Queer Palm für Aids-Dokudrama

Auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde, wie erwartet, das französische Aids-Dokudrama „120 battements par minute“ (120 Schläge pro Minute) mit der Queer Palm als Bester Film mit einem für LGBT-relevanten Thema ausgezeichnet. Schon im Vorfeld war der Beitrag des Regisseurs Robin Campillo als Favorit gehandelt worden. „120 battements“ erinnert an den Kampf von Aids-Aktivisten im Umfeld der  französische ACT UP-Gruppe im Frankreich der neunziger Jahre.

Die Jury der Queer Palm, ein Pendant zum Teddy Award der Berliner Filmfestspiele, lobte, dass der Film, ohne jemals im Melodram zu versinken, an dunkelste Seiten der jüngsten Geschichten erinnere – und daran, dass wir immer stärker seien, wenn wir unsere Kräfte bündeln.
„Sans jamais verser dans le mélodrame, le film nous plonge dans les pages les plus sombres de notre histoire récente, tout en nous rappelant que nous sommes toujours plus forts quand on conjugue nos énergies.“ 

Link zum Trailer auf YouTube

Die Premiere des Films in Cannes hatten die Jurorinnen und Juroren sowie Regisseure dazu genutzt, gegen die Verfolgung von Lesben und Schwulen in Tschetschenien zu protestieren. Dabei wurde unter anderem das „Silence = Death“-Motto (Schweigen ist Tod) verwendet, mit dem auch auf dem Höhepunkt der Aids-Epidemie gegen die Folgen einer diskriminierenden, Aufklärung verhindernden Politik demonstriert wurde.
Die Queer Palm wird seit 2010 in Cannes vergeben. In den letzten Jahren waren „Les vies de Thérèse“ (2016) „Carol“ (2015), „Pride“ (2014), „Der Fremde im See“ (2013) oder „Laurence Anyways“ ausgezeichnet worden. / ©RH

Angaben zum Film: „120 battements par minute“; Frankreich/2017; 135 min.; Regie: Robin Campillo; DarstellerInnen: Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois, Adèle Haenel, Antoine Reinartz; Produktion: Les Films de Pierre u.a.

Advertisements

Die Community unterstützen

Mit der Community feiern

Spirituelles (von mir und anderen)

Kreuz-und-queer-Blog

Das Buch zum Blog

Archiv