Archive for the 'gay life' Category

Wir gehören zum Wir … sagt eine Studie

Wen schließen die Bundesbürger ein, wen schließen sie aus, wenn sie von „wir“ reden? In einer repräsentativen Befragung, die von der „Zeit“ in Auftrag gegeben wurde und die jetzt auf „Zeit“ online vorgestellt wurde, äußerten 80%, dass für sie Homosexuelle dazugehören. 18% von 1.500 Befragten fanden, dass Lesben und Schwule nicht dazugehören.

Ebenfalls als Teil der Gesellschaft sehen 82% „Menschen anderer Religionen“. 73% „Menschen mit einem ganz anderen Lebensstil“; für 72% zählen Ausländer/Migranten“ und für 71% „Flüchtlinge“  zum kollektiven „Wir“.

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Ehe für alle, die es wollen

Ein schöner Tag: Mit einer Mehrheit von 393 Stimmen (bei 226 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen) hat der Bundestag heute die Ehe für alle beschlossen!

Queer Palm für Aids-Dokudrama

Auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde, wie erwartet, das französische Aids-Dokudrama „120 battements par minute“ (120 Schläge pro Minute) mit der Queer Palm als Bester Film mit einem für LGBT-relevanten Thema ausgezeichnet. Schon im Vorfeld war der Beitrag des Regisseurs Robin Campillo als Favorit gehandelt worden. „120 battements“ erinnert an den Kampf von Aids-Aktivisten im Umfeld der  französische ACT UP-Gruppe im Frankreich der neunziger Jahre.
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Nachtrag

Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie hat wieder unzählige Gruppen und Aktionen inspiriert, Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. So haben in Berlin mehrere LSBTI-Gruppen bei Prachtwetter einen Regenbogen vor dem Reichstag schweben lassen (Foto unten). Verbunden ist die Aktion mit einer Online-Petition „Die Vielfalt ist ein sicherer Ort für alle“. Um den Kölner Dom tanzten bunte Luftballons, in zahlreichen Städten informierten LSBTI-Gruppen. Sehr viele Zeitungen und Magazine haben den Tag mit Artikeln begleitet. Zu diesem Tag gehören leider auch Nachrichten von Übergriffen auf Aktivist_Innen; queer.de berichtet von Gewalt und Festnahmen etwa in der Ukraine, Georgien und Peru. Da ist es fast schon ein Lichtblick, dass eine Kundgebung in St. Petersburg wohl ohne Intervention durch staatliche Behörden verlaufen konnte.
Als jemand, der vor dem Schreibtisch saß, während andere an diesem Tag rausgingen, vielen Dank für das tolle Engagement. Es bleibt nur nachzutragen, dass eben jeder Tag ein Tag gegen Homophobie ist und sei es einfach dadurch, dass man sich weigert, das feindliche Gebrülle, das Aufstacheln, das Denunzieren anderer mitzumachen. Ein Vorfall in Berlin, bei dem eine Gruppe Männern von anderen Männern attackiert und homophob beleidigt wurde, zeigt einmal mehr, wie der Mechanismus von Ausgrenzung und Hass funktioniert. Die Angegriffenen gaben gegenüber der Polizei an, gar nicht schwul zu sein. Die Täter machen ihre Opfer zu dem, was ihnen, den Täter, vermeintlich das ‚Recht‘ gibt, zuzuschlagen. Und ist es nicht die sexuelle Orientierung, dann das feminine Auftreten, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nationalität, die politische Meinung gegen irgendeinen ‚Führer‘ in der Welt, dann ist es neuerdings auch schlicht die Armut und Bedürftigkeit von Menschen: Immer häufiger werden Obdachlose zum Ziel menschenverachtender Gewalt. Daran nicht zu verzweifeln, sondern weiterhin Flagge für eine andere Haltung gegenüber den Mitmenschen zu zeigen, das ist eine tägliche Aufgabe. Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie war ein Tag der sichtbaren Solidarität, die jeden Tag neu gelebt werden muss.

„Moonlight“ gewinnt Oscar als bester Film

Moonlight

Nach langer, langer Zeit und krankheitsbedingter Pause habe ich mein Schreiben fürs „kreuz & queer“-Blog auf evangelisch.de wieder aufgenommen – und da ich dort ja stets alle zwei Wochen montags veröffentliche, war nach dem sensationellen Triumph bei der Oscar-Verleihung klar, dass heute „Moonlight“ Thema sein muss. Der Film ist ab 9. März in den deutschen Kinos zu sehen. / Filmstill: © A24 / DCM
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Auf dem Weg ins neue Jahr liegt der Unerledigt-Stapel

Tick, Tick, Tick … Der Druck wächst, in den letzten Stunden des Jahres noch alles abzuschließen, den Stapel Unerledigtes wenigstens zu minimieren. Rasch noch die losen Beziehungsfäden, die wenigen, die entstanden, aufheben, verknüpfen. Dabei will ich gar nicht zurückdenken an dieses Jahr, das ein vergebliches war. Ich ignoriere den Aufschrei, das Jahr sei so schlimm gewesen, weil so viele Promis starben (schwule Ikonen von David Bowie über Prince bis George Michael). Das also ist es, was den Leuten ein Jahr verdirbt? Dann kann der Rest ja nicht so schlimm gewesen sein.

Zum Jahresende in Berlin werden wieder vermehrt Übergriffe auf Homosexuelle gemeldet. Kein Terroranschlag in diesem Jahr – allesamt auch Anschläge auf unsere, meine Art zu leben, zu fühlen, zu sehnen, zu lieben -, kein Terroranschlag lässt die Schlägertrupps des Alltags innehalten. Gewalt gegen schutzsuchende Flüchtlinge, gegen Frauen, die die Treppe zur U-Bahn hinabgehen, gegen Juden, die in Berlin nicht mehr wagen, Kippa zu tragen. Nicht erst in diesem Jahr eine Unerträglichkeit. Eine breite Mehrheit verurteilt solche Gewalt. Ein sich verfestigender Prozentsatz bejubelt allerdings die Aktionen gegen all das, „was nervt“, und schiebt den Opfern eine Mitschuld zu: Warum muss ein Mann auch Frauenklamotten tragen? Die liberale Gegenfrage – Warum auch nicht? – dringt mitunter gar nicht mehr durch gegen die dumpfe Sehnsucht nach „Ordnung“.

Also jetzt noch schnell anschreiben gegen diese Gewalt, gegen jede Gewalt, gegen eine drohende Veränderung? Anschreiben gegen die eigene Trägheit, Bequemlichkeit der letzten Monate – und diese dabei gleich den anderen unterstellen? Eine Auswahl aus dem Unerledigt-Stapel, die als „Merkzettel“ ins neue Jahr mitgenommen wird, und eine Erinnerung …

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Besser wird’s nicht! Warum Schwule und Lesben nicht mehr allzu viel von den Grünen erhoffen sollten

Wie es aussieht, wird Volker Beck dem nächsten Bundestag nicht angehören. Die Grünen NRW haben ihm bei der Wahl der Delegierten einen halbwegs sicheren Platz auf ihrer Landesliste verweigert. Ihm, der bei der letzten Wahl noch ihr Spitzenkandidat war. Vordergründig abgestraft für seinen Drogenkonsum, für die folgenden negativen Schlagzeilen. Man will sauber bleiben bei den Grünen! Aber so ist es halt: Politik ist ein schmutziges Geschäft, es gibt keine Freundschaften, sondern nur Interessen. Wer dachte, das wäre bei den Grünen anders, muss schon sehr naiv sein. Volker Beck, auf der öffentlichen Bühne einst Hauptprotagonist im Kampf für die Eingetragene Lebenspartnerschaft, ist zum Hindernis geworden auf dem Weg der Grünen zum erhofften Regierungsbündnis mit der CDU/CSU und wurde abserviert. Der Vorgang ist ein Vorgeschmack darauf, wie die Grünen nach der nächsten Wahl mit Forderungen von Homosexuellen nach weitergehender Gleichstellung umgehen werden.

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