Zeitungs-Kampagne gegen schmutzigen schwulen Sex im Tiergarten

Sehr geschickt empört man sich bei der „B.Z.“ gegen „Sexspiele“ im Berliner Tiergarten. Gestern war der Aufmacher der Zeitung ein Foto von zwei Männern im Gebüsch, im Text ist vom „offen zur Schau gestellten Treiben“ die Rede.
Aufgrund des milden Wetters ziehe es jetzt mehr Männer auf der Suche nach Sex in den Tiergarten. In einer Fotostrecke der Online-Ausgabe darf sich dann ein Parkarbeiter über den Schmutz ärgern, eine 74-jährige Frau aus dem Bezirk Wedding erklären, dass sie das Gebiet im Tiergarten umfährt und ein junges Touristenpärchen aus der Schweiz sich schockiert zeigen. Steilvorlage auch für Robbin Juhnke, innenpolitischer Sprecher der CDU (ja, genau jene Partei, die bei der CSD-Parade nicht mitmachen darf!): „Es darf nicht sein, dass Jogger, Spaziergänger und vor allem Kinder so etwas in der Öffentlichkeit sehen müssen.“
Man könnte es kurz machen, denn Sex in der Öffentlichkeit ist in Deutschland egal wo nicht zulässig. Selbst der Schwulen nicht gerade wohl gesonnene Stadtrat des Bezirks Mitte, Carsten Spallek (ja, genau der, der im letzten Jahr der CSD-Parade die Genemigung verweigern wollte) muss aber zugeben: „Anzeigen gab es bislang nicht, daher sehen wir noch keinen Handlungsbedarf.“
Die „B.Z.“ vermischt das Thema dann in gekonnter Weise mit „Sauberkeit“ und legt heute nach. Kondome und Taschentücher werden als Müll von Schwulen problematisiert und eine Reinigungsaktion des Grünflächenamtes wird zum „Ekel-Aufräumen“. Und aufgrund von Sparmaßnahmen, so erfährt man, werde ab 2014 auch nicht mehr zweimal, sondern nur noch einmal täglich im Tiergarten gereinigt …


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