der Kranz an der Grab- und Gedenkstätte Denk mal positHIV auf dem Alten Matthäus Friedhof in Berlin-Schöneberg. Aber dennoch ist er an diesem kalten Sonntagmorgen ein farbenfrohes Symbol zwischen all den Gräbern.

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Schwul & dement? Das Buch „Herausforderung angenommen!“ schildert, wie ein schwules Paar mit einer Demenz-Erkrankung umgeht

Buchcover_Herausforderung-angenommenIn seinem Vortrag „Demenz & Sexualität im Pflegealltag aus LSBTI* Perspektive“ auf einer Fachtagung im Jahr 2019 zum Thema „Demenz und Sexualität“ (PDF) schätzt Dieter Schmidt die Zahl von LSBTI* mit demenziellen Erkrankungen in Deutschland auf 122.000 Menschen. Gefolgt von dem Hinweis, dass es hinsichtlich des Themas „Demenz & LSBTI*“ bislang keine Untersuchungen im deutschsprachigen Raum gebe.
An diesem Befund wird sich wenig geändert haben – und insofern ist es erfreulich und wichtig, dass nun eine Schilderung des Lebens mit einer Demenz-Erkrankung aus der Sicht eines schwulen Paares vorliegt. 2017 erhält Beni Steinauer die Diagnose. Herausforderung angenommen! schildert, wie die Krankheit in ihren zahlreichen Ausprägungen seinen Alltag und das Zusammenleben mit Ehemann Rolf Könemann prägt. Wobei Wert auf die Feststellung gelegt wird, es handele sich um ein „Mutmachbuch“.

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Politik für queere Wohlstandsmenschen? Ein Kommentar zum Koalitionsvertrag

Beim männer*-Magazin sieht man schon „goldene Zeiten“ anbrechen und Deutschland als „Regenbogennation“. Beim LSVD klopft man sich in gewohnter Weise erst einmal selbst auf die Schultern („der LSVD hat gute Vorarbeit geleistet“). Im queer.de-Interview darf sich die Grünen-Abgeordnete Ulle Schauws, die in der AG „Gleichstellung und Vielfalt“ am Zustandekommen des Koalitionsvertrags der künftigen Ampel-Regierung aus SPD, Grünen, FDP beteiligt war, im Eigenlob suhlen („liest sich wie ein grünes Wahlprogramm“), ohne noch eine kritische Nachfrage befürchten zu müssen. Darum sagt sie lieber gleich selbst, was ein bisschen suboptimal lief: Bei queeren Geflüchteten hätte sie sich mehr gewünscht. Die Betroffenen wahrscheinlich auch! Aber Schwamm drüber, wer wird sich von so ein bisschen Elend den Erfolg verderben lassen. Und Micha Schulze von queer.de macht in seinem Kommentar zum queerpolitischen Programm schon mal klar, was künftig die Rolle von queeren Menschen zu sein hat: „Als queere Community müssen wir [auf Widerstand] vorbereitet sein und der Ampel-Koalition außerparlamentarisch den Rücken stärken.“

Ohne Wenn und Aber lässt sich sagen, dass wohl keine Regierung zuvor so dezidiert queerpolitische Forderungen aufgegriffen hat und umsetzen will:  ein Selbstbestimmungsrecht für trans* Menschen; ein Nationaler Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit; Verbesserungen für Regenbogenfamilien; Förderung von Angeboten von älteren LSBTI, mehr Unterstützung für die Antidiskriminierungsstelle (die von der bisherigen Union-SPD-Regierung aufs Abstellgleis geschoben worden war), für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (von der völlig unklar ist, welchen Kurs sie unter einem bislang durch Abwesenheit glänzenden neuen Leiter nehmen wird).

Was sollte es also zu meckern geben, außer, dass Papier immer schon geduldig war und wir natürlich warten müssen, was im demokratischen Prozess wirklich umgesetzt werden kann?

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