„Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben“ In Berlin soll eine Brücke an Hatun Sürüçü erinnern

In Berlin soll künftig eine Brücke den Namen der 2005 von ihrem Bruder ermordeten Hatun Sürüçü tragen. Der Ausschuss für Bildung und Kultur der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg stimmte gestern Abend für einen entsprechenden Antrag der CDU. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg hatte neben vielen anderen Initiativen eine solche Benennung unterstützt und zusammen mit Terre des Femmes 250 Unterschriften für das Anliegen gesammelt und dem Ausschuss überreicht. Mit der Benennung, so der LSVD in einer Pressemitteilung, „soll ein dauerhaftes und sichtbares Zeichen für ein selbstbestimmtes und freies Leben in einer pluralen Gesellschaft gesetzt werden“.
Hatun Sürüçü war im Februar 2005 von ihrem Bruder an einer Bushaltestelle in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof erschossen worden – weil  die Familie den „Lebensstil“ der 23-Jährigen, die sich von ihrer Familie und aus einer Zwangsehe gelöst hatte, missbilligte. Die künftig nach Hatun Sürüçü benannte Brücke führt von der Oberlandstraße zum Tempelhofer Feld. Der Bruder wurde zu neun Jahren Haft verurteilt worden, seine beiden älteren, ebenfalls angeklagten Brüder waren aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden (siehe „Wikipedia“)
Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung im Ausschuss. Wie der „Tagesspiegel“ meldet, habe ein von der SPD benannter Träger in der Anhörung „vor einer möglichen ‚Diskriminierung der türkischen Community‘ wegen des türkischen Namens im Zusammenhang mit dem damaligen ‚Ehrenmord‘ gewarnt“. Der Beschluss des Ausschusses bedarf noch der Zustimmung der BVV.

1 Response to “„Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben“ In Berlin soll eine Brücke an Hatun Sürüçü erinnern”


  1. 1 Hermann Zeller Mai 4, 2013 um 6:14 am

    Der Tagesspiegel hat sich bei der Stadträtin Kaddatz (CDU) informiert, Entsprechend gefärbt ist die Darstellung.
    Die SPD hat keinen Träger benannt.
    Es herrscht Konsens im Ausschuss und in der BVV, dass das Gedenken an Hatun Sürüçü einen festen Platz in unserem Bezirk haben muss.
    Ob es nun unbedingt diese Brücke sein muss, darüber kann man unterschiedlicher Auffassung sein.
    Dass im Ausschuss seitens eines CDU-Vertreters gegen die Grünen gepöbelt wurde („Padophilen-Unterstützer“) erwähnt die gute Frau Kaddatz natürlich nicht.


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