Impfung gegen Affenpocken u.a. für „Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben“ empfohlen

Nachdem in Deutschland und anderen europäischen Ländern seit Mai vermehrt Fälle von Infektionen mit Affenpocken aufgetreten sind (siehe S.i.e.g.T. vom 21.5.22), hat die Ständige Impfkommission (STIKO) heute in einer Beschlussvorlage eine Empfehlung zur Impfung gegen Affenpocken für bestimmte Gruppen abgegeben.

Danach sollten sich Menschen ab 18 Jahren, die mit bereits infizierten Menschen in engerem Kontakt stehen/standen, sowie Laborpersonal, das ungeschützt Kontakt mit nichtinaktiven Proben hatte, impfen lassen. Diese Postexpositionsprophylaxe (PEP) soll – quasi nachträglich – eine Infektion verhindern oder ggf. Symptome einer Erkrankung mindern. Sie sollte möglichst früh in einem Zeitraum von 14 Tagen nach einem solchen Kontakt erfolgen.

Als zweite Gruppe nennt die STIKO – neben Laborpersonal – „Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben; Grund ist, dass Fälle in Deutschland bisher ausschließlich bei Männern der MSM-Community aufgetreten sind und diese Gruppe deshalb besonders geschützt werden soll.“ Bei schwulen und bisexuellen Männer, die (häufig) Sex mit anderen Männern haben, geht es also um eine vorbeugende Impfung, die eine Ansteckung verhindern soll.

Geraten wird zu 2 Impfstoffdosen in einem Abstand von etwa 28 Tagen. Bei Personen, die in der Vergangenheit bereits gegen Pocken geimpft wurden, reiche eine einmalige Impfung aus.

Als Pockenimpfstoff wird das in der EU für Menschen ab 18 Jahren zugelassene Imvanex genannt.

Es bleibe darüber hinaus erforderlich, bei Menschen, die sich infiziert haben, und deren Kontaktpersonen „Isolations- und Quarantänemaßnahmen einzuleiten, mögliche Verdachtsfälle zeitnah diagnostisch abzuklären sowie die betroffenen Risikogruppen aufzuklären und über Schutzmaßnahmen zu informieren“.

Bislang sind in Deutschland mindestens 130 Fälle von Infektionen mit Affenpocken bekannt. 

Der Abschluss des Stellungnahmeverfahrens und damit die „offizielle“ Empfehlung stehen noch aus.

Nachtrag: Die Deutsche Aidshilfe (DAH) twittert: „Wichtig ist, sich jetzt schon zu informieren, aber noch nicht in die Praxen zu gehen, denn der Impfstoff ist dort noch nicht verfügbar.“

Quelle: Mitteilung der STIKO auf der Internetseite des Robert Koch Instituts


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