6. Mai 1933: Nazis stürmen Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft

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Heute vor 80 Jahren, am 10. Mai 1933, wurde das von dem Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld gegründete Institut für Sexualwissenschaft in Berlin von den Nazis gestürmt und die Bibliothek geplündert. Zunächst von Studenten, dann von der SA. Viele der Bücher sowie eine auf einen Stock aufgespießte Büste Hirschfelds landeten bei der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Bebelplatz auf den von den Nazis errichteten Scheiterhaufen, die symbolisch für die Vernichtung des deutsch-jüdischen Geistesleben stehen. Hirschfeld selbst befand sich zu dieser Zeit bereits im Exil.
Das Institut war 1919 von Magnus Hirschfeld gegründet worden. Die Forschungsstelle errang internationale Bedeutung und war zugleich Anziehungspunkt für zahlreiche Intellektuelle der Zeit, so u.a. für die Schriftsteller Christopher Isherwood und André Gide. Hirschfeld setzte sich für die Abschaffung des §175 ein; seine Lehre von den „Zwischenstufen“ ist bis heute „revolutionär“, weil er den Menschen nicht auf eine Identität (Mann oder Frau) festlegen wollte, sondern für ihn jeder Mensch eine Mischung aus weiblich und männlich war.
Mehr über das Institut, seine Bedeutung und die Bedeutung Hirschfelds kann man u.a. nachlesen in der „Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft“ oder in einem Artikel von Axel Schock im DAH-Blog, in einem Artikel von Enrico Ippolitto auf der Internetseite der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

1 Response to “6. Mai 1933: Nazis stürmen Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft”


  1. 1 stefanmichaelgerlach Mai 6, 2013 um 5:47 pm

    Reblogged this on Stefan M. Gerlach's Blog und kommentierte:
    Ein recht guter zeitgeschichtlicher Überblicksartikel zu einem der Namensgeber der Hirschfeld-Eddy-Stiftung (http://www.hirschfeld-eddy-stiftung.de/).


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