Auch Verteidigung spricht von Mord – Prozess gegen „Dunkelraummörder“ vor dem Abschluss

Zu jenen Prozessen, die die Community-Medien nicht wirklich interessiert haben, gehört der gegen Dirk P. Der heute 38-Jährige hatte im April und Mai letzten Jahres in Berlin drei Männer mit K.o.-Tropfen (Liquid Ecstasy) getötet, um sie dann auszurauben. Einer der Morde geschah im Dunkelraum einer Schwulenkneipe in Berlin-Friedrichshain. Vielleicht war mit der Sensation des Dunkelraummordes das Thema gleich nach Bekanntwerden ausgereizt, vielleicht waren drei Tote nicht genug, um seitens der werbefinanzierten schwulen Medien journalistisch weiterzuarbeiten …
Der Prozess steht vor dem Abschluss – mit dem bemerkenswerten Ergebnis, dass selbst die Verteidigung des Angeklagten sich dafür ausgesprochen hat, ihn wegen Mordes aus Heimtücke und Habgier zu verurteilen.
Dirk P. dagegen sei der Überzeugung, nicht bewusst getötet zu haben. Die Taten seien im Rausch des Sexes passiert. Auch habe er sich ungenügend über die Gefährlichkeit der Droge informiert. Er war allerdings informiert genug, die Droge im Internet zu bestellen und seine Taten zu planen, denn er mischte seinen Opfern das Liquid Ecstasy heimlich in die Getränke.
Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag lebenslang für den einstigen Grundschul-Referendar Dirk P. gefordert und die Feststellung einer besonderen Schwere der Tat; es habe sich „um das Werk eines kaltblütigen und bösen Menschen“ gehandelt, der sich habe bereichern wollen. Für den Angeklagten sei es „ein erhebendes Gefühl“ gewesen, seine Opfer sterben zu sehen“. Auch ein psychologischer Gutachter hatte im Prozessverlauf ausgesagt, es sei Dirk P. um „Allmachtsfantasien und Unterwerfung“ gegangen; dem Angeklagten wurden aber keine psychische Störungen attestiert.
Das Urteil soll am Freitag verkündet werden. (RH)

Quellen: Morgenpost (Artikel vom 25.6.2013) / RBB-Online (Beitrag vom 21.6.2013 – der, nebenbei  vermerkt, das von uns so geliebte Wort vom „Schwulen-Milieu“ nicht scheut) / Berliner Zeitung (Beitrag vom 21.6.2013) / Focus (Beitrag vom 14.6.2013)


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