Murks am Montagmorgen: Gott straft den Schützenbund erneut

Das katholische Christentum in Deutschland ist in einer Zeit schwerster Prüfungen! Mit Müh und Not hatte eine der letzten Verteidigungslinien, der Bund der  Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), den PR-Gau schwuler Schützenkönige verkraftet, da kommt der nächste, der das Abendland einen Schritt näher an den Abgrund bringt: Ein Muslim hat den Vogel abgeschossen! Jetzt soll er aus dem Verein rausgeschmissen werden …

Mithat Gedik, 33, lebt mit seiner Familie in Deutschland, arbeitet in Deutschland und ist bei der St. Georg-Schützenbruderschaft im nordrhein-westfälischen Werl, im Ortsteil Sönnern. Dass er Muslim ist (interessanterweise, wie die „Welt“ berichtet, katholische Religion im Abi als Fach belegt hat), hat im lokalen Schützenverein scheinbar niemanden wirklich tangiert. Bis er Schützenkönig wurde. Als solcher könnte er nämlich am Bezirksschützenfest teilnehmen. Hier kommt der Dachverband ins Spiel. Während an der Basis alles seinen sportlichen Gang geht, ist dem BHDS ein Muslim ein Stachel im gläubigen Fleisch, schließlich sei man „eine Vereinigung christlicher Menschen“. Deswegen hätte Gedik sowieso nie Mitglied werden dürfen.

Man kann sich das Entsetzen richtig ausmalen, als den Religionswächtern des Dachverbandes klar wurde, dass sich der Teufel selbst in Gestalt von Mithat Gedik in ihre heiligen Reihen geschlichen hat. Angeblich wollte der Dachverband, dass Gediks Brudermeister diesen zum Konvertieren überrede.

Wie schon seinerzeit bei schwulen Schützenkönigen – die mittlerweile per Satzung erlegt wurden und nicht mehr mit Partner auftreten können – offenbart der BHDS einen eklatanten Mangel an Gelassenheit, noch mehr aber an simpler Menschlichkeit. Mit fanatischem Eifer sollen die Reihen ’sauber‘ gehalten werden. Ob Homosexuelle, ob Muslime oder möglicherweise eines Tages gar muslimische Homosexuelle – mit unerbittlicher Technokraten-Mentalität hält das System sein Fähnlein hoch. Es ist ein dürftiges Fähnlein, weil es in der schlechten Tradition des Christentums nur mit Ausschluss und Diskriminierung auf Veränderungen reagieren kann – und in einem eigentlich völlig belanglosen Einzelfall eine hässliche Fratze präsentiert, die das Gegenteil der so gerne propagierten „christlichen Werte“ ist. / ©RH

PS: Beim „Konkurrenten“, dem Sauerländer Schützenbund (SSB) sieht man die Sache gelassener. „WAZ online“ zitiert dessen Bundesgeschäftsführer Schmitz mit dem Satz: „Ein Muslim als König gefährdet das viele hundert Jahre alte Schützenwesen nicht.“


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