Archive for the 'Kultur' Category



Giftiges Ränkespiel – Markus Dullins historischer Roman „Die Mörder des Königs“

Markus Dullin hat sich als Krimiautor und Analyst der menschlich-mysteriösen Begebenheiten einen Namen gemacht. Mit seinem neuen Roman wechselt er, wie bereits mit der letzten Veröffentlichung Wilhelm der Waliser, erneut ins Fach des historischen Romans. Die Mörder des Königs widmet sich den Umständen des Todes von James I., König von England und Schottland, im Jahr 1625. Wurde er vergiftet? Markus Dullin entfaltet aus Sicht des siechenden Monarchen nach und nach das Tableau verdächtiger Personen in seiner Umgebung. Dabei spielt der schöne George „Steenie“ Villiers, Günstling und Geliebter des Königs, eine ebenso zentrale wie undurchsichtige Rolle wie der Weiterlesen ‚Giftiges Ränkespiel – Markus Dullins historischer Roman „Die Mörder des Königs“‘

Zuquatschen statt zutexten: Zur Popularität von Podcasts

Der zeitgenössische queere Mann hört jetzt Podcasts – vorzugsweise im Fitnessstudio, in der U-Bahn oder in der schwulen Kneipe, sofern er überhaupt in eine Kneipe geht. Er tut das, weil er informiert sein will, weil ihn die Meinungen anderer interessieren und weil es alle machen.

Podcast erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Das liegt zum einen an der Geschäftstüchtigkeit von Streamingdiensten, die das Ohr der Abonnenten nicht mehr länger nur mit Musik, sondern auch mit Wort zukleistern wollen, um längere Verweildauer zu erzwingen.

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Ablenkungsmanöver – Warum der Ärger über Gabalier und Polunin richtig ist, aber möglicherweise auch die Ursachen verfehlt

Gabalier, Polunin, WDR 5 … die faschistoid-homophobe Selbstverständlichkeit feiert neue Urstände in Kultur und Medien und wird bagatellisiert. Wie immer empört man sich – was soll man auch sonst tun? Das Folgende sind unfertige Gedankenfragmente, entstanden aus dem Bedürfnis, mich zwar an aktuellen Geschehnissen abzuarbeiten, aber nicht der Versuchung zu erliegen, sie zur Ursache von tiefer liegenden Veränderungen zu machen.

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Liebesklärungen – Angelika Overaths neuer Roman „Ein Winter in Istanbul“

Wie schon unlängst Christoph Hein in „Verwirrnis“ stellt nun auch Angelika Overath die Liebe zwischen zwei Männern ins Zentrum ihres neuesten Romans. „Ein Winter in Istanbul“ (Luchterhand Verlag) erzählt von Cla, einem Deutsch- und Religionslehrer aus dem Engadin, der mithilfe des Stipendiums einer Schweizer Privatbank im heutigen Istanbul zum Dialog zwischen den Religionen forschen soll. Kern seiner Studien ist die Konstantinopel-Mission des deutschen Universalgelehrten Nikolaus von Cusanus 1437. In einem Café lernt Cla den Kellner Baran kennen und verliebt sich in ihn – im Roman einmal mit „Sekundenglücks-Erschrecken über unverhoffte Nähe“ umschrieben. Gemeinsam erkunden sie die Stadt, besuchen einen Hamam ebenso wie ein geheimes Treffen von tanzenden Derwischen. Das geradezu schwärmerische Eintauchen in die Mystik der Stadt, des Sufismus wie in die Sexualität mit einem Mann trifft auf eine von Cla schuldbewusst verdrängte Realität, als Clas Verlobte Alva zu Besuch kommt und ihn an ihre geplante gemeinsame Zukunft erinnert. Wenn es gegen Ende heißen wird „Wir waren unser Byzanz“, dann ist damit die überaus große Dimension von Eroberung und Fall umschrieben – historisch wie zwischenmenschlich.

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Räume des Begehrens und Aufbegehrens – Zu zwei Ausstellungen im Schwulen Museum*

„Schmutziger“ Sex in engen Pissoirs und „reine“ Gedanken in der akademischen Welt. Was beides verbindet, das zeigen zwei Ausstellungen im Schwulen Museum* in Berlin …

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Samstag oder Algorithmus? Über das Schwulsein im Datenstrom

Ist Samstag immer noch ein guter Tag zum Schwulsein? Im Zeitalter des Streams ist das natürlich nicht mehr so sicher.

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Märchenhafte Ernüchterung – Michael Cunninghams „Ein wilder Schwan“

„Die meisten von uns“, heißt es gleich zu Beginn von Michael Cunninghams Erzählungsband Ein wilder Schwan, „führen ihr Verderben recht zuverlässig selbst herbei.“ Man mag zwar von Seiten Dritter noch überlegen, ob durch Flüche und Beschwörungen nachgeholfen werden kann, aber eigentlich ist das längst obsolet. So heißt der einleitende Text nicht zufällig „Ent. Zaubern“, und er umreißt in gewisser Weise das Schreibspiel, das der Autor sich und den Lesern anhand einiger Beispiele aus dem (westlichen) Kanon von Märchen gönnt.

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