„Sich für Schwule und Lesben einzusetzen, heißt die eigene Freiheit zu verteidigen“ US-Präsident Obamas Rede vor dem Brandenburger Tor

Obama_RedeBerlinEigentlich ist heute viel zu heiß zum Bloggen. Aber ich will nicht unvermerkt lassen, dass US-Präsident Barack Obama in seiner Rede vor dem Brandenburger Tor auch explizit die Rechte und die Liebe von Schwulen und Lesben erwähnt hat.

Obama sprach wiederholt vom „Frieden mit Gerechtigkeit“, für den es sich einzusetzen gelte. Er erinnerte damit an die Rede von John F. Kennedys vom Juni 1963 und an eine weniger beachtete Passage, in der Kennedy seine Zuhörer aufgefordert hatte, über die Gefahren des Heute hinauszublicken und sich für den Frieden mit Gerechtigkeit für die ganze Menschheit einzusetzen. Die Arbeit sei noch nicht getan. Obama sprach die nukleare Abrüstung, die Weltwirtschaft an.
Frieden mit Gerechtigkeit, sagte er dann, beginne aber auch mit dem eigenen Verhalten. Die Geschichte hätte uns gezeigt, dass Intoleranz Ungerechtigkeit hervorbringe. Es mache die Gesellschaft stärker, wenn alle Menschen die gleichen Chancen hätten – unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung:

„I’d suggest that peace with justice begins with the example we set here at home, for we know from our own histories that intolerance breeds injustice. Whether it’s based on race, or religion, gender or sexual orientation, we are stronger when all our people – no matter who they are or what they look like – are granted opportunity, and when our wives and our daughters have the same opportunities as our husbands and our sons.“

Indem man für deren Recht auf Gleichstellung eintrete, verteidige man auch seine eigene Freiheit. Solange es Mauern in den Herzen gebe, die uns von denen trenne, die anders aussehen, die anders denken, die an anderes glauben, müssten wir uns gemeinsam mehr anstrengen, um diese Mauern einzureißen.

„When we respect the faiths practiced in our churches and synagogues, our mosques and our temples, we’re more secure. When we welcome the immigrant with his talents or her dreams, we are renewed. When we stand up for our gay and lesbian brothers and sisters and treat their love and their rights equally under the law, we defend our own liberty as well. We are more free when all people can pursue their own happiness. And as long as walls exist in our hearts to separate us from those who don’t look like us, or think like us, or worship as we do, then we’re going to have to work harder, together, to bring those walls of division down.“

Rhetorisch und gedanklich lässt Obama damit in Fragen der Gleichstellung von Schwulen und Lesben die deutsche Kanzlerin erneut weit hinter sich.

Die Rede im Wortlaut (englisch) via „Spiegel Online“.


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