Personalia der Woche: Wer über Männlichkeit nachdenkt und wer bei Obamas Inauguration Poet sein darf

Personalia_2_2013

Zum Jahresauftakt finden sich bei den Blogger-Kollegen lesenswerte Gedanken über den Zustand der schwulen Welt. Derweil trauern die Mainstream-Medien über den Gründer des Montreux Jazz Festivals – und lassen dessen Homosexualität geflissentlich unter den Tisch fallen. Wir ignorieren dafür die Sexualität eines Korrespondenten der „Zeit“ und verweisen in den Personalia auf dessen sicher diskussionswürdigen Beitrag zur Homo-Ehe in Frankreich …

Dirk Sander, DAH-Schwulenreferent, hat einen sehr lesenswerten Beitrag im „IWWIT-Blog“ über die schwule Sehnsucht nach Männlichkeit veröffentlich: „“s liegt aber auch an uns, die Mechanismen und Hintergründe für darüber hinaus gehende und belastende Anstrengungen zu reflektieren, mehr Zusammenhalt in den „queeren“ Szenen zu etablieren und Gelassenheit bei vermeintlichen ‚Schönheitsfehlern‘ zu entwickeln.“

Steven Milverton, Blogger, denkt dagegen laut über das bürgerschaftliche Engagement in der schwulen Welt nach: „Die Bürgergesellschaft ist schwach. Die schwule Menschen in der Bürgergesellschaft sind schwach. Es fehlt an Diskussionen und Vorstellungen, wofür es sich zu engagieren lohnt.“

Klaus Wowereit, Berlins Noch-Regierender Bürgermeister, hat das Misstrauensvotum gegen ihn im Abgeordnetenhaus überstanden.

Joachim Stein, u.a. aktiv für die Stuttgarter Aids-Hilfe und das schwul-lesbische Zentrum Weissenburg, wurde für sein Engagement mit einer Einladung zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten gewürdigt.

David Bowie, Musiker, feierte am 8. Januar seinen 65. Geburtstag – und gönnte sich und uns einen neuen (Berlin-)Song: „Where Are We Now?“ – Video via MyVideo (Foto oben Screenshot aus dem Video)

Gero von Randow, Paris-Korrespondent der „Zeit“, findet die von Frankreichs Ministerpräsident Hollande ausgelöste Debatte um die Homo-Ehe voreilig: „So kann es noch dazu kommen, dass ein vernünftiges Projekt in den Händen dieser Regierung zu einem politischen Desaster wird.“

Michael Brinkschröder, Theologe und Präsident des Europäischen Forums christlicher Schwulen- und Lesbengruppen, wird vom „Donaukurier“ porträtiert.

Bradley Manning, wegen Weitergabe von Informationen angeklagter US-Soldat, erhält vier Monate einer möglichen Haftstrafe erlassen – als Ausgleich für die Folter, der er durch das US-Militär – mit Billigung Präsident Obamas – unterzogen wurde.

Richard Blanco, schwuler Dichter, wird eines seiner Gedichte auf der Inaugurationsfeier für ebendiesen US-Präsident Barack Obama vortragen.

Tony Kushner, Autor, gehört zu jenen schwulen Filmschaffenden, die für einen Oscar nominiert sind.

Detlef Stoffel, Aktivist der ersten Stunde, ist nicht für den Oscar nominiert, erhält aber ein Porträt in der „Neuen Westfälischen“: „Er machte Bielefeld zu einem der Zentren der Schwulenemanzipationsbewegung in den 1970er Jahren.“

Apollo und Midnighter, Paar im DC Comic-Universum, kloppen in „Stormwatch“ #16 männlich schröklich aufeinander ein (siehe den neuen Header des Blogs!) – ein Missverständnis, klar, kommt in jeder Beziehung, homo wie hetero, vor.

In „Supurbia“ (Boom! Studios) hadern manche noch  mit dem Coming-out! Dagegen im „echten“ Leben …

Coming-out

Matt Dallas, Schauspieler, hat die Welt per Twitter-Foto über sein Schwulsein informiert.

In Memoriam

Claude Nobs, Gründer des Montreux Jazz Festivals, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Die Einführung einer Lebenspartnerschaft fand er toll, CSD-Paraden nicht.

Gerda Lerner, feministische Historikerin, ist im Alter von 92 Jahren in den USA gestorben.

 

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