„Love is Love“: Anthologie in Erinnerung an Orlando-Attentat für Comic-Preis nominiert

Die Comic-Anthologie „Love is Love“ in Erinnerung an die Opfer des Massakers im Puls-Club in Orlando ist für den Will Eisner Award 2017 in der Kategorie Beste Anthologie nominiert.

Die Nominierung erfolgte, nachdem bereits eine Liste publiziert worden war, auf der der Band fehlte. Grund war, dass sich der Stichtag für Nominierungen nach der Listung des Versand-Giganten Amazon richtet. Der hatte „Love is Love“ erst ab 10. Januar 2017 gelistet, damit hätte die Anthologie nur für den Preis 2018 nominiert werden können. Tatsächlich aber war die Anthologie bereits Weihnachten 2016 veröffentlicht und vertrieben worden. Das Fehlen der Anthologie auf der ersten Nominierungsliste hatte zu bestürzten Äußerungen von Comic-Schaffenden geführt und war von Magazinen wie Bleeding Cool publik gemacht worden.

„Love is Love“ ist ein 144-seitiges Charity-Projekt, initiiert von Marc Andreyko, für das über 250 Comic-Zeichner*Innen, Künstler*Innen, Texter*Innen kurze Stories oder Illustrationen geliefert haben. So etwa Phil Jimenez Grant Morrison, Gail Simone, Jim Lee, Brian Michael Bendis, Olivier Coipel, Marguerite Bennett. Autorin J.K. Rowling autorisierte die Verwendung eines Dumbledore-Zitats. Alle Einnahmen gingen an „Equality Florida“, das damit den Hinterbliebenen und Betroffenen des Anschlags hilft: Bislang sind dies 165.000 US-Dollar! Die jetzige Nominierung muss auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass etwa in Deutschland Zweifel laut wurden, ob ein Comic überhaupt als Zeichen von Trauer akzeptabel sei.

Bei dem Anschlag auf den Nachtclub Pulse in Orlando, Florida, waren am 21. Juni 2016 49 Menschen getötet und 53 verletzt worden. Der Attentäter Omar M. wurde von der Polizei erschossen. Die Tat hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Auf zahlreichen Demonstrationen wurde weltweit Solidarität bekundet. In Berlin versammelten sich mehrere Tausend zu einer von Ryan Stecken und Margot Schlönzke organisierten Mahnwache vor dem Brandenburger Tor, das zudem in Regenbogenfarben – wie zuvor der Eifelturm in Paris oder die Oper in Sydney – beleuchtet wurde.

Der Will Eisner Award gilt als einer der wichtigsten US-amerikanischen Auszeichnungen für Comic-Schaffende. Zuletzt war 2013 mit „No Straight Lines“ ebenfalls eine queere Anthologie nominiert. Zeichnerin Alison Bechdel hatte 2007 eine Auszeichnung für „Fun Home“ erhalten. Die Gewinner des diesjährigen Awards werden auf der Comic-Con in San Diego im Juli bekannt gegeben. / RH

Advertisements

Die Community unterstützen

Mit der Community feiern

Spirituelles (von mir und anderen)

Kreuz-und-queer-Blog

Das Buch zum Blog

Archiv