Personalia der Woche: Wer „En bietje schwul is cool“ spielt und wer von der Hure gezähmt wurde

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Also reißerischer geht’s nicht mehr als mit der diesmaligen Personalia-Überschrift! Aber gemach – im echten Leben wird ja nur mit Wasser gekocht. Darum mahlen die Mühlen bei deutschen Richtern wohl auch langsam und sie gönnen sich doch noch ab und an die Diskriminierung von homosexuellen Partnerschaften – und sind sich dabei einig mit ihrem (!) Recht. Ansonsten: Zeichnerisches, Historisches, Kulturelles …

Ralf König, Comic-Zeichner, ist am 25. Januar 2013 um 20 Uhr im Café Häring in Villingen-Schwenningen zur Lesung & Signierstunde.

Ein lesbisches Paar wollte den „Zählvorteil“ – eine bei heterosexuellen Paaren übliche „Anrechnung“ von in die Partnerschaft miteingebrachten Kindern beim Kindergeld – und erhielt vom Finanzgericht in Kiel eine Abfuhr! Schutz der Ehe und so … rechtfertigt für die Richter Ungleichbehandlung.

Eventuell ist man in Idafehn bereits weiter als bei der deutschen Richterschaft:

„En bietje schwul is cool – … tomaal is’t all rosa“ heißt reichlich unvermuteterweise das neue Theaterstück der „Schützenhuusspölers“.

Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat einige der (symbolischen) Ungleichstellungen von gleichgeschlechtlichen Paaren bei der Zeremonie für rechtswidrig erklärt: Mehr zu Ja-Wort und Trauzeugen bei „Think Outside Your Box“.

An das Schicksal von Homosexuellen in der Nazi-Zeit erinnert die Ausstellung “Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft“ vom 21.1. bis 1.2.2013 im Neuen Rathaus in Leipzig

John Galliano, Designer, der nach antisemitschen Pöbeleien bei Dior rausflog, wird für kurze Zeit beim Kollegen Oscar de la Renta aushelfen. „Der britische Modemacher soll dem älteren Kollegen bei seinen Vorbereitungen für die New York Fashion Week helfen“, weiß die „Gala“.

Pierre Bergé, Unternehmer und einst Lebensgefährte von Yves Saint-Laurent, hat die „Têtu“, das führende Schwulenmagazin Frankreichs, für einen symbolischen Euro an den Unternehmer Jean-Jacques Augier verkauft. Einem Teil der Mitarbeiter soll nun die Entlassung drohen.

Gilgamesch, sagenhafter König der sumerischen Stadt Uruk, fand im Waldmenschen Enkidu einen Freund – und Archäologen 150 Keilschrifttafeln: „Bei den gefundenen Keilschrifttafeln handelt es sich vermutlich um jüngste Teile des Epos“, berichtet die „Welt“ unter der geilen Überschrift : „Die Scham der Hure zähmte den wilden Waldmenschen“.

Coming-out

Es gab mal wieder Bekenntnisse (die ach so fromm-rechte „Welt“ lernt’s nie!):  Schauspielerin Jodie Foster öffnete die Schranktüren bei der Verleihung des Golden Globe für ihr Lebenswerk – mit einer etwas zu umständlichen Rede (YouTube-Link) und mit beiden Söhnen im Publikum. Tags darauf gesellte sich Schauspieler Victor Garber an ihre Seite und bestätigte, was man auch schon im April 2012 hätte wissen können – Garbers Partner ist Rainer Andreesen. Schöner Vorname, schöner Mann!

In Memoriam

Nagisa Ōshima, Regisseur, ist im Alter von 80 Jahren gestorben – zu seinem Werk zählen Klassiker wie „Im Reich der Sinne“ und auch der „Taboo“ von 1999, der die Männerliebe unter Samurai thematisiert.

Michael Triplett, Präsident der US-amerikanischen Vereinigung schwul-lesbischer JournalistInnen, ist im Alter von 48 Jahren gestorben.

Zum Nachlesen auf diesem Blog

Jamaikanische LGBT-Aktivisten und Unterstützer starten die Aktion „We Are Jamaicans“; Michael Kauch, FDP-Politiker, ist der Letzte seiner Art und Aiden James, Musiker, unser Woof zum Samstag.


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