Queer Lion für isländischen Film

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Der Debütfilm des in Reykjavik geborenen Regisseurs Guðmundur Arnar Guðmundsson wurde in diesem Jahr mit dem Queer Lion der Filmfestspiele in Venedig ausgezeichnet. „Hjartasteinn“ (Heartstone) erzählt vom Leben und von der Freundschaft der beiden Jungen Thor (Baldur Einarsson) und Christian (Blær Hinrikson) in einem kleinen isländischen Dorf. Die Romanze mit zwei Mädchen bringt die Gefühlswelt gehörig durcheinander. Sie wird nicht nur zur Probe für die lange innige Beziehung der Jungen, sie müssen auch lernen, welche Grenze dem Erkunden von Gefühlen in ihrem Dorf gesetzt sind.

Die Queer-Lion-Jury lobte die ausdruckstarke Coming-of-Age-Geschichte und die Analyse der Akzeptanz von homosexuellen Gefühlen und Leidenschaften. Die lebendige Darstellung des inneren Konfliktes, der die beiden Hauptpersonen auseinanderbringe und dann wieder zusammenführe, vollziehe sich vor einer Landschaft, die ebenso atemberaubend wie hart und grausam sein könne.

Laut Regisseur Guðmundur, der zugleich das Drehbuch schrieb, basiert der Film auf seiner eigenen Jugend in einem kleinen Fischerdorf und auf seiner Freundschaft mit einem Jungen, der sich im Alter von 16 das Leben nahm.

Der Queer Lion für den besten Film, der LGBT-Themen und/oder queere Kultur zeigt, wird seit 2007 vergeben. Angeregt wurde er vom ehemaligen Festival-Direktor Moritz De Hadeln, der an die Tradition der Vergabe des Teddy Award auf der Berlinale anknüpfen wollte. Zu den prämierten Filme zählen unter anderem „The Danish Girl“ (2015) von Tom Hooper oder „Philomena“ (2013) des englischen Regisseurs Stephen Frears. Tom Ford, der 2009 den Queer Lion für „A Single Man“ erhalten hatte, wurde in diesem Jahr für seinen Wettbewerbsbeitrag „Nocturnal Animals“ mit dem Silbernen Löwen prämiert. / RH

Links: Website zum Film / Internetseite des Queer Lion (beide englischsprachig)

 


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