„Jung und naiv“? Prozess gegen Bradley Manning hat begonnen

In den USA hat drei Jahre nach seiner Verhaftung der Prozess gegen den Soldaten Bradley Manning vor einem Militärgericht begonnen.  Manning wird beschuldigt, Informationen über den Irakkrieg an die Enthüllungsplattform „Wikileaks“ geliefert zu haben. In früheren Anhörungen hatte Manning dies auch bereits zugegeben. Die US-Regierung wirft ihm Geheimnisverrat und Unterstützung des Feindes vor, genau dies wird von Manning zurückgewiesen. Der Soldat habe mit den Informationen Amerika „wachrütteln“ wollen. Der Verteidiger David Coombs will in Manning den „jungen und naiven Idealisten“ sehen, dessen Einstellung zum Krieg sich geändert habe, als dieser habe ansehen müssen, wie ein Fahrzeug mit irakischen Zivilisten über eine Mine fuhr und explodierte. Auch Mannings sexuelle Orientierung wird für die Darstellung als Mann mit inneren Zweifeln thematisiert. „Manning musste die Tatsache, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt und möglicherweise transsexuell ist, nach damaligen US-Militärvorschriften geheim halten, was nach Aussage Coombs‘ seine Gewissenskonflikte verschärfte und ihn von den anderen Soldaten isolierte“, berichtet „gulli.com“.
Durch Mannings Teilgeständnis ist bereits klar, dass das Gericht nicht die Todesstrafe gegen ihn verhängen wird. Aber selbst wenn Manning nicht des Geheimnisverrats schuldig gesprochen wird, allein aber für die Weitergabe von Informationen, so schreibt die „Süddeutsche“, „könnte der Soldat 20 Jahre ins Gefängnis geschickt werden“.


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