„Rigeroser als nötig“ Richterin bestätigt illegale Behandlung von Bradley Manning

Im Falle einer Verurteilung werden Bradley Manning vier Monate der möglichen Strafe erlassen werden. Dies entschied Richterin Army Col. Denise Lind und bestätigte damit, dass die Haftbedingungen von Bradley Manning teilweise illegal waren. Der wegen Geheimnisverrat angeklagte US-Soldat war 9 Monate lang in der Militärbasis Quantico, US-Bundesstaat Virginia nackt in einer fensterlosen Zelle eingekerkert gewesen – mit nur einer Stunde „Ausgang“ am Tag – er wurde behandelt „wie ein Tier“, so der Verteidiger Mannings, David Coombs. Das Gefängnispersonal hatte sein unmenschliches Vorgehen mit Mannings suizidalen Gedanken begründet und dabei geflissentlich die psychologischen Gutachter ignoriert, die dem widersprachen. Mittlerweile befindet sich Manning Die Haftbedingen seien im Verhältnis zu legitimen Interessen der Regierung überzogen gewesen, urteilte nun die Richterin. Wörtlich sagte sie, sie seien „rigeroser als nötig“ („more rigorous than necessary“) gewesen.
International war diese Art der Folter kritisiert worden, u.a. durch die Menschenrechtsorganisation amnesty international, den UN-Berichterstatter für Folter und durch Abgeordnete des EU-Parlaments.
Der 25-jährige Manning ist seit Mai 2010 in Militärhaft. Mittlerweile wurde er nach Fort Leavenworth in Kansas verlegt, wo sich die Haftbedingungen deutlich verbessert zu haben scheinen. Erst Ende 2011 begann das Verfahren gegen ihn mit einer Voranhörung. Auch die jetzige Entscheidung der Richterin geschieht im Rahmen von Anhörungen im Vorfeld der Hauptverhandlung, die am 6. März beginnen soll. Angeklagt ist Bradley Mannings wegen Geheimnisverrats und Weitergabe von Informationen. Er soll der Enthüllungsplattform „Wikileaks“ geheime Akten aus dem Irakkrieg zugespielt haben. Ihm droht lebenslange Haft.

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