Archive for the 'heterosexuell' Category

Auf dem Weg ins neue Jahr liegt der Unerledigt-Stapel

Tick, Tick, Tick … Der Druck wächst, in den letzten Stunden des Jahres noch alles abzuschließen, den Stapel Unerledigtes wenigstens zu minimieren. Rasch noch die losen Beziehungsfäden, die wenigen, die entstanden, aufheben, verknüpfen. Dabei will ich gar nicht zurückdenken an dieses Jahr, das ein vergebliches war. Ich ignoriere den Aufschrei, das Jahr sei so schlimm gewesen, weil so viele Promis starben (schwule Ikonen von David Bowie über Prince bis George Michael). Das also ist es, was den Leuten ein Jahr verdirbt? Dann kann der Rest ja nicht so schlimm gewesen sein.

Zum Jahresende in Berlin werden wieder vermehrt Übergriffe auf Homosexuelle gemeldet. Kein Terroranschlag in diesem Jahr – allesamt auch Anschläge auf unsere, meine Art zu leben, zu fühlen, zu sehnen, zu lieben -, kein Terroranschlag lässt die Schlägertrupps des Alltags innehalten. Gewalt gegen schutzsuchende Flüchtlinge, gegen Frauen, die die Treppe zur U-Bahn hinabgehen, gegen Juden, die in Berlin nicht mehr wagen, Kippa zu tragen. Nicht erst in diesem Jahr eine Unerträglichkeit. Eine breite Mehrheit verurteilt solche Gewalt. Ein sich verfestigender Prozentsatz bejubelt allerdings die Aktionen gegen all das, „was nervt“, und schiebt den Opfern eine Mitschuld zu: Warum muss ein Mann auch Frauenklamotten tragen? Die liberale Gegenfrage – Warum auch nicht? – dringt mitunter gar nicht mehr durch gegen die dumpfe Sehnsucht nach „Ordnung“.

Also jetzt noch schnell anschreiben gegen diese Gewalt, gegen jede Gewalt, gegen eine drohende Veränderung? Anschreiben gegen die eigene Trägheit, Bequemlichkeit der letzten Monate – und diese dabei gleich den anderen unterstellen? Eine Auswahl aus dem Unerledigt-Stapel, die als „Merkzettel“ ins neue Jahr mitgenommen wird, und eine Erinnerung …

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Berlin für Orlando – Aufruf zur Mahnwache am 18. Juni 2016

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Überwintern im Dagegen – Das Referendum in Slowenien und die Lage in Deutschland

CasJeZa Die Buntheit der Kampagne für ein Ja („Za“) in Slowenien zum eigentlich bereits beschlossenen Gesetz zur Ehe-Öffnung hat leider nichts geholfen. Durchgesetzt haben sich die Gegner – selbsternannte „Kinderschützer“, die politisch-konservative Opposition und die katholische Kirche.  Slowenien verpasst eine Chance wie sie von Irland genutzt wurde – und landet mit diesem „Rückschritt“ auf dem Niveau von Deutschland, wo es partout keinen Fortschritt gibt in Sachen Ehe / Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.
Ausführlicher im „kreuz & queer“-Blog

Battleworld ESC: Die Führer und der Weg

War Bushido eigentlich zu teuer? Immerhin ist er ja mit dem Integrations-Bambi geadelt, seine Platten laufen wie mit Geld geschmiert, er wäre also ideal für eine Botschaft fürs glückliche Miteinander. Bei der ARD, genauer: beim federführenden NDR, hat man sich aber für Xavier Naidoo als Deutschlands Vertreter beim ESC 2016 entschieden (und die Entscheidung revidiert, siehe Update am Ende des Textes!) Ist okay, zumal Xavier Naidoo besser singt als Bushido und eigentlich auch die schöneren Songs hat und von der Liebe und der Zerbrechlichkeit des menschlichen Miteinanders weiß. Leider meint der Sänger auch einige andere Dinge zu wissen, die er uns mitteilen muss.

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Jetzt aber richtig? Gedanken über den lauten Ruf nach Ehe-Öffnung zu einem Zeitpunkt, da wir es uns schon in der Hängematte bequem gemacht haben

Trautes-PaarIn Deutschland ist die Forderung nach Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben (unter dem misslichen Slogan „Ehe für alle“) zu einem zentralen innenpolitischen Thema avanciert. Den Anstoß gab aber nicht das Drängen deutscher Homosexueller, sondern ein Referendum in Irland. Um es vorneweg klarzustellen: Ja, die Ehe-Öffnung ist wichtig, richtig und sollte möglichst heute als morgen erfolgen. Gleichwohl scheint mir in der plötzlichen Hitzigkeit der Debatte innerhalb der deutschen Homosexuellen etwas zu fehlen, etwas wie eine Reflexion über die eigene Rolle am bisherigen Zustand. Die Fixierung auf die Ehe, die massive Verkürzung als Kampagnen-Thema scheint mir politisch naheliegend, aber verdrängt jede weitergehende gesellschaftliche Überlegung und jede Chance, ein Thema auf andere Optionen hin zu beleuchten …

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USA: Eine Ehe für Heteros wie Homos in allen 50 Bundesstaaten!

USA_WhiteHouse_RainbowMit einer knappen 5:4 Mehrheit hat der Oberste Gerichtshof der USA heute ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe für verfassungswidrig erklärt. Damit muss in allen 50 Bundesstaaten die Ehe für schwule und lesbische Paare ermöglicht werden. 2004 hatte Massachussetts als erster amerikanische Bundesstaat die Ehe für Schwule und Lesben legalisiert, zuletzt hatten 37 Bundesstaaten die Ehe geöffnet.

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Mehr Irland wagen! Es ist Zeit für die Ehe-Öffnung in Deutschland!

IrlandEin historisches Ereignis: Als erstes Land der Welt hat Irland in einem Referendum mit großer Mehrheit die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. Und wie es scheint, mit einer geradezu überwältigenden Mehrheit (Update: 62% stimmten für die Ehe-Öffnung / Wahlbeteiligung: 60,5%!). Was für ein wundervoller Tag in einem Land, in dem bis 1993 Homosexualität noch verboten war und das erst 2010 die zivilrechtliche Partnerschaft eingeführt hat.

In einem Land, das mehrheitlich von heterosexuellen Menschen bewohnt wird, von denen, rein formal, über drei Viertel der römisch-katholischen Kirche angehören!!!

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