Personalia der Woche: Wer Slow Sex emfiehlt und wer in der Uckermark allein unter Heteros ist

Personalia_6-2013

Nicht alles, was im schwulen Namen an Aktionen gestartet wird, muss gut sein. Das gilt für Auszeichnungen im CSD-Vorfeld ebenso wie für manche Bundestag-Petition. Auf einen unschönen „Zungenschlag“ hat ein Bloggerkollege aufmerksam gemacht, und darum beginnen die Personalia mit einem Lese-Tipp:

Unbedingt lesen sollte man den Beitrag „Bauchlandung“ vom Blogger-Kollegen Steven Milverton über den Jähzorn des Initiators einer Bundestags-Petition gegen die §175-Unrechtsurteile: „Es ist sehr schade, dass das wichtige Anliegen der Rehabilitation der 175er unter die Räder gekommen ist. Unter die Räder von von Zehnles profunder Geschichtsunkenntnis (in Bezug auf den Widmungsträger Hans Giese) und unter die Räder von von Zehnles und Becks Privatstreitigkeit.“

Die wichtigste Nachricht der Woche: 400 Mitglieder des britischen Unterhauses haben für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gestimmt! „Nur“ 175 dagegen. Nun muss das Oberhaus entscheiden. In Frankreich stimmte die Nationalversammlung letztes Wochenende ebenfalls für eine Ehe-Öffnung. (Ob französische Homo-Paare auch das Adoptionsrecht erhalten, soll am Dienstag abgestimmt werden.)

Christian Hartphiel, „Ur-Uckermärker“, kämpft tapfer für schwule Akzente „allein unter Heteros„.

 Der Sportsoziologie Gunter A. Pilz sowie der Fußballer Marcus Urban sollen für den DFB einen Leitfaden erarbeiten, mit dem sich Vereine auf ein mögliches Coming-out eines möglichen Spielers zu einem möglichen Zeitpunkt möglichst gut vorbereiten können.

Pierre Stutz, Schweizer Theologe und Bestseller-Autor, hat ein „Rezept für die moderne Gesellschaft“, wie die „Basellandschaftliche Zeitung“ schreibt: „Slow Sex!“ Pierre Stutz wird übrigens einen Workshop „Deine Küsse verzaubern mich“ im Zentrum Regenbogen auf dem ev. Kirchentag in Hamburg Anfang Mai 2013 halten (Infos via Internetseite des Zentrum Regenbogen).

Frank Ocean, Sänger, wird vom „N.Y.Times-Magazine“ am Vorabend der Grammy-Verleihung mit einem Artikel bedacht.

Marc Jacobs, Designer, ist jetzt Creativ Director für Diet Coke! Da könnte der Brause-Fabrikant ja auch mal das eine oder andere LGBT-Ereignis unterstützen!

Eine andere Strategie hat der FC Liverpool: Er wird zum Veranstalter eines Matches des Gay Football Supporters‘ Networks, um damit ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen.

Ein iranischer Boxer hat die Wiederaufnahme seines Asylantrags in Großbritannien erstritten. Sein Bleiberecht war abgelaufen, nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, dass Homosexualität ein Asylgrund sei, beantragte er erneut Asyl mit Hinweis, dass er schwul sei. Bislang war der Antrag abgelehnt worden.

In Deutschland sollen homosexuelle Asylbewerber nicht mehr abgeschoben werden, wenn ihnen im Heimatland Verfolgung droht. Behörden dürfen nicht länger einen Antrag mit der Begründung ablehnen, man müsse die Homosexualität ja nicht offen ausleben. (Bericht „queer.de“)

Coming-out

Steffi Jones, Ex-Nationalspielerin und nun DFB-Direktorin, hat sich auf dem Ball des Sports mit ihrer Freundin Nicole präsentiert. Willkommen in der Familie!

In memoriam

Arpad Miklos – mit richtigem Namen Peter Kozma, Porno-Darsteller (Foto oben), hat sich im Alter von 45 Jahren in seinem New Yorker Apartment das Leben genommen.


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