Personalia der Woche: Wer mit homoerotischem Appeal Kohle macht und wer seinen Street-cred erhöhen kann

personalia_8-2013

Personalia und Nachrichten der letzten 14 Tage …

Das Magazin der „SZ“ leitet das Interview mit den Designern Dolce & Cabana mit dem Satz ein: „Privat sind sie schon lange kein Paar mehr, beruflich nach wie vor unzertrennlich“.

Die Klamotten von Abercrombie & Fitch gelten unter schwulen Männern aus unerfindlichen Gründen als Kult. wahrscheinlich, weil’s teuer ist. „Der homoerotische Appeal des Labels verstört die Kundschaft in konservativen Landesteilen der USA“, schreibt die „SZ“. Who cares??? Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz auf 157,2 Millionen Dollar.

Der Dokumentarfilm „The Invisible War“ (Der unsichtbare Krieg) ist für einen Oscar nominiert. Er erzählt auf drastische Weise von Frauen, die im amerikanischen Militär von Soldaten vergewaltigt wurden. Auch zwei vergewaltigte Männer kommen im Film zu Wort. Allerdings nur 5 Minuten. Sie werfen dem Regisseur vor, sie und ihre Leidensgenossen abermals zu verraten und totzuschweigen. Eine berechtigte Kritik, so die „Welt“: „die Homophobie in den Streitkräften macht ihre ‚Schande‘ noch größer und ihr Schweigen tiefer. Es sind keine Schwulen (im üblen Jargon ‚buddy fuckers‘), die ihre Kameraden sexuell missbrauchen, quälen, erpressen“.

Manche in der CDU denken schon mal an, ob sie sich ganz vielleicht ein ganz klein bisschen dem Gedanken an eine Gleichstellung von homosexuellen Paaren auf allervorsichtigste Weise annähern soll.

Anna Sauerbrey begrüßt im „Tagesspiegel“ die CDU denn auch gleich in der modernen Welt: „Ihre Entscheidung wird ihren ‚Street-cred“ (Street credibility) enorm erhöhen.“

Das katholische – was sonst? – Kreszentia-Stift hat es abgelehnt, einen 72-jährigen, pflegebedürftigen schwulen Mann aufzunehmen. Darüber berichtete die Münchner „tz“.  Sein 68-jähriger Partner hatte sich wegen eines Platzes im Stift erkundigt. Begründung der Ablehnung am Telefon: „Die Schwestern wollen das nicht.“

Ein weiterer Fall von Hass – dieses Mal könnte das asoziale Verhalten aber aus den eigenen Reihen kommen: Ein schwuler, HIV-positiver Gastronom in Niederbayern gibt seine Pläne für ein Restaurant auf, nachdem er Drohbriefe erhielt — mit einem seltsamen Toleranzverständnis: Homosexuelle seien in dem Dorf toleriert, aber niemand wolle „eine schleichende Infizierung“. Bericht in der „Süddeutschen“.

Gitti Reinhardt, Berliner Dragqueen, ist Rollenmodell der IWWIT-Kampagne „Selbstbewusst! Einzigartig!“: „Wenn es mal komische Reaktionen gibt, wenn man sie meidet und hinter ihrem Rücken tuschelt, dann eher von Schwulen. Aber das ist wohl eher ein Zeichen von Angst und zeugt von deren Unsicherheit mit zur Schau gestellter Weiblichkeit.“

Coming-out: Robbie Rogers, US-Fußball-Nationalspieler, ist schwul – sein Coming-out verknüpfte er mit dem Abschied vom Fußball.  Vielleicht nicht ganz das, was man sich gewünscht hätte, aber: Willkommen in der Familie!

Die Hertha Junxx, der schwule Fanclub von Hertha BSC, hat das Spiel gegen Union Berlin für eine Aktion gegen Homophobie im Sport genutzt. Gelesen haben wir das im Blog des Kollegen aus Österreich!!!

Uwe Görke-Gott, Aids-Aktivist, wurde für sein über 20-jähriges Engagement mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Axel Schock würdigt den 48-Jährigen. Wir gratulieren!

Hans-Georg bloggt seit elf Jahren „QueerGedacht“Wir gratulieren!

Batwoman will heiraten!

Bei Twillight und Night Fox im Comic „Supurbia“ (Autor: Grace Randolph; Verlag: Boom! Studios) sieht es nach wie vor nicht nach Heirat aus, eher nach Eiszeit. Obige Panels aus „Supurbia: Ongoing“ #4.

Rafael Correa, wiedergewählter Präsident Equadors, hat sich in einer Fernsehansprache bei Schwulen, Lesben und Transsexuellen für seine früheren verbalen Ausfälle entschuldigt. Der Mut von LGBT verdiene Respekt – er wolle gegen die Diskriminierung in seinem Land vorgehen.

Schleswig-Holstein hat nun auch eine Antdiskriminierungsstelle – wenn man das so nennen mag: Die Aufgabe wurde der Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten, Birgit Wille, übertragen. Wie man sie erreicht, steht auf der advsh-Internetseite.

Die neue SPD-Grüne-Regierung in Niedersachsen meint es gut – auch mit Lesben, Schwulen, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und intersexuelle Menschen. Der LSVD Niedersachsen sieht im Koalitionsvertrag „ein klares Aufbruchssignal für eine Politik der gleichen Rechte, für Vielfalt und Respekt“.

Und dann geschah in den letzten beiden Wochen noch der Rücktritt von Josef Ratzinger, das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in Sachen Adoption, die Verleihung der Teddy-Filmpreise und der Prozessauftakt gegen den Mann, der in Berlin drei Schwule umgebracht hat.

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2 Responses to “Personalia der Woche: Wer mit homoerotischem Appeal Kohle macht und wer seinen Street-cred erhöhen kann”


  1. 1 Hans-Georg Februar 24, 2013 um 12:27 pm

    Ganz herzlichen Dank für die Gratulation und die Erwähnung an so exponierter Stelle!

  2. 2 RH Februar 24, 2013 um 3:36 pm

    Tja, Hans-Georg, du hast halt schon, was die CDU noch braucht: „Street cred“! 😉


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