Archive for the 'Blogs & websites' Category

Queer Palm für Aids-Dokudrama

Auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde, wie erwartet, das französische Aids-Dokudrama „120 battements par minute“ (120 Schläge pro Minute) mit der Queer Palm als Bester Film mit einem für LGBT-relevanten Thema ausgezeichnet. Schon im Vorfeld war der Beitrag des Regisseurs Robin Campillo als Favorit gehandelt worden. „120 battements“ erinnert an den Kampf von Aids-Aktivisten im Umfeld der  französische ACT UP-Gruppe im Frankreich der neunziger Jahre.
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Nachtrag

Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie hat wieder unzählige Gruppen und Aktionen inspiriert, Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. So haben in Berlin mehrere LSBTI-Gruppen bei Prachtwetter einen Regenbogen vor dem Reichstag schweben lassen (Foto unten). Verbunden ist die Aktion mit einer Online-Petition „Die Vielfalt ist ein sicherer Ort für alle“. Um den Kölner Dom tanzten bunte Luftballons, in zahlreichen Städten informierten LSBTI-Gruppen. Sehr viele Zeitungen und Magazine haben den Tag mit Artikeln begleitet. Zu diesem Tag gehören leider auch Nachrichten von Übergriffen auf Aktivist_Innen; queer.de berichtet von Gewalt und Festnahmen etwa in der Ukraine, Georgien und Peru. Da ist es fast schon ein Lichtblick, dass eine Kundgebung in St. Petersburg wohl ohne Intervention durch staatliche Behörden verlaufen konnte.
Als jemand, der vor dem Schreibtisch saß, während andere an diesem Tag rausgingen, vielen Dank für das tolle Engagement. Es bleibt nur nachzutragen, dass eben jeder Tag ein Tag gegen Homophobie ist und sei es einfach dadurch, dass man sich weigert, das feindliche Gebrülle, das Aufstacheln, das Denunzieren anderer mitzumachen. Ein Vorfall in Berlin, bei dem eine Gruppe Männern von anderen Männern attackiert und homophob beleidigt wurde, zeigt einmal mehr, wie der Mechanismus von Ausgrenzung und Hass funktioniert. Die Angegriffenen gaben gegenüber der Polizei an, gar nicht schwul zu sein. Die Täter machen ihre Opfer zu dem, was ihnen, den Täter, vermeintlich das ‚Recht‘ gibt, zuzuschlagen. Und ist es nicht die sexuelle Orientierung, dann das feminine Auftreten, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nationalität, die politische Meinung gegen irgendeinen ‚Führer‘ in der Welt, dann ist es neuerdings auch schlicht die Armut und Bedürftigkeit von Menschen: Immer häufiger werden Obdachlose zum Ziel menschenverachtender Gewalt. Daran nicht zu verzweifeln, sondern weiterhin Flagge für eine andere Haltung gegenüber den Mitmenschen zu zeigen, das ist eine tägliche Aufgabe. Der gestrige Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie war ein Tag der sichtbaren Solidarität, die jeden Tag neu gelebt werden muss.

„Love is Love“: Anthologie in Erinnerung an Orlando-Attentat für Comic-Preis nominiert

Die Comic-Anthologie „Love is Love“ in Erinnerung an die Opfer des Massakers im Puls-Club in Orlando ist für den Will Eisner Award 2017 in der Kategorie Beste Anthologie nominiert.

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§175-Rehabilitierung: Kollektive Entschädigung lässt die eigentlich Betroffenen im Stich

Zu spät kommt sie, aber sie kommt: Das Bundeskabinett hat in dieser Woche den Gesetzesentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas zur Rehabilitierung der aufgrund des §175 Verurteilen nach 1945 beschlossen. Vorneweg wurde bereits der Punkt „Kollektiventschädigung“ abgehakt. Darüber, wohin dieses Geld fließt, gab es bislang keine Debatte. Schade, denn so wird die Chance vertan, Betroffenen und künftigen Generationen von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender wirklich zu helfen.

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„Moonlight“ gewinnt Oscar als bester Film

Moonlight

Nach langer, langer Zeit und krankheitsbedingter Pause habe ich mein Schreiben fürs „kreuz & queer“-Blog auf evangelisch.de wieder aufgenommen – und da ich dort ja stets alle zwei Wochen montags veröffentliche, war nach dem sensationellen Triumph bei der Oscar-Verleihung klar, dass heute „Moonlight“ Thema sein muss. Der Film ist ab 9. März in den deutschen Kinos zu sehen. / Filmstill: © A24 / DCM
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Die Zeit drängt – Zur Aufhebung der §175-Urteile nach 1945

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Mittlerweile kommen erste Stimmen aus der CDU, dass man das Gesetz zur Rehabilitierung von nach 1945 aufgrund des §175 verurteilten Homosexuellen nicht weiter blockieren will. Allerdings will man Entschädigung nur im Einzelfall zahlen. Eine kollektive Entschädigungsregel, wie sie der Entwurf von Justizminister Heiko Maas vorsieht, will sie nicht. Doch die Betroffenen haben keine Zeit mehr, als dass durch eine solche Frage die überfällige Aufhebung der Urteile weiter hinausgezögert werden dürfte.
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Ist das ein Comic oder kann das weg? Wieso LGBT*-Comics vor LGBT*-Aktivisten gerettet werden sollten

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Dass Comics den Charakter verderben und darum besser verbrannt, als Kindern und Jugendlichen zum Lesen gegeben werden, war bis in die sechziger Jahre hinein fester Bestandteil der Erziehung in anständigen Familien.

Mittlerweile haben sich solche Auffassungen ein wenig geändert und eine entspanntere Haltung gegenüber Comics hat sich durchgesetzt. Sogar in der schwulen Welt. Da darf inzwischen ein Ralf König Comics in einem großen Buchverlag publizieren und das Schwule Museum sogar eine Ausstellung über queere Comics machen.

Gleichwohl lässt es sich die Aktivisten-Gruppe Enough Is Enough nicht nehmen, in ihrem moralischen Rigorismus auch Comics einem Generalverdacht auszusetzen und schon mal die Frage zu stellen, ob wir Comics, die LGBT-Themen aufgreifen, brauchen. Konkret – und Anti-Amerikanismus ist ja immer populär! – geht es um einen für Dezember angekündigten Comic-Band der US-amerikanischen Verlage DC und IDW, der unter dem Titel „Love Is Love“ der Opfer und Betroffenen des Pulse-Massakers in Florida gedenken und Gelder für einen Spenden-Funds sammeln will. Herausgeber des Bandes, so auf queer.de zu lesen, ist Marc Andreyko, der als Autor die Abenteuer der lesbischen Batwoman verantwortet. Zu den Zeichnern zählt u.a. Phil Jimenez, einer der bekanntesten, für Major Companies wie DC tätigen, schwulen Zeichner und Autoren.

Aber genug ist halt nicht genug. Und so fragt Enough Is Enough via Facebook nach: „Eine Comic-Serie in Ehren der Orlando-Opfer. Brauchen wir solche Dinge? Oder ist es wichtiger, seine Traurigkeit und Verletzung zu zeigen und dann für eine Veränderung zu kämpfen?“

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