Buchpreis für „Blutbuch“

Cover-BlutbuchDer Roman „Blutbuch“ vom Kim de L’Horizon erhält in diesem Jahr den mit 25.000 € dotierten Deutschen Buchpreis, der traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben wird.
Aus der Begründung der Jury:

„Mit einer enormen kreativen Energie sucht die non-binäre Erzählfigur in Kim de l’Horizons Roman ‚Blutbuch‘ nach einer eigenen Sprache. Welche Narrative gibt es für einen Körper, der sich den herkömmlichen Vorstellungen von Geschlecht entzieht? Fixpunkt des Erzählens ist die eigene Großmutter, die ‚Großmeer‘ im Berndeutschen, in deren Ozean das Kind Kim zu ertrinken drohte und aus dem es sich jetzt schreibend freischwimmt. Die Romanform ist dabei in steter Bewegung. Jeder Sprachversuch, von der plastischen Szene bis zum essayartigen Memoir, entfaltet eine Dringlichkeit und literarische Innovationskraft, von der sich die Jury provozieren und begeistern ließ.“

Bei der Preisverleihung sagte Kim de l’Horizon: „Dieser Preis ist nicht nur für mich“, und rasierte sich mit einer kleinen Haarschneidemaschine die dunklen Locken. „Die Jury vergibt diesen Preis gegen den Hass, für die Liebe, für alle Menschen, die wegen ihres Körpers unterdrückt werden. Dieser Preis ist auch für die Frauen im Iran. Wie dumm war unser Weltbild? Weiblichkeit ist nicht nur im Westen emanzipiert.“

Kim de l’Horizon, laut Verlagsangabe geboren 2666 [sic] auf Gethen, hat „heute genug vom „ICH“, studiert Hexerei bei Starhawk, Transdisziplinarität an der ZHdK und textet kollektiv im Magazin DELIRIUM“. Vor dem Deutschen Buchpreis war der Roman bereits mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung ausgezeichnet worden.

Buchinfo: Kim de l’Horizon: Blutbuch. Roman, Verlag Dumont, 336 Seiten, 24 €. ISBN 978-3-8321-8208-3 


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