Schwuler Mann in Berlin ermordet – Polizei bittet um Hinweise

Die Berliner Polizei hat sich heute mit der Bitte um Hinweise an die Öffentlichkeit gewandt …

Am letzten Freitag ist der 53-jährige Horst Lutz Krause am Morgen von einem Bekannten tot in seiner Wohnung in der Passauer Straße gefunden wurden. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. „Er war homosexuell und verkehrte in Szenelokalen seines Wohnumfeldes.“
Mit der Veröffentlichung eines Fotos des Totens erhofft sich die Berliner Polizei Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens beitragen können. Sie fragt: „Wer war mit Herrn Krause bekannt bzw. kann sachdienliche Angaben zu seinen Tätigkeiten, Aufenthaltsorten und Kontaktpersonen – insbesondere für den Zeitraum vom 13.10.2014 bis 17.10.2014 – machen?“
Ein Foto des Ermordeten sowie Angaben, an welche Polizeistelle man sich mit Hinweisen wenden kann, finden sich auf der Internetseite der Berliner Polizei. (Link zur Polizeimeldung #2484, Stand: 21.10.2014)

3 Responses to “Schwuler Mann in Berlin ermordet – Polizei bittet um Hinweise”


  1. 1 Ralf Oktober 21, 2014 um 12:50 pm

    Ich fühle mich in die 70er Jahre zurückversetzt. „Er war homosexuell und verkehrte in Szenelokalen.“ Wenn man keinerlei Anhaltspunkt hat, dass seine sexuelle Ausrichtung und seine Besuche in bestimmten Lokalen etwas mit seiner Ermordung zu tun haben -und das ist offenbar so, sonst hätte man einen entsprechenden Hinweis gegeben (z.B. „gewisse Anzeichen sprechen dafür, dass…“)-, dann ist diese Polizeiverlautbarung üble Stimmungsmache. Homosexuell war er (nicht etwa schwul), also kann er nur im Zusammenhang mit irgendwelchen sexuellen Handlungen umgebracht worden sein. Pfui! Nur gut, dass sich diese Typen gegenseitig umbringen. Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass da bei anderer Konstellation stünde: „Er war heterosexuell und verkehrte in Szenelokalen.“ Wie sagte ein gewisser Papst: Homosexualität ist die Kultur des Todes. – Die Berliner Polizei hat gut von ihm gelernt. Hat sich denn in den letzten 40 Jahren dort gar nichts geändert?!

  2. 2 RH Oktober 21, 2014 um 1:59 pm

    Ralf, ich kann zwar deinen Ärger über die Sprachregeln nachvollziehen – würde aber im konkreten Fall doch erstmal vermuten, dass die Polizei schon über Hinweise auf Verbleib / Aufenthalt des Ermordeten vor der Tat froh wäre und ihn darum als Szenegänger bezeichnet. Aber spekulieren ist müßig. Nachfragen an die Polizei leider auch. Kurzfristig war das Foto des Mannes nicht angezeigt worden – und selbst eine bloße Nachfrage blieb bislang unbeantwortet. Unnötigerweise genöhlt: Mittlerweile wurde die Nachfrage beantwortet, es handelte sich um ein kurzfristiges technisches Problem!

  3. 3 Ralf Oktober 22, 2014 um 9:59 am

    Rainer, mich erinnert das an jene schauerlichen Aktenzeichen-XY-Berichte von ehedem, in denen, wenn es um den Mord an einem Schwulen ging, zu Anfang stets mit gedämpfter Stimme aus dem Off tönte: „Eine homophile Veranlagung zwingt ihn zu einem Doppelleben.“ Dabei konnte und sollte sich jeder Zuschauer denken: „… und das wird ihm zum Verhängnis.“ Stets war das Schwulsein wahre Ursache des gewaltsamen Todes, und unausgesprochen schwang der Gedanke mit: „selber schuld“. Du bist im gleichen Alter wie ich und wirst solche Berichte damals auch registriert haben. Mir wurde als sehr jungem Menschen auf diese Weise eingehämmert, dass ich abnorm und Homosexualität lebensgefährlich sei. Mich macht traurig und ratlos,dass diese Art unterschwellig negativer Darstellung durch Polizeibehörden noch immer üblich ist.


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