Schwulenfeindlicher Autor für Superman-Comic?

adventures-of-supermanDarf ein Autor, der sich wiederholt abfällig über Homosexuelle geäußert hat und sich explizit gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausspricht, Superman-Stories schreiben? Mit einer Online-Petition will man auf  „All Out“ dagegen protestieren, dass der Comic-Verlag DC den Schriftsteller Orson Scott Card für die digitale Reihe „Adventures of Superman“ verpflichtet hat. DC biete einem schwulenfeindlichen Autor eine Plattform und unterstütze dessen Hass.
Card ist bekannt für seinen Science-Fiction-Roman „Ender’s Game“ (1985; dt. „Das große Spiel“). Einerseits mit den renomierten SF-Preisen Nebula Award und Hugo Award ausgezeichnet, wurde der Roman als extrem gewalttätig und wegen seiner Verklärung militärischer Hierarchien kritisiert. Wenig zimperlich ist Card auch, wenn es um Homosexualität geht. 2008 sah er mit der „Homo-Ehe“ das Ende der Demokratie kommen und rief er zum Widerstand gegen die „Diktatur der US-Regierung“ auf. 2009 wurde er Vorstandsmitglied der National Organization for Marriage, die gegen die Ehe von Schwulen und Lesben agiert.
Der Protest trifft DC zu einem Zeitpunkt, da der Verlag eben mit seiner Serie „Earth 2“ und deren schwulen Figur Alan Scott/Green Lantern von der LGBT-Aktivistengruppe GLAAD für den Preis als „Outstanding Comic“, in dem vorbildhaft Homosexualität thematisiert wird, nominiert wurde. 2012 wurde „Batwoman“ mit der lesbischen Titelfigur Kate Kane mit dem GLAAD-Medienpreis ausgezeichnet Weitere schwule Superhelden des DC Universums sind auch Apollo und Midnighter in der Serie „Stormwatch“.
In einem Artikel des britischen „Guardian“ (11.2.2013: „DC Comics under fire for hiring anti-gay writer to pen Superman“) wird der schwule Comic-Autor Dale Lazarov mit der Aussage zitiert, es sei kontraproduktiv, Cards Verpflichtung als Autor zu kritisieren. Er selbst weigere sich, Romane von Card zu kaufen oder zu lesen. Aber es gehe zu weit, dem Autor eine Anstellung verweigern zu wollen.  Diese Art der Arbeitsplatz-Diskriminierung sei kontraproduktiv für die, die ihre eigene Diskriminierung stoppen wollten.
Die Online-Petition von „All Out“ hat bereits mehr als 5.000 Unterzeichner. DC hat eine Stellungnahme zu der Kontroverse abgelehnt. Aktualisiert 13.2.: DC hat eine Anfrage des schwul-lesbischenUS-Magazins „Advocate“ mit folgender Stellungnahme beantwortet: „Als Urheber unterstützen wir die Meinungsfreiheit; persönliche Ansichten von Einzelnen, die für DC Comics tätig sind, sind genau das – persönliche Ansichten – und nicht die des Verlages.“
Weitere Aktualisierung 13.2.: Mit Zeus Comics hat der erste Händler angekündigt, dass er die Print-Version eines von Card geschriebenen Superman-Heftes nicht verkaufen werde. Der Comic-Laden in Dallas hat ein hohes Renommee, er wurde 2006 mit dem Will-Eisner-Award ausgezeichnet.
Weitere Quelle für diesen Artikel: „DC Comics targeted for hiring anti-gay author to write Superman story“ (12.2.2013; via „Comic Book Resources“)

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