New Yorks Werbekampagne gegen Floridas „Don’t say gay“-Gesetz

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Als Reaktion auf ein LGBTIQ*-feindliches Schulgesetz im US-Bundesstaat Florida startet New York genau dort eine Kampagne auf digitalen Werbetafeln zur Unterstützung der queeren Community. Im von einem republikanischen Gouverneur regierten Florida ist es neuerdings verboten, vor Schulkindern bis zur dritten Klasse über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zu sprechen. Dies sei Sache der Eltern, nicht der Schulen. (Jenen Schulen, in denen schon länger junge Trans-Frauen vom Sport mit Schülerinnen ausgeschlossen sind.)

PolitikerInnen, die sich für das „Don’t say gay“-(„Sag nicht schwul“-)Gesetz aussprachen, waren vom Disney-Konzern finanziell unterstützt worden. US-Präsident Joe Biden nannte das Gesetz „hasserfüllt“. Queere Gruppen warnten vor Stigmatisierung und Ausgrenzung. Der demokratische New Yorker Bürgermeister Eric Adams bezeichnete das Vorgehen Floridas einen gezielten Anschlag („targeted attack“) auf Floridas LGBT+. New York sei die Stadt des Stonewall-Aufstandes. Dort, so ist einer der Slogans der Kampagne, sage man viele alberne Dinge, „Don’t say gay“ gehöre nicht dazu. Ein weiterer: „Wenn andere Staaten ihre wahren Farben [im Sinne von: ihr wahres Gesicht“] zeigen, zeigen wir unsere.“ Wobei der zweite Teil des Satzes mit Regenbogenfarben hervorgehoben ist. Ein drittes Motiv ruft dazu auf, nach NY zu kommen, der Stadt, „wo du sagen kannst, was du willst“.

Die Motive sollen für acht Wochen auf digitalen Werbetafeln unter anderem in Fort Lauderdale, Orlando und West Palm Beach zu sehen sein.

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1 Antwort to “New Yorks Werbekampagne gegen Floridas „Don’t say gay“-Gesetz”


  1. 1 Ralf April 5, 2022 um 1:54 pm

    In Florida braucht es dazu heute ein Gesetz. In Deutschland (Rheinland-Pfalz) gab es während meiner Schulzeit (bis 1982) ein solches Gesetz nicht. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität waren einfach so kein Thema und wurden im Unterricht nicht behandelt – wie alles, was mit Sexualität zu tun hatte. Ausnahme: eine einzige Stunde in der Oberstufe, und das war Religion (mit immerhin liberalen Aussagen des ev. Pfarrers). Genau betrachtet ist Florida heute weiter als Rheinland-Pfalz damals, denn dieses Gesetz bringt wenigstens eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema, die es seinerzeit bei uns nicht gab.


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