„We Are Jamaicans“ Video-Kampagne für LGBT-Rechte in Jamaika gestartet

wearejamaicans

Mit einer neuen Video-Kampagne „We Are Jamaicans“ will die Organisation J-Flag auf die Situation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender in Jamaika aufmerksam machen.  Die Vielfalt und die Komplexität der  LGBT-Gemeinschaft Jamaikas werde, so J-Flag-Geschäftsführer Dane Lewis, durch ein starres Medien-Bild verdeckt, das sich auf Sex, Opferrolle, Kriminalität und HIV konzentriere. Diese (negative) Fokusierung stärke aber nicht die Identität, sonder festige eher die Randposition von LGBT-Menschen in der Gesellschaft.

Dane-Lewis

Dane Lewis berichtet im Video-Clip über seine eigenen Erfahrungen als schwuler Mann. Seine Erzählung endet: „Jamaika ist meine Heimat, ich möchte an keinem anderen Ort leben, ich bin Jamaikaner und ich möchte nur frei sein, ich selbst sein zu können.“
Javed Jaghai hält sich in seinem Video-Beitrag beschriebene Zettel vor die Brust – sie berichten, dass er früher wegen des Hasses an Selbstmord dachte. „Jetzt bin ich älter – Ich möchte, dass ihr mehr über mich wisst“. In den Erklärungen zur Kampagne auf der J-Flag-Internetseite erläutert Jaghai, dass die vorherrschende Ignoranz nur helfe, Homophobie anzustacheln. Es gehe darum, durch ein vielfältiges Bild Empathie und Tolerant zu wecken.
Zu den Unterstützern der Kampagne zählen auch Susan Goffe, die Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation Jamaicans for Justice (Video-Link), nebst Alex Goffe, der sich für Belange der jamaikanischen Gemeinschaft im US-Bundesstaat Minnesota einsetzt. Er sei als Jugendlicher oft als „schwul“ bezeichnet worden, habe aber nie darauf reagiert. Heute aber fühle er sich geehrt, wenn jemand ihn schwul nenne. Alex Goffe outet sich als Verbündeter der LGBT-Community in Jamaika.
Jamaika gilt als extrem schwulen- und lesbenfeindliches Land. In den Hinweisen des Auwärtigen Amtes heißt es: „Ein großer Teil der Bevölkerung ist Homosexuellen gegenüber feindlich eingestellt.“ Homosexuelle Handlungen sind strafbar. In Deutschland gibt es immer wieder Kritik an den Auftritten von Reggae-Sängern wie Beenie Man oder Sizzla und deren „Battyman-Tunes“ – Songs, in denen Schwule abgewertet werden oder zur Gewalt gegen Homosexuelle aufgerufen wird. (RH / 18.1.2013)

Link: Alle 5 Videos auf der YouTube-Seite von „We Are Jamaicans“

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