Queer Palm für Doku über die Aktivistin Thérèse Clerc

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Eine Dokumentation über die im Februar verstorbene Feministin Thérèse Clerc erhält in diesem Jahr die Queer Palm, den LGBT-Filmpreis der Filmfestspiele von Cannes. Die Jury sprach von einer zweifachen Auszeichnung. Einerseits für Regisseur Sébastien Lifshitz, der mit „Les vies de Thérèse“ (Die Leben der Thérèse) einen „bewegenden Film“ über und „liebevollen Blick“ auf die Kämpferin kurz vor ihrem Tod gemacht habe. Andererseits für Thérèse Clerc, die privates Leben und politisches Engagement vereint und deutlich gemacht habe, dass unser Begehren und unsere Sexualität Grundlagen für den Kampf um eine gerechtere Gesellschaft sein müssen.

1927 geboren, wurde Thérèse Clerc Ende der sechziger Jahre zu einer zentralen Figuren der gesellschaftlichen Umbrüche in Frankreich. Sie setzte sich für die Gleichberechtigung von Frau und Mann, für das Recht auf Abtreibung und für die Rechte von Homosexuellen ein. Der Regisseur Lifshitz hatte sie bereits 2012 in dem Film „Les Invisibles“ porträtiert. Nun, durch ihr Alter und die Krebserkrankung geschwächt, reflektiert sie in „Les vies de Thérèse“ über ihr Leben und das Sterben. Lifshitz sei, so heißt es in einer Filmkritik auf „outnow.ch“ (ohne Autorenangabe) „ein intimes und ehrliches Essay über das Alter und den Tod [gelungen] – immer noch Tabuthemen unserer Gesellschaft, wie die Protagonistin zu Beginn festhält. Auch wenn ‚Les Vies de Thérèse‘ formal eher konservativ daherkommt, bietet der Film einen interessanten und zum Nachdenken anregenden Einblick in ein außergewöhnliches Leben und eine außergewöhnliche Familiengeschichte“.

Die Queer Palm – quasi das Pendant zum Teddy Award der Berlinale – wird seit 2010 in Cannes vergeben. In den letzten Jahren waren „Carol“ (2015), „Pride“ (2014), „Der Fremde im See“ (2013) oder „Laurence Anyways“ ausgezeichnet worden. / ©RH

Link: Facebook-Seite von „Queer Palm“


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