Aussage zum ersten Mord im Berliner Prozess gegen Mörder von drei Homosexuellen

3. Verhandlungstag am Landgericht Berlin im Prozess gegen Dirk P., der drei Männer mit Liquid Ecstasy (K.O.-Tropfen) getötet und ausgeraubt hat. Heute nahm der Angeklagte zum ersten Mal zu den Vorwürfen Stellung und schilderte die Taten. Die Berichterstatterin des „Tagesspiegel“ schreibt, der 38-Jährige habe dabei „emotionslos“ gewirkt. Der auf einer Agenturmeldung beruhende Bericht der „Berliner Zeitung“ vermerkt dessen „monotone“ Stimme. Es ging in der heutigen Verhandlung hauptsächlich um den ersten Mord an einem langjährigen Bekannten des Täters, dem 34-jährigen Alexander.
Dirk P. bestritt eine Tötungsabsicht. Er hätte „einen sexuellen Rausch“ herstellen wollen und Alexander darum in dessen Wohnung heimlich K.O.-Tropfen ins Getränk getan. Diese habe sich dann ins Bett gelegt und sei eingeschlafen. Den Tod des Mannes habe er nicht bemerkt, er sei „total schockiert“ gewesen, Tage später davon zu erfahren. Auch habe er nicht vorgehabt, ihn zu berauben (Rucksack, Portemonnaie, Handy). Dies sei „ein Drang“ gewesen, es habe ihm ein „euphorisches Gefühl“ gegeben. Nachtrag: Ein ausführlicher Artikel zum 3. Prozesstag beim „Stern“: „Die Ausführungen des Angeklagten stoßen beim Gericht auf Skepsis.“
Der Angeklagte hat im April und Mai letzten Jahres drei Männer mit der Droge Liquid Ecstasy getötet, um sie dann auszurauben. Ein Mord geschah im Dunkelraum einer Schwulenkneipe. Zwei weitere Opfer überlebten einen Mordversuch. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.
Quellen: Tagesspiegel / Berliner Zeitung / Stern
Bisherige Notizen zum Prozess auf S.i.e.gT.: „Kurzer Auftakt“ (22.2.) / „Verhandlungsfähig“ (1.3.)


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