Mehr CO2, weniger Homo-Rechte – Großspenden sind niemals klimaneutral

Ein Schelm, der Übles dabei denkt. Mitglieder der Familie Quandt, ihres Zeichens Großaktionäre des Autokonzerns BMW, haben der CDU 690.000 Euro gespendet. Bekannt wurde das nach der Bundestagswahl und unmittelbar nachdem die Bundesregierung, allen voran der in seiner unterwürfigen Windigkeit beschämende Noch-Umwelt-Minister Peter Altmaier, die Verschärfung von CO2-Werten bei Fahrzeugen auf EU-Ebene blockiert hat. Den Nutzen, so die „Süddeutsche“, haben vor allem die Hersteller von Oberklasse-Fahrzeugen: BMW, Daimler und Audi. Und den Schaden?

Spenden an die CDU haben bei der Familie Quandt Tradition, die Annahme von Spenden aus der Großindustrie bei der CDU ebenso. Und natürlich erkauft man sich damit Wohlverhalten. Doch was für BMW bzw. die Familie Quandt eine Investition in die eigene Zukunft, nämlich die Steigerung ihres privaten Vermögens ist (von dem auch manche Arbeitsplatzinhaber profitieren), ist auf der anderen Seite die Zerstörung der Umwelt, der Lebensgrundlagen unseres Planeten. Gesellschaftlich ist die Spende an die CDU allerdings auch ein schlechtes Zeichen für Schwule und Lesben. Als unerkannter Teil einer zahlenden Konsumentenmasse dürfen sie zwar auch im Wagen der S-Klasse fahren, ansonsten aber in der U-Klasse der Menschenrechte verbleiben. CDU steht eben nicht nur für Zerstörung der Umwelt (selbst die Energiewende wird, seit der Verkündung durch Angela Merkel, systematisch hintertrieben und – auf Kosten der Allgemeinheit – verhindert), sondern auch für ein konservatives bis reaktionäres Gesellschaftsbild, das Homosexuelle wie auch andere Minderheiten unverändert benachteiligt.
Sicher, bei den Quandts hat niemand was gegen Schwule und Lesben. Und ganz bestimmt wird im BMW-Betriebskindergarten der kleine Johann Paul Sören nicht gehänselt, nur weil er zwei schwule Väter hat. Und dass man sich unter Erwachsenen mit Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, und Peter Altmaier, Noch-Umweltminister (beide sind wahrlich keine Galionsfiguren eines sexuell orientierten Selbstbewusstseins!), gut versteht, versteht sich von selbst.
Spenden an Parteien sind niemals „neutral“ – weder klima- noch gesellschaftspolitisch. Großspenden wie die der Quandts lassen sich als ein deutliches „Weiter so!“ an die CDU lesen und sind damit auch ein Aufruf, Schwule und Lesben, vor allem als Lebenspartner beim Adoptionsrecht, rechtlich weiterhin zu benachteiligen. Die CDU ist während des Wahlkampfes von dieser Linie nicht abgewichen.* Die Quandts/BMW und die CDU sind autofreundlich, aber homo-unfreundlich. Wie es eine Aussage in einem „Spiegel“-Artikel von 2011 über eine Karrieremesse für Homosexuelle so treffend formuliert: „Die Autoindustrie ist non-schwul. Autos verkaufen sich mit nackten Frauen.“ © RH

* Heute wurde bekannt, dass Merkel auch in einer Großen Koalition mit der SPD homosexuellen Paaren das Adoptionsrecht verweigern will.


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