Archive for the 'Blogs & websites' Category

Der CSD als Besserungsanstalt?

Neben Bayern und Sachsen gehört auch Baden-Württemberg zu jenen Bundesländern, die sich durch eine unbändige Gier nach Sozialkontrolle und deren Institutionalisierung auszeichnen. Man könnte lachen über die aktuelle Peinlichkeit, die der CSD Stuttgart diesbezüglich zu bieten hat (queer.de vom 24.7.17), wäre es nicht gleichzeitig ein trauriger Beweis, wie weit die Tendenz zur Normierung von LGBT durch eben LGBT vorangeschritten ist und wie weit eine politische Parade bereits zu einem Erziehungsprojekt geworden ist. Dessen Ziel: Schwule und Lesben zu besseren Menschen zu machen.

Zunächst ist da eine arglose Sache: Eine Jury soll beim CSD in Stuttgart am 9. Juli aus den vorbeiziehenden Wagen (Formationen) den besten küren. Kriterien sind politische Botschaft, Kreativität, Umsetzung. So weit, so harmlos. Dann allerdings wird die wahre Intention deutlich, mit einer Wortwahl, die von der Entschlossenheit kündet, künftig die Reihen der Parade noch sauberer zu halten.

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Queer Palm für Aids-Dokudrama

Auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde, wie erwartet, das französische Aids-Dokudrama „120 battements par minute“ (120 Schläge pro Minute) mit der Queer Palm als Bester Film mit einem für LGBT-relevanten Thema ausgezeichnet. Schon im Vorfeld war der Beitrag des Regisseurs Robin Campillo als Favorit gehandelt worden. „120 battements“ erinnert an den Kampf von Aids-Aktivisten im Umfeld der  französische ACT UP-Gruppe im Frankreich der neunziger Jahre.
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Nachtrag

Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie hat wieder unzählige Gruppen und Aktionen inspiriert, Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. So haben in Berlin mehrere LSBTI-Gruppen bei Prachtwetter einen Regenbogen vor dem Reichstag schweben lassen (Foto unten). Verbunden ist die Aktion mit einer Online-Petition „Die Vielfalt ist ein sicherer Ort für alle“. Um den Kölner Dom tanzten bunte Luftballons, in zahlreichen Städten informierten LSBTI-Gruppen. Sehr viele Zeitungen und Magazine haben den Tag mit Artikeln begleitet. Zu diesem Tag gehören leider auch Nachrichten von Übergriffen auf Aktivist_Innen; queer.de berichtet von Gewalt und Festnahmen etwa in der Ukraine, Georgien und Peru. Da ist es fast schon ein Lichtblick, dass eine Kundgebung in St. Petersburg wohl ohne Intervention durch staatliche Behörden verlaufen konnte.
Als jemand, der vor dem Schreibtisch saß, während andere an diesem Tag rausgingen, vielen Dank für das tolle Engagement. Es bleibt nur nachzutragen, dass eben jeder Tag ein Tag gegen Homophobie ist und sei es einfach dadurch, dass man sich weigert, das feindliche Gebrülle, das Aufstacheln, das Denunzieren anderer mitzumachen. Ein Vorfall in Berlin, bei dem eine Gruppe Männern von anderen Männern attackiert und homophob beleidigt wurde, zeigt einmal mehr, wie der Mechanismus von Ausgrenzung und Hass funktioniert. Die Angegriffenen gaben gegenüber der Polizei an, gar nicht schwul zu sein. Die Täter machen ihre Opfer zu dem, was ihnen, den Täter, vermeintlich das ‚Recht‘ gibt, zuzuschlagen. Und ist es nicht die sexuelle Orientierung, dann das feminine Auftreten, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nationalität, die politische Meinung gegen irgendeinen ‚Führer‘ in der Welt, dann ist es neuerdings auch schlicht die Armut und Bedürftigkeit von Menschen: Immer häufiger werden Obdachlose zum Ziel menschenverachtender Gewalt. Daran nicht zu verzweifeln, sondern weiterhin Flagge für eine andere Haltung gegenüber den Mitmenschen zu zeigen, das ist eine tägliche Aufgabe. Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie war ein Tag der sichtbaren Solidarität, die jeden Tag neu gelebt werden muss.

„Love is Love“: Anthologie in Erinnerung an Orlando-Attentat für Comic-Preis nominiert

Die Comic-Anthologie „Love is Love“ in Erinnerung an die Opfer des Massakers im Puls-Club in Orlando ist für den Will Eisner Award 2017 in der Kategorie Beste Anthologie nominiert.

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§175-Rehabilitierung: Kollektive Entschädigung lässt die eigentlich Betroffenen im Stich

Zu spät kommt sie, aber sie kommt: Das Bundeskabinett hat in dieser Woche den Gesetzesentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas zur Rehabilitierung der aufgrund des §175 Verurteilen nach 1945 beschlossen. Vorneweg wurde bereits der Punkt „Kollektiventschädigung“ abgehakt. Darüber, wohin dieses Geld fließt, gab es bislang keine Debatte. Schade, denn so wird die Chance vertan, Betroffenen und künftigen Generationen von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender wirklich zu helfen.

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„Moonlight“ gewinnt Oscar als bester Film

Moonlight

Nach langer, langer Zeit und krankheitsbedingter Pause habe ich mein Schreiben fürs „kreuz & queer“-Blog auf evangelisch.de wieder aufgenommen – und da ich dort ja stets alle zwei Wochen montags veröffentliche, war nach dem sensationellen Triumph bei der Oscar-Verleihung klar, dass heute „Moonlight“ Thema sein muss. Der Film ist ab 9. März in den deutschen Kinos zu sehen. / Filmstill: © A24 / DCM
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Die Zeit drängt – Zur Aufhebung der §175-Urteile nach 1945

paragraf_175

Mittlerweile kommen erste Stimmen aus der CDU, dass man das Gesetz zur Rehabilitierung von nach 1945 aufgrund des §175 verurteilten Homosexuellen nicht weiter blockieren will. Allerdings will man Entschädigung nur im Einzelfall zahlen. Eine kollektive Entschädigungsregel, wie sie der Entwurf von Justizminister Heiko Maas vorsieht, will sie nicht. Doch die Betroffenen haben keine Zeit mehr, als dass durch eine solche Frage die überfällige Aufhebung der Urteile weiter hinausgezögert werden dürfte.
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