Personalia der Woche: Wer häufiger an Sex als an Essen denkt und wer in Sömmerda (hoffentlich) glücklich ist

personalia_10-2013

Personalia und Nachrichten der vergangenen Woche – unter Vermeidung der Themen gleichgeschlechtliche Ehe und Homosexuelle Profi-Fußballer. Dafür eröffnen wir wohl bald eine eigene Rubrik „Comic-Kuss der Woche“, wenn die Comic-Verlage ihre derzeitige Freude am homosexuell motivierten Küssen und Küssenlassen beibehalten … 

Glückliches Sömmerda – mit Holk Maisel und Udo Kollmann gleich zwei – hoffentlich auch glückliche – schwule Stadträte!

Glückliches Berlin? Ach ja! Auch wenn der angesichts seines politischen Niedergangs verzweifelt um sich schlagende Klaus Wowereit jetzt zum üblichen Bashing der Berlin-Kritiker übergeht: „In Hamburg schließt man die Reihen bei Angriffen von außen, in München auch“ – nur in Berlin nicht, jammert der Sozialdemokrat (!) dem „Tagesspiegel“ ins Diktiergerät.

Leider hilft rosa anstreichen auch nicht mehr auf dem Weg zum Weltfrieden!

Düsseldorf zeigt eine Schau mit Werken von Wolfgang Tillmans – Dem „Spiegel“ sagt er im Interview: „Vielleicht ist das meine Lebensaufgabe: Verwundbarkeit bewusst zu machen. Sie betrifft uns ja alle, und es wäre der Idealzustand, würden wir sie vor uns selber und vor anderen anerkennen.“

Ein weiterer Untersuchungsbericht zu den Missbrauchsfällen im Internat des Benediktinerklosters Ettal ist jetzt veröffentlicht worden. Auch sexuelle Übergriffe seien Teil des Unterdrückungssystems gewesen, heißt es darin. Und nicht weniger schockierend, was die „Süddeutsche“ berichtet: Die wirkliche Reue der Täter stehe noch aus. Sie beschäftigten sich durchaus mit ihren Taten, doch „sie begreifen nicht wirklich, was sie angerichtet haben“.

Als Reaktion auf die Debatte um eine Entscheidung von DC, den extrem homophoben Autor Scott Card für eine neue Superman-Serie zu engagieren, verlässt der Zeichner Chris Sprouse das Projekt.

Homosexuelle Beziehungsprobleme im Comic gibt es derzeit zuhauf. Apollo schon an zu zicken, weil sich Midnighter allzusehr um die Super-Kollegin Zealot kümmerte. In Stormwatch #18 (DC Comic) wird schon die existenzielle Frage „Are you gay?“ gestellt, getoppt von dem Satz „Es ist kein Verbrechen, heterosexuell zu sein“, um effektvoll auf der letzten Seite mit einem Kuss beantwortet zu werden .

John Grant, Musiker, ist unser Woof zum Samstag. Vom 7.-9. April 2013 tourt er durch Deutschland (Köln, Hamburg, Berlin).

Bärentänzer seien an Karten für Easter Beardance und Bearena an Ostern in Berlin erinnert.

Über Kölner Sorgen um schwule und lesbische Kneipen als Opfer der Stadtplanung berichtet der „Express“.

ESC-Fans müssen sich wohl ohne die Kommentare Stefan Niggemeiers in Malmö zurechtfinden.

In memoriam: Jochen Strecker, 59-jähriger Besitzer der Berliner Diskothek „First“, ist ermordet worden.

Ein 22-jähriger Mann muss sich wegen Mordes an Marco McMillian verantworten, dem offen schwulen Bürgermeister-Kandidaten in Clarksdale, US-Bundesstaat Mississippi.

Coming-out: Fallon Fox, MMA-Kämpferin, hat sich gegenüber „Outsports“ als Mann-zu-Frau-Trans geoutet. Jetzt gibt es die Debatte, ob sie dadurch einen Vorteil bei den Kämpfen hat.

Balian Buschbaum war als Yvonne Buschbaum Stabhochspringerin und ist jetzt Schriftsteller. In der „Welt“ gibt er – den wir übrigens auf die „Woof zum Samstag“-Anwärterliste gesetzt haben – anlässlich seines Buches „Frauen wollen reden, Männer Sex“ folgende Intimität preis: „Ich denke jedenfalls häufiger an Sex als an Essen.“

Über den Zwang für chinesische Schwule und Lesben, zur Wahrung des heterosexuellen Scheins Ehe eingehen zu müssen, berichtet der „Spiegel“ in einem Porträt des 42-jährigen schwulen Xiao Bin und dessen heterosexueller Ehefrau Hong Zhao.

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