Queer-Comic-Anthologie „No Straight Lines“ nominiert für Eisner Award

Justin-HallDer Eisner Award ist einer der wichtigsten Auszeichnungen des US-amerikanischen Comic-Marktes. Unter den letzte Woche bekannt gegebenen Nominierungen für 2013 findet sich in der Kategorie Beste Anthologie auch „No Straight Lines: Four Decades of Queer Comic“ (Fantagraphics) des in San Francisco lebenden Herausgebers und Zeichners Justin Hall. Der Sammelband illustriert 40 Jahre in der Geschichte von Comics mit schwulen, lesbischen Themen bzw. von schwulen Zeichnern und lesbischen Zeichnerinnen.  So finden sich neben amerikanischen Pionieren des Undergrounds wie Alison Bechdel („Dykes To Watch Out For“) und Howard Cruse („Stuck Rubber Baby“) auch der deutsche Zeichner Ralf König und der eher im Kunst-Bereich verortete David Wojnarowicz.
Cover_NoStraightLinesBefragt vom „Advocate“-Magazin sah Justin Hall Parallelen zwischen Comics und der queeren Welt. Beide hätten sich mühsam den Respekt der dominierenden Mehrheitskultur erkämpfen müssen, beide hätten Schwierigkeiten, ihre eigene Geschichte zu verstehen.  „Mit der Anthologie möchte ich Comic-Fans etwas über die beeindruckenden Arbeiten, die außerhalb der traditionellen Comic-Industrie entstanden sind, erzählen, und zugleich der LGBT-Community etwas über diese einzigartige künstlerische Tradition, die sich seit über 40 Jahren komplexen Themen der Identität und sozialen Normen mit Intelligenz, Humor und einer respektlosen Fantasie widmet.“
Die Anthologie „No Straight Lines“ geht zurück auf eine 2006 von Justin Hall kuratierte Ausstellung im San Francisco Cartoon Art Museum. Er selbst ist als Zeichner u.a. für seine Comic-Figur „Glamazonia: The Uncanny Super Tranny“ bekannt.
Neben Justin Hall ist mit Eric Shanower für „Road to Oz“ (Kategorien: Best Publication for Kids sowie Beste Adaption) ein weiterer offen schwuler Künstler nominiert. Zudem ist die bisexuelle Autorin und Zeichnerin Colleen Coover in mehreren Kategorien, darunter Beste Neue Serie, Bestes Digitales Comic, für „Bandette“ nominiert.
Namensgeber des Eisner Awards ist der jüdische Zeichner Will Eisner, der mit „The Spirit“ zeichnerische Maßstäbe setze. Für sein Buch „Ein Vertrag mit Gott“ benutzte er als Erster die heute gängige Bezeichnung „Graphic Novel“. Die Eisner Awards werden im Rahmen des Comic-Con San Diego am 19. Juli 2013 vergeben. (RH)


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