Archive for the 'Kirche' Category

KIRCHE positHIV: Abschied nach 26 Jahren

Nach 26 Jahren beendet KIRCHE positHIV ihre Arbeit. 1993 in Berlin gegründet, stand die Ökumenische Aids-Initiative in Kontrast, teils offenem Widerspruch zu einem „christlichen“ Menschenbild, das Homosexuelle einerseits über Jahrhunderte verdammt hatte, andererseits nun, im Zeichen der Aids-Pandemie, HIV-Positive nicht anders denn als arme Opfer sah, denen man nun Mitleid widerfahren lassen wollte. Gegen solch eine Barmherzigkeit von oben wehrten sich InitatiorInnen und Mitglieder der Initiative – setzten stattdessen auf Solidarität und Miteinander auf Augenhöhe. Die Mitbegründerin und evangelische Pfarrerin Dorothea Strauß erinnerte gern daran, dass HIV/Aids nicht etwas ist, das stets nur die anderen haben. Der provozierende Ruf: „Die Kirche hat Aids“ betonte die Notwendigkeit (und christliche Pflicht) andere nicht auszuschließen, sondern als Teil der Kirchen zu sehen. Unterstützt von zahlreichen Ehrenamtlichen begleiteten Dorothea Strauß und der katholische Franziskanerpater Norbert Plogmann (†2012) begleiteten kranke und sterbende Menschen, führten Seelsorgegespräche, feierten regelmäßig Gottesdienste, organisierten  spirituelle Reisen, Ausflüge und andere Aktivitäten. Mehrfach wurde die Arbeit von KIRCHE positHIV ausgezeichnet, Dorothea Strauß erhielt für ihren Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mittlerweile hat sich Situation hinsichtlich von HIV/Aids in Deutschland grundlegend geändert. Die Immunschwächekrankheit ist gut therapierbar; die Zahl der Menschen, die an ihren Folgen sterben, sinkt. Auch die psychosoziale Situation HIV-Infizierter hat sich verbessert: Aus einer todbringenden Infektion ist eine chronische Erkrankung geworden, die zwar der ständigen medikamentösen Therapie bedarf, aber trotz Schwierigkeiten in den Alltag integriert werden kann. Der Bedarf an Seelsorge ist deutlich zurückgegangen. Und so zuletzt auch die Zahl der sich in der KIRCHE positHIV engagierenden Menschen.

Nach 26 Jahren verabschiedet sich die KIRCHE positHIV am 1. März 2020 mit einem Gottesdienst in jener Berliner Kirche, in der alles begann, in der die Aids-Initiative ein Gedenkbuch mit Namen von Verstorbenen auf einem Altar ausgelegt hatte: in der Kirche am Lietzensee, Herbartstr. 4-6, Berlin-Charlottenburg. Der Gottesdienst ist um 18 Uhr. Anschließend findet ein Empfang statt, für den man sich allerdings (aus Gründen der Planung) anmelden sollte. Weiteres auf der Website der Internetseite der KIRCHE positHIV. / RH (Quelle: PM KIRCHE positHIV)

Unruhige Zeiten (auch) auf der Insel – Band 6 von Mayk D. Opiollas „Momentaufnahmen“

So verlässlich wie Weihnachten und Silvester verschönert auch ein neuer Band von Autor und Bloggerkollege Mayk D. Opiolla das Jahresende. Es ist das sechste Jahr, das der Ich-Erzähler der „Momentaufnahmen“auf Langeoog verbracht hat, und in 33 neuen Geschichten und Impressionen kann der Leser mit ihm die Zeit ebenso kurzweilig wie tiefsinnig Revue passieren lassen. (Über die beiden Jahre zuvor bzw. die Bände 4 und 5 kann man hier und hier im Samstag-Blog lesen.)
Man kann fast nicht glauben, dass sich im ersten Band noch der Satz „Ich bin kein gläubiger Mensch“ findet, denn mittlerweile hat sich das religiöse Bekenntnis des Erzählers gefestigt, was keineswegs heißt, dass sich damit auch das Hadern mit der Kirche als Institution erledigt hätte. Nur noch eher sporadisch, wenn auch auf irritierende Weise doch immer wieder der Erwähnung wert, geistert die irdische Liebe mit ihren Enttäuschungen und der Entsagung durch die Erzählungen.

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Vom Geist der Insel – Mayk D. Opiollas neue, fünfte „Momentaufnahmen“

Ein Jahr ist vorüber und abermals lässt Autor, Blogger und Inselbewohner May D. Opiolla in seinen literarischen „Momentaufnahmen“ Revue passieren. Band 5 ist es mittlerweile und er verspricht im Untertitel „Neues von Langeoog, Gott und die Welt“.

So wirklich ist der Ich-Erzähler immer noch nicht über das Ende einer Liebe hinweg. Ein Thema, das bereits den letzten Band prägte. Doch dieses Mal sind die Übungen im Loslassen verbunden mit einer Hinwendung zu einer neuen Liebe, die sich in Ansätzen auch schon in vorhergehenden Texten ankündigte: …

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Alte Vorurteile, aktueller Hass – Vom langen Leben der Feindbilder

„Wie bei vielen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bedient sich auch der Hass auf Juden und Homosexuelle aus einem über Jahrhunderte aufgebauten ‚Vorrat‘ an Vorurteilen, Stereotypen, Unterstellungen und Zuschreibungen. Es erschreckt gerade angesichts der jüngsten Übergriffe auf jüdische Mitbürger, wie hartnäckig sich Ressentiments halten und – eigentlich noch schlimmer – wie hartnäckig sich ein Denken (oder ist es eher ein Nicht-Denken?) hält, Ressentiments seien eine Rechtfertigung für Gewalt. Was mich aber noch weit mehr beunruhigt, ist der Umstand, dass dieser ‚Vorrat‘ an Vorurteilen und kollektiven Feindbildern (der Einzelne wird dabei stets für die Gruppe verantwortlich gemacht) weiter aufgefüllt wird …“

→ Meinen Beitrag „Vom langen Leben der Feindbilder“ im „kreuz & queer“-Blog lesen

Go Tell it on the Mountain – James Baldwins Debütroman in neuer Übersetzung

Unter dem etwas lauen Titel „Von dieser Welt“ ist der Debütroman „Go Tell it on the Mountain“ von James Baldwin in neuer Übersetzung bei dtv veröffentlicht worden. Meine Buch-Empfehlung im „kreuz & queer“-Blog lesen

Herbstgedanken (im Kreuz & Queer-Blog)

… über das eigene Leuchten, die eigene Vergänglichkeit, über Wechsel und Veränderung nachdenken. Sich nicht schämen für Einsamkeit. Sich nicht schämen für körperliche Sinnlichkeit und die Lust, sie mit anderen zu teilen …

Weiterlesen im Kreuz&Queer-Blog

„Vielfalt der Zugehörigkeiten“ – Zur Friedenspreis-Rede von Carolin Emcke

carolinemcke Gestern erhielt Carolin Emcke den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In einem Beitrag auf evangelisch.de habe ich dem „Queeren“ und dem Christlichen ihrer Rede zur Verleihung nachgespürt.
Weiterlesen im „kreuz & queer“-Blog


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