Homosexuelle in der DDR – Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fördert Projekt des Schwulen Museums

Schwules-Museum-BerlinEine gute Meldung, denn es geht um „unsere“ Geschichte: Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fördert seit Januar diesen Jahres ein einjähriges Archivierungsprojekt des Schwulen Museums in Berlin. Damit könne, so teilt das Schwule Museum mit, der Bestand zur Geschichte der Lesben, Schwulen und Trans in der DDR erstmals fachgerecht aufgearbeitet werden. Weiter heißt es in der Mitteilung: 

„Der DDR-Bestand umfasst personenbezogene Vor- und Nachlässe von Menschen, die sich in der DDR für die Emanzipation der Homosexuellen engagierten. So befinden sich unter anderen die Teilnachlässe Rudolf Klimmers, Charlotte von Mahlsdorfs und Dieter Berners im Archiv des Schwulen Museums. Außerdem ist vielfältiges Material unterschiedlicher kirchlicher und nicht-kirchlicher oppositioneller Gruppierungen vorhanden.
Zu den Archivalien zählen auch zahlreiche Film- und Fotodokumente, Schriftverkehr mit behördlichen Stellen in der DDR und Konzeptentwürfe zur Gründung homosexueller Initiativen und Vereine. ‚Besonders positiv ist, dass rechtzeitig zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im Jahr 2014 diese für die Innensicht der Homosexuellen in der DDR so aufschlussreichen Quellen erschlossen sein werden“, so Archivleiter Dr. Jens Dobler. Mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung konnte im Schwulen Museum* eine Halbtagsstelle geschaffen werden, die mit der Kulturwissenschaftlerin Kristine Schmidt besetzt wurde.“
Links: Internetseite Schwules Museum / S.i.e.g.T.-Meldung 15.10.2012: Schwules Museum zieht im Frühjahr 2013 um

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2 Responses to “Homosexuelle in der DDR – Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fördert Projekt des Schwulen Museums”


  1. 1 Ralf Februar 9, 2013 um 10:47 am

    Das Schwule Museum sollte vorsichtig sein, sich hier vereinnahmen zu lassen für eine Sicht, der offenbar die Legende zu Grunde liegt, in der Bundesrepublik habe es keine Menschenrechtsverletzungen an Schwulen gegeben. Die gibt es bis auf den heutigen Tag (Paradebeispiel höhere Besteuerung schwuler Paare, von der bis 1969 andauernden nationalsozialistischen Verfolgung ganz zu schweigen, die es in diesem Ausmaß und vor allem mit dem Nazi-Hintergrund in der DDR so nicht gab). Wenn etwas dokumentiert wird, dann bitte alles, und da darf kein Unterschied gemacht werden zwischen den Verbrechen Ulbrichts und den Verbrechen Adenauers. Man vergesse nicht, dass es die DDR war, die den letzten Rest des § 175 tilgte, so dass die Bundesrepublik bei der Vereinigung gezwungen war, ihn endlich auch abzuschaffen. Für Schwule jedenfalls war das weit aktivere Unterdrückungssystem nicht die SED-Diktatur, sondern die CDU/CSU-FDP-SPD-Demokratie.

    • 2 RH Februar 9, 2013 um 10:57 am

      Danke für den Hinweis und den gewagten Schlusssatz! Aber die Gefahr, dass das eine wegen des anderen unter den Teppich gekehrt wird, sehe ich beim Schwulen Museum eigentlich nicht gegeben.


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