Aserbaidschan: Berichte von Verhaftungen von Homo- und Transsexuellen

Beunruhigende Nachrichten aus Aserbaidschan. Das englische Internetmagazin „Gaystarnews“ zitiert aus einem Bericht auf „Civilrightsdefenders.org“, der Seite einer schwedischen Menschenrechtsgruppe, wonach die Behörden der Hauptstadt Baku verstärkt gegen Homo- wie Transsexuelle bzw. gegen Menschen, die sie der Homosexualität verdächtigen, vorgehen.

Mindestens 100 Menschen sollen bei Razzien in Bars, Privatwohnungen wie auch auf öffentlichen Plätzen verhaftet worden sein. Verhaftete berichteten von verbaler wie physischer Gewalt sowie medizinischen Zwangsuntersuchungen durch die Polizei. Viele seien erst wieder freigelassen worden, nachdem sie Angaben zu weiteren LGBT-Personen gemacht hätten.

Der mittlerweile in Deutschland lebende Javid Nabiyev von der aserbaidschanischen LGBT-Gruppe Nefes bestätigte in einem Facebook-Video die Polizeigewalt, gab die Zahl der bekannten Fälle von Verhaftungen mit 50 an.

Staatliche Medien bezeichneten die Razzien als Vorgehen der Polizei gegen Prostitution.

Update 10.11.2017: Einer Meldung von Queeramnesty zufolge sind die inhaftierten LGBTI wieder frei

Formal ist Homosexualität in Aserbaidschan nicht strafbar. De facto aber sind LGBT – wie Menschenrechtsaktivisten und Andersdenkende generell – massiven Repressionen ausgesetzt. Die International Lesbian and Gay Association (ILGA) zählt Aserbaidschan neben Armenien und Russland zu den homosexuellenfeindlichsten Ländern.

In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes klingt das so: „Homosexualität wird gesellschaftlich nicht akzeptiert und ist mit Tabus belegt, aber nicht strafbar. Intimer homo- oder heterosexueller Umgang in der Öffentlichkeit wird leicht als Provokation missverstanden und kann Gegenreaktionen hervorrufen.“

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