Archive for the 'Journalismus' Category

“The Daily Beast” jagt schwule Athleten

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Nico Hines, ein heterosexueller Journalist und Familienvater, machte sich in Rio während der Olympischen Spiele einen besonderen “Spaß”. Er suchte mit Hilfe der Dating-App Grindr im Olympischen Dorf nach schwulen Athleten. Ausgerechnet die renommierte Nachrichtenwebsite „The Daily Beast“ veröffentlichte seinen reißerischen Artikel, in dem sich Hines damit brüstet, innerhalb einer Stunde drei schwule Athleten zum Sex-Date gelockt zu haben. Ein Jäger beziffert seine Beute! Zwar nannte der Artikel keine Namen, aber dafür zahlreiche genaue Angaben über Sportart, Größe, Gewicht, Herkunftsland der Sportler, so dass es kein Problem wäre, die Identität herauszufinden. Nach massiver Kritik löschte „The Daily Beast“ den Artikel und postete stattdessen eine Entschuldigung, man habe mit dem Artikel niemanden aus der LGBT-Community verletzen wollen.

Tatsächlich aber nähern sich „The Daily Beast“ und Autor Nico Hines dem Boulevardblatt an, das 2014 in Uganda auf der Titelseite die Namen und Fotos von mutmaßlichen Homosexuellen veröffentlichte.

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Community als Heimat und Aufgabe – Rezension zu Ariane Rüdigers Interviewsammlung „Es gibt noch viel zu tun …“

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Nicht, dass es den Rückzug Volker Becks gebraucht hätte, um das Buch „Es gibt noch so viel zu tun …“ von Ariane Rüdiger empfehlenswert zu machen. Doch wo plötzlich die Frage im Raum steht, wie es um die politische Nachfolge eines so maßgeblichen Vorkämpfers für die Rechte von Schwulen, Lesben und Trans*-Personen bestellt ist, erweist sich die im Querverlag erschienene Sammlung von 36 Interviews mit Macherinnen und Machern der LGBTIQ-Bewegung als idealer Fundus für eine Bestandsaufnahme: Was war, was ist, was wird aus der Community?

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Keine Zeile wert – Wieso interessiert der Anschlag auf die Meinungsfreiheit in Paris die schwulen Medien nicht?

In Paris haben fanatische Attentäter eine vergessen geglaubte Todesdrohung wahrgemacht und bei einem brutalen Überfall auf die Redaktion des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen ermordet, darunter der Herausgeber Stephane Charbonnier und vier für das Magazin arbeitende Zeichner. Es liegt nahe, dass das Verbrechen im Zusammenhang mit den Mohammed-Karrikaturen des Magazins steht – derzeit sind aber weder die Täter gefasst noch die Hintergründe geklärt.

Auch „queer.de“ hat einmal über das Magazin berichtet, nämlich im November 2011, als das Cover einem Cartoon zeigt, „in dem ein Mann in traditioneller muslimischer Kleidung einen Redakteur mit ‚Charlie Hebdo‘-Hemd einen nassen Schmatzer geben. Darüber steht in großen Lettern: ‚Liebe ist stärker als Hass'“.

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Im Artikel werden auch die diversen Drohungen gegen die Redaktion, auch der Vorwurf der Islamophobie erwähnt. Und der Hintergrund des Cartoons:

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Schluss mit der Anbiederung!

„Erziehungswissenschaftlerin“ Karla Etschenberg, die vor geraumer Zeit mal vorschlug, Pornos im Schulunterricht zu gucken, hat ein wenig von ihrer heiteren Gelassenheit verloren. Und ich erlaube mir, deswegen auch ein wenig von meiner zu verlieren!
Neuerdings gibt Frau Etschenberg erst einem tendenziösen öffentlich-rechtlichen Radiosender, dann einem Nazi-Blatt ein Interview und fürchtet darin, Homosexuelle könnten an deutschen Schulen für homosexuelles Handeln werben. (Bericht queer.de) Besser kann man die Paranoia vor „Homo-Propaganda“ gar nicht befördern. Karla Etschenberg ist Mitglied im Fachbeirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Deren Geschäftsführer zeigt sich recht schockiert und sucht jetzt das „Gespräch“ mit Frau Etschenberg.*

Bleibt abzuwarten, ob auch Frau Etschenberg ein Gespräch mit einem Schwulen sucht. Eine Moschee in Berlin sucht es jedenfalls nicht: Weiterlesen ‚Schluss mit der Anbiederung!‘

„Unwählbar als Kandidatin!“ Grünen-Politiker Albrecht stellt irritierende Aussage über möglichen EU-Posten für Homo-Gegnerin klar

Jan Philipp Albrecht

Beatrix von Storch ist eine Gegnerin von Homosexuellen, sie spricht Neid weckend von „Sonderrechten“, wenn es um Gleichstellung geht, ist „für ihr sehr konservatives Familienbild bekannt“ (FAZ) und sitzt seit Kurzem für die AfD im Europa-Parlament. Bei der Wahl für den Posten der Vize-Vorsitzenden im Ausschuss „Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter“ fiel Beatrix von Storch durch.
Nach den Gepflogenheiten des EU-Parlaments werden Posten zumeist proportional nach Größe der jeweiligen Fraktionen vergeben. Die deutsche AfD gehört der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (EKR) an. Nun äußerte ausgerechnet ein Parlamentarier der Grünen, die sich ja gern den Einsatz für die Rechte von Lesben und Schwulen auf die Fahnen schreiben, scheinbar Bedauern über die Nicht-Wahl … Weiterlesen ‚„Unwählbar als Kandidatin!“ Grünen-Politiker Albrecht stellt irritierende Aussage über möglichen EU-Posten für Homo-Gegnerin klar‘

Von geknechteten Arbeitgebern, verführten Schülern und diskriminierten Soldaten – Wie die „Wirtschaftswoche“ die Schuld bei Schwulen und Lesben sucht

In der „Wirtschaftswoche“ moniert Ferdinand Knauß, Toleranz sei zu einem politischen Kampfbegriff der Regierenden geworden, zu einem Einfallstor „bestimmter Lobbygruppen“. Was folgt, sind das rührselige Klischee des unterdrückten und gemaßregelten Mannes sowie ein Horrorbild künftiger Sexualkunde. Scheinbar müssen sich Schwule und Lesben dies derzeit, sei es auch noch so falsch, um die Ohren hauen lassen. Knauß schafft es dann aber, den homosexuellen Lobbygruppen auch noch Ignoranz für die Diskriminierung von Bundeswehrsoldaten anzuhängen. Ein seltenes Kunststück und ein journalistisch bedenkliches … Weiterlesen ‚Von geknechteten Arbeitgebern, verführten Schülern und diskriminierten Soldaten – Wie die „Wirtschaftswoche“ die Schuld bei Schwulen und Lesben sucht‘

Die „Der bedrohte Hetero“-Show der FAZ

Bei der „FAZ“ ist man sichtlich abgenervt vom Medienrummel um das Coming-out von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Die „FAZ“ wäre aber nicht die „FAZ“, wenn sie die eigene Befindlichkeit über zuviel Homosexualität in der (Medien-)Welt nicht mit der Mär vom bedrohten Heterosexuellen verbinden würde. Man kann es Meinungsfreiheit nennen oder auch das Schüren von Ressentiments … Weiterlesen ‚Die „Der bedrohte Hetero“-Show der FAZ‘


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