„Girl“ gewinnt Queer Palm von Cannes

Der Debütfilm des Regisseurs Lukas Dhont erzählt die Geschichte der jungen Lara, die von einer Karriere als Ballerina träumt und dafür am Konservatorium in Brüssel die klassische Ausbildung zur Tänzerin durchläuft. Doch nicht nur steht die Prüfung bevor. Lara wartet auch auf den Beginn der geschlechtsangleichenden Operation. Geboren wurde Lara nämlich in einem männlichen Körper. Dies versucht sie vor den anderen Mädchen im Ballett zu verbergen.

Beatrice Behn schreibt in ihrer Filmkritik auf „Kinozeit.de“: „‚Girl‘ ist ein ruhiges und sanftes Werk, das seiner ebenfalls sehr stillen, sanften Hauptfigur allen Freiraum gibt, sie selbst zu sein und sich langsam, aber beständig zu entwickeln. Und darum geht es in diesem Film, der sich nicht für Voyeurismus oder Drama interessiert. Vielmehr will ‚Girl‘ ehrlich und empathisch auf Laras Leben und Situation blicken, ohne dabei gängige Klischees über trans* Menschen zu bedienen.“

Für seine Darstellung von Lara erhielt Victor Polster innerhalb der Sektion „Un certain regard“ (innerhalb der der Film gezeigt wurde) den Preis als bester Schauspieler. Begleitet wurde die Aufführung des Films von der Debatte, ob ein Cis-Mann eine Trans-Frau porträtieren darf.

Der Film wurde zudem mit dem Preis der Internationalen Kritiker-Vereinigung FIPRESCI ausgezeichnet.

Mit der Queer Palm werden bei den jährlichen Filmfestspielen in Cannes Filme ausgezeichnet, die sich auf herausragende Weise LGBT-Themen annehmen. Vergeben wird der Preis, der das französische Pendant zum Teddy-Award der Internationalen Filmfestspiele Berlin ist, seit 2010. Im letzten Jahr hatte ihn das Aids-Doku-Drama „120 battements par minute“ erhalten.

Angaben zum Film: „Girl“; Belgien 2018; 105 min.; Regie: Lukas Dhont; DarstellerInnen: Victor Polster, Arieh Worthalter u.a.


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