Archive for the 'Gesellschaft' Category

LSBTIQ*-feindliche Straftaten in Berlin: „der mit Abstand höchste jemals erfasste Wert“

Cover-MonitoringTrans-undhomophobeGewaltDie Zahl polizeilich registrierter LSBTIQ*-feindlicher Straftaten in Berlin steigt weiterhin rasant an. Waren es 2020 noch 377, wurden 2021 sogar 456 Taten erfasst. Nachzulesen ist das im jetzt veröffentlichten 2. „Monitoring trans- und homophobe Gewalt“ in der Hauptstadt.

Dabei stellen, so die Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung (5.12.2022), Beleidigungen mit 48,5 % das am häufigsten angezeigte Delikt dar. Körperverletzungen / gefährliche Körperver-letzungen machen zusammen über 38% aus. Geografische Schwerpunkte sind „LSBTIQ*-Ausgeh- und Wohnviertel“ wie Mitte (24,8 %), Tempelhof-Schöneberg (17,6 %) und Friedrichshain-Kreuzberg (17,4 %). Mehr als die Hälfte aller Vorfälle (51,4 %) findet in den Abend- und Nachstunden (18 bis vor 6 Uhr) statt, wobei pandemiebedingt in den Jahren 2020 und 2021 eine Verschiebung hin zu Mittags- und frühen Abendstunden (12 bis vor 18 Uhr) zu beobachten ist. Fast drei Viertel der Übergriffe insgesamt richten sich gegen einzelne Personen.

In der dem Monitoring vorangestellten Zusammenfassung heißt es zudem, dass die Mehrheit der Tatverdächtigen jung ist: „Der Anteil von unter 20-jährigen Tatverdächtigen hat in den letzten Jahren zugenommen und liegt 2019 bis 2021 deutlich über dem Durchschnitt des Gesamtzeitraums. Drei Viertel der ermittelten Tatverdächtigen waren bereits im Vorfeld polizeilich bekannt. Und: Trans- und homophobe Straftaten werden mehrheitlich (56 %) von einzelnen Tatverdächtigen verübt, allerdings werden Gewaltdelikte in höherem Maße aus Gruppen heraus begangen.

Transfeindliche Gewalt war dieses Mal ein Schwerpunktthema des zweijährig erscheinenden Berichts, für den die polizeiliche Meldestatistik wissenschaftlich ausgewertet sowie eine Befragung transgeschlechtlicher Berliner*innen durchgeführt wurde. Dabei gaben 66  % der befragten trans* Personen an, in den letzten fünf Jahren Gewalterfahrungen gemacht zu haben, fast die Hälfte davon im letzten Jahr. „Öffentliche Orte wie das öffentliche Straßenland oder öffentliche Verkehrsmittel, an denen es regelmäßig zu flüchtigen Begegnungen unter Unbekannten kommt, sind für trans* Personen in besonderem Maße von Unsicherheit geprägt“, notiert der Bericht und: „Obwohl bei fast zwei Dritteln (61,3 %) der berichteten Gewaltvorfälle unbeteiligte Personen zugegen waren, haben die Betroffenen nur in wenigen Fällen (7 %) Hilfe oder Solidarität durch Passant*innen erfahren.“ Lediglich 13 % der von Vorfällen betroffenen Befragten erstatteten polizeiliche Anzeige.

Laut Lena Kreck, Senatorin für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung, soll das Monitoring vor allem zu einem „öffentlichen Bewusstsein beitragen“ und „Betroffene weiter motivieren, Vorfälle zu melden und zur Anzeige zu bringen“.

Staatliche Stellen und Opferberatungseinrichtungen gehen bei den Gewaltfällen gegen LSBTI von einer hohen Dunkelziffer aus.

Das 2. „Berliner Monitoring trans- und homophobe Gewalt“ kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Jahresprogramm 2023 der Akademie Waldschlösschen erschienen

Waldschlösschen Programm 2023Wenn derzeit die ARD ihre Themenwoche unter das Motto „Wir gesucht – Was hält uns zusammen?“ stellt, dann wäre eine Antwort für die queere Community seit Jahren im Waldschlösschen in Reinhausen bei Göttingen zu finden. Das Tagungshaus hat in seiner 42-jährigen Geschichte nicht nur viele Projekte angestoßen, Entwicklungen begleitet, sondern sich gerade in unruhigen Zeiten als Fels in der Brandung erwiesen, der auch Zuflucht war und Kraft für kommende Herausforderungen schöpfen ließ. Grundlage ist ein ganzheitlicher Blick auf Körper, Kopf und Psyche/Seele, auf die vielen Facetten des queeren Lebens.

Nun ist das Jahresprogramm für 2023 erschienen. Gebündelt wurde die Vielzahl der Veranstaltungen in vier Gruppen: Gesellschaftliches Engagement/Selbsthilfe – Lebensgestaltung/Gesundheit – Wissenschaft/Kunst – Weiterbildung im beruflichen Kontext. Von Wandern bis Meditation, von Chorwochenende, Fotoworkshop bis Tanzkurs, vom Treffen schwuler Lehrer bis zu Themen „Antiziganismus und Queer“ oder „kritische Männlichkeit“ reicht das Spektrum. Seminare wenden sich an den „gemeinen Homosexuellen“, daneben gibt es Angebote für spezielle Gruppen der Community, junge Queers ebenso wie ältere Schwule, für Lesben, HIV-Positive, für Trans*.

Das Programm für 2023 lässt sich über die Internetseite der Akademie Waldschlösschen als PDF herunterladen oder kostenlos in gedruckter Form über das Kontaktformular bestellen oder online in der Jahresübersicht durchstöbern. Wer sich erst einmal ein Bild vom Waldschlösschen machen will, findet alle Infos auf der Website der Akademie.

Rot-Grün lässt Gewalt gegen queere Menschen eskalieren

Am heutigen Morgen wird klar, wie zynisch Nancy Faesers Bemerkung, sie könne Homosexuellen die Reise ins Fußball-WM-Land Katar empfehlen, war. Vielleicht hatte sie gemeint, dass queere Menschen dort allemal „sicherer“ sind als in Deutschland – als in Deutschland unter SPD-Innenministerin? Als in Hannover mit einem OB der Grünen? Als in Berlin mit einer rot-rot-grünen Regierung?

Gewalt gegen queere Menschen wird in Deutschland zur neuen Normalität.

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Berlin: Demo gegen queerfeindlichen Aufmarsch

Demo-gegen-queerfeindlichen-Aufmarsch-Berlin
Aktuelles Update am Ende des Beitrages.

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Dunkelheit – Wird sich durch Sparmaßnahmen auch das queere Nacht-Leben ändern?

StraßenaterneUm Energie zu sparen, wird in vielen Städten derzeit damit begonnen, nächtliche Beleuchtungen abzuschalten. Was heißt das für die queere Szene, die sich ja zu einem wesentlichen Teil über das Nachtleben definiert? Künftig mehr Kaffee und Kuchen am Nachmittag anstatt Kneipenbier nachts um drei? Wie steht es um die Sicherheit? Bedeuten dunklere Wege mehr Überfälle auf Lesben, Schwule, Trans*Personen? Könnten die notwendigen Sparmaßnahmen zu verändertem Verhalten führen, durchaus auch in einem positiven Sinne?

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Deutsche Gerichte schützen Homosexuelle nicht vor verbaler Hetze

Zwei Urteile am selben Tag – beide mit einer für Homosexuelle wie Trans* Menschen verhängnisvollen und weitreichenden Botschaft: Im Namen der Religionsfreiheit darf gegen LGBTIQ* verbal weitgehend ungestraft gehetzt werden.

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Über eine halbe Million Euro Spenden für ukrainische LSBTIQ*

QNA_BuendnisZwei Monate nach Gründung verzeichnet das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine Spendeneinnahmen von über einer halben Million Euro – mehr als bislang bei einer LSBTIQ*-spezifischen Spendenaktion in Deutschland in einem ähnlichem Zeitraum eingesammelt wurde.
Die Spendensumme zeige, so Sören Landmann, Mitinitiator des Bündnis Queere Nothilfe Ukraine und Vorsitzender des Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V., …

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