Zweibrücken leistet sich homophoben „Lapsus“

Mit scharfer Kritik hat der Verband LSVD auf die Verbreitung eines Anti-Drogen-Wandkalenders durch die Stadt Zweibrücken reagiert. Mit dem Spruch „Nüchtern cool, Saufen schwul!“, der am unteren Rand des Kalenders zusammen mit Fotos von Jugendlichen und weiteren „gutgemeinten“ Sätzen wie „Bist du high, sagst du Bye!“ platziert ist, meinten die Verantwortlichen, Jugendlichen den Alkoholkonsum austreiben zu können. „Öffentlich geförderte Homophobie“ nennt das der LSVD:
„Die Schule ist leider nach wie vor der Ort, an dem die Lesben und Schwulen die meisten Diskriminierungen erfahren müssen. Statt für ein Umfeld zu sorgen, an dem auch lesbische und schwule Jugendliche selbstverständlich Akzeptanz erfahren, werden hier Mobbing und Ausgrenzung gefördert und verstärkt.“
In einem Bericht des „Pfälzischen Merkur“ wird Rolf Franzen, Zweibrücker Jugend- und Schuldezernent (CDU) zitiert, es handele sich um einen „Lapsus“, man solle die Sache „auch nicht so extrem hoch hängen, das ist sicherlich nicht gegen Schwule gerichtet“. Gegen wen den sonst, fragen wir an dieser Stelle mal als (saufender?) Schwuler. Noch hilfloser die Idee des Herrn Franzen, man könne den Kalender nun als Ausgangspunkt für Diskussionen über Schwulenfeindlichkeit an Schulen nutzen!
Beim Kalender-Mitherausgeber, dem Bildungsträger IB (Internationaler Bund) weicht man nicht in Verharmlosungen aus. Der Geschäftsführer nannte die Verbreitung – laut „Pfälzischem Merkur“ einen „Fehler“. Es sei unbestreitbar, dass „schwul“ hier als Schimpfwort gebraucht werde. Wahrscheinlich deshalb ergibt die Stichwortsuche auf der Internetseite des IB bei den Wörtern „schwul“ bzw. „homosexuell“ keine Treffer!?! Die noch vorhandenen Wandkalender will man eingestampft haben.

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